Dienstag, 27. Juni 2017

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Ein Sieg für die Playoff-Moral


Der EHC Olten wandelt gegen Langenthal ein 1:3 in ein 4:3 nach Verlängerung um.

BILDER
Diskretes Debüt: Oltens Eric Beaudoin (rechts, im Zweikampf mit Langenthals Gianni Ehrensperger) vermochte noch keine Akzente zu setzen. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Olten - Langenthal 4:3 n.V. (0:2, 1:1, 2:0, 1:0)
Kleinholz. – 4723 Zuschauer. – SR: Boverio/Clément (Huggenberger/Stuber). – Tore: 9. Tschannen (Seydoux) 0:1. 19. Füglister (Fröhlicher, Dünner) 0:2. 27. Schneuwly (Hirt, Aeschlimann; Ausschluss Dünner) 1:2. 37. Ehrensperger (Ausschluss Ulmer/Bankstrafe Olten) 1:3. 48. Schwarzenbach (Feser; Ausschluss Seydoux) 2:3. 57. Feser (Meister, Truttmann; Ausschlüsse El Assaoui; Seydoux) 3:3. 61. (60:38) Truttmann (Ganz, Schwarzenbach) 4:3. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Olten, 5-mal 2 Minuten plus 2-mal 10 Minuten (Seydoux) gegen Langenthal.
Olten: Mischler; Ganz, Schmuckli; Meister, El Assaoui; Kobach, Bagnoud; Schnyder, Aeschlimann; Schwarzenbach, Feser, Truttmann; Beaudoin, Romanenghi, Ulmer; Wüst, Schneuwly, Hirt; Scherwey, Homberger, Wüthrich.
Langenthal: Mathis; Seydoux, Cadonau; Schüpbach, Ahlström; Fröhlicher, Pienitz; Mike Küng; Tschannen, Ehrensperger, Kelly; Kämpf, Montandon, Primeau; Füglister, Dünner, Triulzi; Hobi, Vincenzo Küng, Spiller; Sitje.
Bemerkungen: Olten ohne Hürlimann (krank), Burki (verletzt), Ueli Huber, Ast, Morini, Wiebe und Pargätzi (alle überzählig). Langenthal ohne Campbell und Eichmann (beide verletzt). 24. Pfostenschuss Spiller. 

Am Ende lagen sich alle in den Armen. Oltens Spieler unten auf dem Eis. Die Zuschauer oben auf den gut gefüllten Tribünen des Kleinholz-Stadions. Grün-weiss freute sich über ein Happy End in einem Spiel, welches lange Zeit gar nicht nach dem Gusto der Einheimischen gelaufen war. Der SC Langenthal war zwei Drittel lang die bessere Mannschaft, musste sich aber letztlich dem Kampfgeist und dem Aufopferungswillen der Oltner beugen. Wie die Powermäuse im letzten Drittel einen 1:3-Rückstand wettmachten und sich schliesslich in der Verlängerung dank Marco Truttmanns Treffer nach 38 Sekunden den Sieg sicherten, war imponierend.  

Umso mehr, als dass lange Zeit nur wenig auf ein derartiges Schlussfeuerwerk des EHC Olten hingewiesen hatte. Die Langenthaler schienen im fünften Derby der laufenden Saison relativ ungefährdet ihrem vierten Sieg entgegenzusteuern. Die Mannschaft von Trainer Jason O’Leary überzeugte mit ihrer strukturierten Spielweise, ihrer physischen Präsenz und ihrer Kaltblütigkeit vor dem gegnerischen Tor.

Fauxpas eröffnet Aufholjagd
Die Oberaargauer nutzten die Aussetzer in der Oltner Hintermannschaft gnadenlos aus. Stefan Tschannen liess Fabian Ganz vor dem 0:1 wie einen Junioren aussteigen. Und Cyrill Aeschlimann servierte Gianni Ehrensperger den Puck vor dem 1:3 mit einem missglückten Befreiungsschlag direkt auf die Schaufel. Doch gerade Aeschlimanns Fauxpas liess die Oltner zusammenrücken. «Das hat unsere Mannschaft heute ausgezeichnet. Jeder ist für jeden gegangen. Wir haben uns nach dem zweiten Drittel gesagt, dass es nur ein Tor braucht. Dann sind wir wieder im Spiel. Und genau so war es auch», freute sich Reto Kobach.

In der Tat stürmte der EHC Olten ab Minute 40 leidenschaftlich nach vorne. Nachdem man eine fast zweiminütige, doppelte Unterzahl zu Beginn des letzten Drittels schadlos überstanden hatte, war das Team von Headcoach Heikki Leime spielbestimmend. Diego Schwarzenbach brachte mit seinem Treffer zum 2:3 (48. Minute) die Hoffnung endgültig wieder zurück ins Kleinholz. Und 190 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit gelang Justin Feser der umjubelte Ausgleichstreffer, welcher wenig später noch von Marco Truttmanns Siegtor in der Verlängerung übertrumpft wurde.

Intakte Mannschaft
Für Reto Kobach hat dieser zweite Erfolg im fünften und letzten Derby der Qualifikation einen besonderen Stellenwert: «Wir haben gezeigt, dass diese Mannschaft intakt ist. In den letzten Wochen ist viel – teilweise berechtigte – Kritik auf uns hereingeprasselt, weil wir die Erwartungen nicht erfüllt haben. Deshalb tut dieser Sieg sehr gut.»

Dank des positiven Resultats durften auch die drei Debütanten ihre Oltner Ära auf gute Art und Weise beginnen. Verteidiger Florian Schmuckli zeigte eine fehlerfreie Darbietung an der Seite von Fabian Ganz. Luca Homburger war als Center des vierten Blocks bisweilen überfordert. Die Winterthurer Leihgabe braucht noch Anlaufzeit. Wenn der erkrankte Captain Stefan Hürlimann zurückkehrt, dürfte er ins zweite Glied zurücktreten müssen. 

Unauffälliges Debüt
Ein sehr unauffälliges Debüt gab der neue Ausländer, Eric Beaudoin, der Shayne Wiebe vorgezogen worden war. Er konnte nicht kaschieren, dass er in den letzten zwei Jahren nur eine Handvoll Ernstkämpfe bestritten hat. Der grossgewachsene Kanadier hatte noch keine Bindung zum Spiel. Bis er zu einer wirklichen Verstärkung wird, werden noch ein paar Wochen ins Land ziehen. In den Playoffs muss er bereit sein. So wie die gesamte Mannschaft, die gestern einen Sieg für die Moral feiern durfte. (von Marcel Kuchta)

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