Sonntag, 28. Mai 2017

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Ein Punkt für die Wundertüte


Der EHC Olten verliert nach einer durchzogenen Leistung in Visp mit 4:5 nach Penaltyschiessen.

BILDER
Wieder einmal einer der Oltner Aktivposten: Topscorer Marco Truttmann bejubelt seinen Shorthander zum 2:2. (Bild: André Grossenbacher)

Visp - Olten 5:4 n.P. (2:0, 2:3, 0:1)

 

Visp: Schoder; Bucher, Wollgast; Guyenet, Geiger; Wiedmer, Heynen; Montandon; Schmutz, Locke, Rapuzzi; Altorfer, Hischier, Furrer; Dolana, Neher, Schmidli; Haberstich, Alihodzic, Privet.

Olten: Mischler; Ganz, Schmuckli; Meister, El Assaoui; Kobach, Pargätzi; Schnyder, Aeschlimann; Schwarzenbach, Feser, Truttmann; Wüthrich, Beaudoin, Ulmer; Wüst, Schneuwly, Hirt; Scherwey, Homberger, Ueli Huber.

Bemerkungen: Olten ohne Romanenghi, Burki (verletzt) sowie Ast, Morini, Bagnoud, Wiebe und Hürlimann überzählig). Pfostenschüsse: 10. Neher. 23. Wüst. 30. Truttmann.

 

Der EHC Olten ist und bleibt in dieser Saison eine Wundertüte. Man weiss nie so recht, was einen bei dieser Mannschaft erwartet. Gegen Leader Langenthal verwandelten die Powermäuse am vergangenen Dienstag einen 1:3-Rückstand nach zwei Dritteln in einen 4:3-Sieg nach Verlängerung. Und auch gestern in Visp deutete lange wenig darauf hin, dass die Oltner mit etwas Zählbarem die lange Rückreise aus dem Wallis ins Unterland antreten können.

Besonders im ersten Drittel gab die Mannschaft von Headcoach Heikki Leime wieder einmal einige Rätsel auf. Nach etwas mehr als fünf Spielminuten führte der EHC Visp bereits mit 2:0 und spielte die völlig desolat und desorientiert agierenden Oltner schwindlig. Nur mit viel Glück verhinderten die Gäste in dieser frühen Phase einen aussichtslosen Rückstand. Und man musste sich zu jenem Zeitpunkt fragen: Weshalb tritt diese Mannschaft immer wieder derart instabil auf?

Nun, so sicher wie die «schwarzen Löcher» im Spiel des EHC Olten plötzlich auftauchen, so sicher ist es auch, dass die Mannschaft immer einen Weg zurück in die Partie findet. Unmittelbar nach Beginn des Mitteldrittels hauchte Reto Kobach den Oltnern mit seinem Anschlusstreffer das erhoffte Leben ein. Von diesem Zeitpunkt an sah man eine andere EHCO-Mannschaft auf dem Eis. Jetzt kamen die Pässe an, jetzt war Dynamik im Spiel nach vorne. Der Lohn waren drei Treffer in einem sehr unterhaltsamen Mitteldrittel. Wobei besonders dem Tor zum 3:3-Ausgleich durch Justin Feser eine Passstafette der Sonderklasse vorausgegangen war, welche durch einen blinden Backhand-Pass von Sami El Assaoui auf Feser gekrönt wurde.

Beaudoin immer noch mit Mühe

Dass die Oltner dennoch mit einem 3:4-Rückstand in die zweite Pause gingen, hatte ebenso seine Gründe. So sehr man sich im Spiel nach vorne steigerte und sich viele Chancen erarbeitete, so sehr liess man in der Defensivarbeit immer noch Wünsche offen. William Rapuzzis Treffer zum 3:2 in Unterzahl ging ein Fehler von Eric Beaudoin voraus. Der Kanadier, der zum zweiten Mal anstelle von Shayne Wiebe zum Einsatz kam, blieb auch in Visp mehrheitlich ein Fremdkörper im Spiel der Oltner. So ist er keine Verstärkung. Aber Trainer Heikki Leime bleibt nicht viel anderes übrig, als seinem dritten Ausländer vor den Playoffs so viel Auslauf wie möglich zu geben – in der Hoffnung, dass er in der entscheidenden Meisterschaftsphase doch noch einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Immerhin hinterliess am Ende das ganze Oltner Team ebendiesen bleibenden Eindruck, indem es sich im letzten Drittel dank eines Powerplay-Tors von Martin Wüthrich, der gestern überraschend im zweiten Block an der Seite von Beaudoin und Martin Ulmer auflief, doch noch einen Punkt sicherte. Dass die Punktausbeute nicht noch grösser wurde, hatten sich die Oltner selbst zuzuschreiben. In der Verlängerung schafften sie es nicht, eine Zweiminutenstrafe gegen die Visper bei vier gegen drei Feldspielern auszunützen. Und im Penaltyschiessen brachte nur Feser den Puck an Visp-Goalie Schoder vorbei, während auf der anderen Seite die erst 16-jährige SCB-Leihgabe Nico Hischier und Niki Altorfer für die Walliser trafen.

Zwei Punkte wären für die Oltner nach dem miserablen Auftritt in den ersten 20 Minuten aber ein zu guter Lohn gewesen. Im Hinblick auf die Playoffs, in welchen der EHC Visp der sehr gut mögliche Viertelfinal-Gegner ist, muss die Mannschaft endlich wieder die Konstanz finden, die sie im Dezember ausgezeichnet hat. Die Zeit der rätselhaften Auftritte sollte im Februar endgültig vorbei sein. (Marcel Kuchta)

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