Montag, 1. Mai 2017

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Ein teures «Stängeli» für Schneuwly


Der EHC Olten siegt erstmals in dieser Saison zweistellig und fegt Aufsteiger Winterthur mit 10:1 vom Eis.

BILDER
Fleissiger Punktesammler: Oltens Cédric Schneuwly (rechts) erzielte gegen Winterthur drei Tore und zwei Assists. (Bild: Hansruedi Aeschbacher)

Olten - Winterthur 10:1 (6:1, 1:0, 3:0)
3023 Zuschauer. – SR Marti/Urban, Gurtner/Wermeille. – Tore: 1. Gähler 0:1. 2. Schneuwly (Wüst, Ganz/Ausschluss Vesely) 1:1. 3. Homberger (Feser, Ganz) 2:1. 6. Ganz (Feser, Hürlimann) 3:1. 9. Schneuwly (Hirt, Kobach/Ausschluss Aerni) 4:1. 15. Romanenghi (Meister, El Assaoui) 5:1. 17. Wüthrich (Schwarzenbach, Meister/Ausschluss El Assaoui!) 6:1. 23. Hirt (Schneuwly) 7:1. 54. Wüst (Hirt, Schneuwly) 8:1. 57. Homberger (Feser, El Assaoui) 9:1. 58. Schneuwly 10:1. – Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Olten, 5-mal 2 Minuten gegen Winterthur.
Olten: Kevin Huber; Pargätzi, Ganz; El Assaoui, Meister; Schmuckli, Kobach; Schnyder, Bagnoud; Homberger, Feser, Schwarzenbach; Martin Ulmer, Romanenghi, Beaudoin; Hirt, Schneuwly, Wüst; Hürlimann, Wüthrich, Scherwey.
Winterthur: Oehninger (17. Etter); Gähler, Büsser; Grolimund, Mettler; Zuber, Steinauer; Weber; Thöny, Hoffmann, Hartmann; Staiger, Theodoridis, Aerni; Vesely, Celio, Wollgast; Zahner, Ottiger, Schärer.
Bemerkungen: Olten ohne Marco Truttmann (geschont), Aeschlimann, Ast, Ueli Huber und Wiebe (alle überzählig). 


                         
 

Dieser unterhaltsame Hockey-Sonntagabend provoziert Fragen über Fragen. Was ist nun das wahre Olten? Das Olten, das aus zwölf Schüssen im ersten Drittel sechs Treffer erzielt? Ein Olten also, das mit so viel Kaltblütigkeit im Abschluss selbst jede Nationalliga-A-Abwehr in Angst versetzen könnte? Oder ist es das Olten, das nach dem 6:1 gegen die schwächste NLB-Verteidigung während einer geschlagenen halben Stunde keinen einzigen Treffer zustande bringt? Ein Olten also, das gegen eine nur halbwegs konzentrierte NLA-Abwehr völlig chancenlos wäre? 

Trainer Heikki Leime sagt, das wahre Olten sei wohl eher jenes, das man zu Beginn der Partie gesehen haben. «Jeder wusste nach dem 6:1, dass die Partie gelaufen ist. Da kann der Trainer sagen, was er will.» Er sei alles in allem zufrieden. «Obwohl so früh alles klar war, haben wir diszipliniert weitergespielt. Es hat ein paar Szenen gegeben, die mit sehr gut gefallen haben.» Er meint die Tore, die seine Jungs nach schnellem Rhythmuswechsel herausgespielt haben, ganz speziell das 8:1 durch Philipp Wüst.

Auffallender Wille
Dieser Treffer in der 54. Minute war der Auftakt zu einem Finale, das Cédric Schneuwly teuer zu stehen kommt. Er musste hinterher gleich zwei Runden Bier für die ganze Mannschaft spendieren. Eine für den Treffer zum «Stängeli» 10:1 und einen für den Hattrick. «Das ist so abgemacht.» Zum ersten Mal hat er in der NLB in einem Spiel drei Treffer erzielt.

Der Schlussspurt, der Wille, dieses «Stängeli» doch noch zu vollenden, war auffallend. «Wir wollten den zehnten Treffer unbedingt» erzählt Schneuwly. «Wir sagten untereinander auf der Bank: Los, dieses Tor machen wir noch. Eigentlich wollten wir, dass Philipp Wüst die Runde Bier zahlen muss. Er ist bei dem Treffer mit mir gegen das Tor gelaufen und ich wollte ihm den Puck zuspielen. Aber er sagte: Go, Go. Und so habe ich halt selber den Abschluss gesucht.»

Offensive Ausgeglichenheit
Es ist diese Saison erst das zweite «Stängeli» in der Nationalliga – das andere ist das 10:1 von Ajoie gegen die GCK Lions – und der erste zweistellige Sieg der Oltner seit dem 9. Januar 2014. Damals ist der SC Langenthal mit 11:2 überrollt worden – und auch damals waren die Oltner, so wie gegen Winterthur, 0:1 in Rückstand geraten. 

Die Partie gegen den Aufsteiger war mit dem 3:1 nach knapp sechs Minuten entschieden. Auf den ersten Blick eignet sich dieses Spiel daher kaum für eine Analyse auf eine mögliche Playoff-Tauglichkeit. Aber auf den zweiten Blick lieferte dieses Spiel doch eine erfreuliche Bestätigung für eine ganz besondere Qualität der Oltner: die offensive Ausgeglichenheit. Die nominell dritte Linie mit Wüst, Schneuwly und Remo Hirt hat vier Treffer erzielt. Der EHC Olten ist das einzige NLB-Team, das mit drei verschiedenen Formationen Powerplay spielen kann.

Ausländer als Statisten
Manchmal mahnt diese «Offensiv-Maschine», diese Fähigkeit, den Druck aufrechterhalten zu können, ein wenig an die ZSC Lions. Es wird in den Playoffs für die Gegner nicht einfach sein, ein taktisches Konzept zu entwickeln. Sich auf die ausländischen Stürmer zu konzentrierten – was etwa gegen den SC Langenthal ein Konzept ist – wird gegen Olten kaum helfen.

Im Duell mit Winterthur waren die beiden ausländischen EHCO-Stürmer bei den Oltner Offensiv-Festspielen bloss in der Nebenrolle. Die Statistiker notierten 25 Skorerpunkte für die Oltner – aber nicht einen einzigen für Eric Beaudoin und nur drei für Justin Feser. (von Klaus Zaugg)

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