Samstag, 25. März 2017

Zofingen

8 bis 17°C

Der EHC Visp ist zurück im Geschäft


Der EHC Olten verpasst vor eigenem Publikum den vorentscheidenden, dritten Viertelfinalsieg gegen die Walliser und verliert 2:3.

BILDER
Hier war die Oltner Welt noch in Ordnung: Diego Schwarzenbachs Pirouette nach dem Ausgleichstreffer zum 2:2. (Bild: HR. Aeschbacher)

Olten - Visp 2:3 (0:0, 1:2, 1:1)

Kleinholz. – 5197 Zuschauer. – SR: Clément/Kämpfer (Jetzer/Kehrli). – Tore: 31. Feser (Wiebe) 1:0. 34. Leu (Locke, Heynen) 1:1. 40. (39:22) Botta (Schmutz, Rapuzzi; Ausschluss Wiebe) 1:2. 45. Schwarzenbach (Feser, Wiebe) 2:2. 53. Furrer (Eigentor Schneuwly) 2:3. – Strafen: Je 9-mal 2 Minuten gegen beide Teams.

Olten: Mischler; Kobach, Pargätzi; Meister, El-Assaoui; Bagnoud, Schnyder; Schmuckli; Wiebe, Feser, Schwarzenbach; Hürlimann, Romanenghi, Ulmer; Wüst, Schneuwly, Hirt; Scherwey, Wüthrich, Aeschlimann; Homberger.

Visp: Schoder; Bucher, Wollgast; Leu, Heynen; Wiedmer, Geiger; Guyenet; Dolana, Locke, Botta; Schmutz, Neher, Rapuzzi; Altorfer, Brunold, Furrer; Haberstich, Alihodzic, Schmidli; Hischier.

Bemerkungen: Olten ohne Truttmann, Burki und Ganz (alle verletzt). 59. Timeout Olten. 60. Timeout Visp. Olten ab 58:56 ohne Torhüter.

So war das nicht gedacht. Über 5000 Zuschauer pilgerten an diesem herrlichen, frühlingshaften Sonntag erwartungsfroh in die Kleinholz-Halle – und kehrten grösstenteils enttäuscht nach Hause zurück. Statt in der Playoff-Viertelfinalserie gegen den EHC Visp mit einem Heimsieg vorentscheidend auf 3:0 davonzuziehen, müssen die Oltner nach der 2:3-Niederlage nun versuchen, den aufstrebenden Kontrahenten aus dem Wallis so schnell wie möglich wieder in den Griff zu bekommen.

Es war beileibe nicht alles schlecht, was der EHC Olten im dritten Duell gegen den EHC Visp zeigte. Aber es war gegen einen Gegner, der sich – mit dem Messer am Hals – erheblich steigerte und aufopferungsvoll kämpfte, letztlich zu wenig. Die Oltner schafften es nie, den «Verzweiflungs-Level» des Gegners zu erreichen. Die Visper kamen, um den 0:3-Rückstand um jeden Preis zu verhindern, und setzten sich in einem zähen Abnützungskampf glücklich, wenn auch nicht unverdient durch. Ein Eigentor von Cédric Schneuwly besiegelte die Niederlage der Powermäuse. Auf den neuerlichen Rückstand, knapp acht Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit, hatte die Mannschaft von Trainer Heikki Leime keine Antwort mehr parat.

Erfolgloses Powerplay

Die Art und Weise, wie die Oltner die letzte Chance auf den Ausgleich während einer zweiminütigen Überzahl versemmelten, war symptomatisch für den gesamten Auftritt. Das Bemühen war da, der Kampfgeist auch. Aber auf dem «letzten Meter» fehlten die nötige Präzision und die Entschlossenheit. Dass man insgesamt sieben Powerplays ungenutzt verstreichen liess, passte ebenfalls ins letztlich für einen Sieg ungenügende Gesamtbild.

Für Heikki Leime hatte sich der schlechte Lauf der Dinge früh abgezeichnet: «Wir kamen nie in unseren Rhythmus. Die zwei Strafen gleich zu Beginn waren nicht gut für uns.» Der Finne vergass bei seiner Analyse aber nicht, den Gegner zu loben. «Visp spielte gut. Sie setzten uns unter Druck. Damit hatten wir Mühe.» Gleichzeitig betonte Leime auch, dass man der Niederlage nicht zu viel Gewicht beimessen dürfe: «Es war klar, dass wir nicht in vier Spielen durchmarschieren würden. Ich habe den Spielern gesagt, dass sie bereit sein müssen, über eine Serie mit sieben Spielen zu gehen.»

Etwas überraschend hatte das Trainerteam gegen die Maxime «Never change a winning team» verstossen und Shayne Wiebe anstellte des zuvor blassen Eric
Beaudoin zurück in die Mannschaft beordert. Wiebe fügte sich nahtlos ins Kollektiv ein, bereitete beide Oltner Tore vor und hinterliess einen guten Eindruck. «Es hat sich gut angefühlt, wieder zu spielen. Leider haben wir verloren», sagte der Kanadier zu seinem Comeback und fügte an: «Es ist immer schwierig, zuschauen zu müssen. Aber ich respektierte die Entscheidung der Coachs und versuchte, im Falle meiner Rückkehr, bereit zu sein.» Die Personalrochade auf der Ausländerposition hatte jedenfalls nichts mit der Niederlage zu tun. Schon eher beispielsweise der schwarze Abend von Zweitlinien-Center Matteo Romanenghi, dem wenig bis gar nichts gelang. So fehlte den Oltnern die offensive Tiefe, die sie zuletzt ausgezeichnet und gefährlich gemacht hatte.

Mit der Visper Intensität

Shayne Wiebe nahm die unglückliche und unerwartete Niederlage äusserlich jedenfalls gelassen hin: «So läuft es in den Playoffs. Wir haben nicht allzu schlecht gespielt, verloren aber wegen eines unglücklichen Abprallers. Es bleibt uns nichts anderes, als dieses Spiel abzuhaken und uns auf die Partie vom Dienstag vorzubereiten. Wir müssen in ihrer Halle mit derselben Intensität zu Werke wie die Visper bei uns», ortete der Kanadier das Steigerungspotenzial seiner Mannschaft am richtigen Ort.

Klar ist: Der EHC Olten ist nach der unerwarteten Heimniederlage nun wieder gefordert. Die Visper haben gestern ein klares Zeichen gesetzt und werden am Dienstag vor heimischer Kulisse alles daransetzen, die Serie auszugleichen. Es ist an den Oltnern, schnell wieder zu zeigen, wer der Chef im Ring ist. (Marcel Kuchta)

Kommentare zu diesem Artikel (0)
Kommentar zu diesem Artikel schreiben
Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.





Sie befinden sich hier: 

Home / RESSORTS / EHCO Mobile-Website anzeigen


Verlag

Zeitungen





Copyright 2016 © Zofinger Tagblatt