Mittwoch, 26. April 2017

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Vom siebten Himmel in die Hölle und wieder zurück


Der EHC Olten gewinnt eine Partie, in welcher er früh wie der sichere Sieger aussah und doch drohte, als grosser Verlierer vom Eis zu gehen. Nach einem denkwürdigen weil absolut verrückten Hockeyabend und dem 9:4-Sieg brauchen die Oltner noch einen Sieg, um die Playoff-Hürde Visp zu nehmen.

BILDER
Der Oltner Stefan Hürlimann trifft in der 11. Minute zum zwischenzeitlichen 2:0. (Bild: HR. Aeschbacher)

Olten - Visp 9:4 (3:1, 0:3, 6:0)

Kleinholz. – 5043 Zuschauer. – SR: Müller/Wirth, Dumoulin/Huguet. – Tore: 10. (9:59) Ganz (Ulmer, Schwarzenbach/Ausschluss Neher) 1:0. 11. (10:22) Hürlimann (Romanenghi) 2:0. 14. Ulmer (Schwarzenbach, Feser/Ausschluss Wiedmer) 3:0. 19. Altorfer (Furrer) 3:1. 24. (23:33) Rapuzzi (Ausschluss Ganz) 3:2. 25. (24:53) Locke 3:3. 28. Rapuzzi 3:4. 41. (40:56) Kobach (Schneuwly, Schwarzenbach/Ausschluss Locke) 4:4. 42. (41:29) Hürlimann 5:4. 48. Schneuwly (Wüst) 6:4. 50. Romanenghi (Ganz, Hürlimann) 7:4. 54. Feser (Ganz, Ulmer/Ausschluss Schmutz) 8:4. 55. Hirt (Schneuwly) 9:4. – Strafen: 10mal 2 Minuten gegen Olten, 12mal 2 Minuten gegen Visp.

Olten: Mischler; Pargätzi, Ganz; Kobach, Meister; Schnyder, El Assaoui; Schmuckli; Schwarzenbach, Feser, Ulmer; Hürlimann, Romanenghi, Wiebe; Wüst, Schneuwly, Hirt; Scherwey, Wüthrich, Aeschlimann; Homberger.

Bemerkungen: Olten ohne Burki, Truttmann (beide verletzt), Bagnoud, Beaudoin, Morini, Ast und U. Huber (alle überzählig); Visp komplett. Hürlimann und Bucher als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 27. Lattenschuss Wiedmer. 27. Timeout Olten. 40. Lattenschuss Ganz.

 

Dreizehn Tore in einem einzigen Playoff-Spiel, sechs davon im letzten Drittel, und erst noch alle für den EHC Olten – der gestrige EHCO-Auftritt war ein einziges Spektakel, eine Achterbahnfahrt sondergleichen. Mit 3:0 hatte der EHCO nach 14 Minuten in Front gelegen und musste doch froh sein, am Ende als Sieger vom Eis gegangen zu sein. So mochte man aufseiten der Oltner nach der Partie nicht gross darüber sinnieren, was gewesen wäre, wenn ... Wenn die Oltner gegen den EHC Visp die dritte Niederlage in Serie eingefangen hätten, obwohl sie einen absolut dominanten Auftakt in den fünften Playoff-Viertelfinal hingelegt hatten.

Viel war nach den letzten Spielen von der fehlenden Konsequenz gesprochen worden, davon, dass die Oltner zwar spielerisch überzeugten, den Playoff-Biss aber noch vermissen liessen. Die ersten zwanzig Minuten zeigten dann aber: Der EHCO kann auch anders. Da war von Beginn weg Dampf drin im Spiel nach vorne, der direkte Weg aufs Tor wurde gesucht, und immer wieder auch gefunden. Mit diesem neuen Element im Spiel der Oltner waren die Gäste so ziemlich überfordert.

Es war diese Kombination aus sehr sauberen Pässen aus der eigenen Defensive und dem ungemein grossen Drang auf das gegnerische Tor, mit welcher die Visper zu Beginn überhaupt nicht zurechtkamen. «Das war ein fast perfektes erstes Drittel», sagte Reto Kobach nach der Partie, «wir haben die Scheibe laufen lassen, spielten viel schneller als der Gegner und waren die deutlich bessere Mannschaft.» Mit den Gegentoren, spätestens aber nach dem Ausgleich zum 3:3, habe dann aber das grosse Nervenflattern begonnen, so der EHCO-Verteidiger.

Ehe sich die Gastgeber so richtig besannen, wurden sie von Visp quasi vom 7. Himmel ungespitzt in den Boden gerammt. Innert neuneinhalb Minuten kehrten die Walliser doch tatsächlich eine Partie, in welcher sie zuvor absolut kein Land gesehen hatten. So stark die Gastgeber bis zum 3:0 gespielt hatten, so fahrig setzten sie die Partie bis zum 3:4-Rückstand nach 27 Minuten fort, gestanden dem Gegner viel zu viel Raum und liessen die letzte Konsequenz vermissen.

Entscheidend sei gewesen, dass man auch in dieser schwierigen Phase ruhig geblieben sei, so Kobach. «Wir haben uns in der zweiten Pause gegenseitig aufgebaut, das war der Schlüssel zum Erfolg. Schliesslich wissen wir genau, wie wir gegen Visp zum Erfolg kommen können.» Und das bewiesen sie im letzten Abschnitt auf eine Art und Weise, welche beim fast schon bedauernswerten Gegner aus Visp Spuren hinterlassen haben dürfte. 6:0 lautete die makellose Torbilanz alleine in diesem Abschnitt, und sie hätte gar noch höher ausfallen können.

Zwar betonte Kobach, dass Visp keinesfalls aufstecken und morgen Sonntag noch härter auftreten und alles für den Sieg geben werde. «Wenn wir jetzt nicht mit der richtigen Einstellung ins Wallis reisen, dann weiss ich auch nicht mehr weiter. Wir haben heute ein Spiel gewonnen, nicht mehr, nicht weniger. Und wir wissen genau, wie wir in Visp auftreten müssen, damit wir auch noch ein weiteres Mal gewinnen.» (Michael Forster)

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