Samstag, 19. August 2017

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Wie damals, im September


Der EHC Olten vergibt in Visp beim 2:5 den ersten Matchpuck und muss zu Hause in die Belle.

BILDER
Verkehr, aber kaum Gefahr: Auf das Tor von Matthias Schoder wurde viel zu wenig Druck ausgeübt. (Bild: André Grossenbacher)

Es hätte ein Tag im September sein können. Draussen wehte eine Brise durchs grüne Rhonetal, weit oben auf den Bergspitzen lag Schnee. Drinnen in der Litterna spielten zwei Mannschaften auf eine Art und Weise gegeneinander, als wäre man soeben in die Saison gestiegen. Das harte Sommertraining noch in den Beinen, Missverständnisse hüben und drüben, fehlende Automatismen – so, wie es für eine frühe Phase in der Meisterschaft typisch wäre.

Stattdessen ging es in Spiel 6 der Playoff-Serie zwischen Visp und Olten bereits um alles oder nichts. Zumindest für die Walliser, welche, nach der 4:9-Packung vom Freitag, unter Druck standen. Die Oltner reisten mit der Erinnerung an ein 6:0 im Schlussdrittel nach Visp und schienen alle Vorteile auf ihrer Seite zu haben. Von jener Souveränität, die sie in den ersten und letzten 20 Minuten in Olten an den Tag gelegt hatten, war den Gästen aber nichts anzumerken. Diese lieferten in den ersten beiden Abschnitten eine Fehlpassorgie, wie man sie in dieser Serie noch nicht ansatzweise gesehen hatte. Das Passspiel war bis anhin denn auch das grösste Plus im Vergleich mit den Vispern. Weshalb es gestern so miserabel lief im Spiel nach vorne, dafür hatte auch Diego Schwarzenbach zuerst keine Antwort parat. «Wir haben viel zu kompliziert gespielt», meinte er schliesslich.

Es schien über weite Strecken, als ob die beiden Mannschaften ohne taktische Fesseln agieren würden. Als ob die beiden Trainer das Spiel in der Kabine verbracht und ihre Mannschaft sich selbst überlassen hätten. Luden die Oltner den Gegner mit den riskanten Pässen im eigenen Drittel geradezu ein zum erfolgreichen Abschluss, konnten sie ihrerseits immer wieder von grossen Unsicherheiten der Visper profitieren. Und so ging das Toreschiessen vorerst auch zu Beginn dieses Spiels weiter. Zusätzlich begünstigt durch die etwas eigene Regelauslegung von Head-Schiedsrichter Philipp Clément fielen auch in diesem ersten Abschnitt wieder fünf Treffer.

Fahrig, vor allem aber ohne Linie ging es im zweiten Abschnitt weiter. Mit dem Unterschied, dass keine weiteren Tore fielen und es beim 3:2 für die Gastgeber blieb. Dabei hätten die Oltner den nötigen Raum eigentlich vorgefunden, allein, sie machten rein gar nichts aus den vorhandenen Möglichkeiten. Ideenlos fuhren die Mannen von Heikki Leime einen Angriff nach dem anderen über die Seiten, ohne jegliche Gefahr vor Matthias Schoder heraufbeschwören zu können. «Uns fehlte der Drang aufs Tor», bestätigte Schwarzenbach, «wir fuhren mit der Scheibe ins Drittel, zögerten, und weg war die Chance.» So, bilanzierte er richtig, erziele man auch keine Tore.

Wie Sterben in Schönheit

Es war ein bisschen wie Sterben in Schönheit, was Olten in der Folge im Drittel des Gegners aufführte, immer in sicherer Distanz zum Tor. Denn auch gestern waren die Gäste irgendwie nicht bereit, «all in» zu gehen und den letzten Sieg in dieser Serie mit aller Konsequenz anzustreben. Braucht man das Messer am Hals für den vierten Sieg? «Wenn man auf die letzten zwei, drei Spiele zurückschaut, macht es fast ein wenig den Eindruck», musste Schwarzenbach einräumen. Doch jetzt folge Spiel 7, und damit habe man Erfahrung: «Jetzt dürfen wir auf keinen Fall mehr zögern und müssen das Tor suchen.» (Michael Forster)

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