Montag, 1. Mai 2017

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Der Auftritt des Zauberduos


Der EHC Olten steht nach dem 4:2-Sieg gegen Visp im Playoff-Halbfinal und trifft auf Ajoie

BILDER
Die Matchwinner für den EHC Olten: Justin Feser (links) und Marco Truttmann (rechts) – Fabian Ganz jubelt in der Mitte mit. (Bild: ae)

Olten - Visp 4:2 (2:1, 2:1, 0:0)
Kleinholz. – 5563 Zuschauer. – SR: Clément/Kämpfer (Jetzer, Kehrli). – Tore: 4. (3:06) Feser (Truttmann, Bagnoud) 1:0. 4. (3:21) Botta (Locke, Dolana) 1:1. 7. Feser (Truttmann, Ganz; Ausschlüsse Botta und Rapuzzi) 2:1. 25. Truttmann (Feser, Ganz) 3:1. 32. Ganz (Feser, Truttmann; Ausschluss Schmutz) 4:1. 39. Schmutz (Leu, Locke) 4:2. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Olten. 7-mal 2 Minuten gegen Visp.
Olten: Mischler; Pargätzi, Ganz; Kobach, Meister; Schnyder, El Assaoui; Bagnoud; Schwarzenbach, Feser, Truttmann; Wiebe, Romanenghi, Ulmer; Wüst, Schneuwly, Hirt; Scherwey, Wüthrich, Hürlimann; Aeschlimann.
Visp: Schoder; Bucher, Wollgast; Leu, Heynen; Wiedmer, Geiger; Guyenet; Schmutz, Neher, Rapuzzi; Dolana, Locke, Botta; Altorfer, Hischier, Furrer; Alihodzic, Brunold, Haberstich; Schmidli.
Bemerkungen: Olten ohne Burki (verletzt), Ast, Ueli Huber, Morini, Schmuckli, Homberger und Beaudoin (alle überzählig). Visp komplett. – 59. Pfostenschuss Schwarzenbach (ans leere Tor). Visp ab 58:00 ohne Goalie. 58:44 Time-out Visp.

Am Ende durften sie doch noch feiern, die Spieler des EHC Olten. Da sassen sie auf dem Eis vor der Südkurve und liessen sich von den Fans zum traditionellen Siegertanz animieren. Bis zum siebten und letzten Spiel der Playoff-Serie gegen den EHC Visp hatten sich die EHCO-Cracks gedulden müssen, ehe sie den Halbfinaleinzug zelebrieren durften. Es war ein ganz hartes Stück Arbeit, welches die Oltner abliefern mussten, um diesen hartnäckigen und unangenehmen Gegner letztlich in die Knie zu zwingen.

Im grossen Showdown vor über 5500 Zuschauer im Kleinholz zeigte die Mannschaft aber im richtigen Moment wieder die Qualitäten, die sie eben zu einer der besseren in der NLB macht. Die Oltner waren schneller, präsenter und aktiver als die Visper. Und sie machten bis auf eine kurze Phase gegen Ende des zweiten Drittels, auch in der Defensive einen stabileren Eindruck als in den letzten Begegnungen. Goalie Matthias Mischler war seiner Mannschaft in den wichtigen Momenten ein sicherer Rückhalt. Eine Schlüsselparade zeigte er kurz nach Beginn des zweiten Drittels gegen den Visper Topskorer Julian Schmutz. Er verhinderte damit den 2:2-Ausgleich der Oberwalliser. Kurze Zeit später gelangen den Oltnern die entscheidenden Treffer zum 3:1 und 4:1.

Vor allem das dritte Tor des EHCO war alleine das Eintrittsgeld wert. Marco Truttmann verwandelte aus der Drehung Backhand unter die Latte. Ein sensationeller Treffer, der später auch als «Game-winning-Goal» in die Statistik eingehen sollte. Ausgerechnet also Marco Truttmann war der Schütze dieses wegweisenden Tors. Ausgerechnet der Mann, der gestern Abend in Spiel 7 nach fünfwöchiger Pause sein Comeback gegeben hatte. Am Ende stand er mit einem Tor und drei Assists zu Buche. Was für eine Rückkehr! Dabei spielte «Trutti» nur, weil es am gestrigen Abend um Alles oder Nichts ging für seine Mannschaft: «Wenn es nicht Spiel 7 gewesen wäre, dann hätte ich nicht gespielt», sagte der EHCO-Stürmer, der nach der Partie herumhumpelte und sichtbar unter seinem schmerzenden Fuss litt. «Im Moment wirkt noch das Schmerzmittel. Dann muss ich schauen, wie sich der Fuss in den kommenden Tagen anfühlt. Erst dann kann ich entscheiden, ob ich am Freitag wieder spielen werde», blickte er voraus.

«Getruttet und gefesert»

Der andere Spieler, der von Marco Truttmanns Comeback enorm profitierte – und an dessen Seite sichtlich aufblühte, war Topscorer Justin Feser. Wie Truttmann war auch er letztlich an jedem Oltner Treffer beteiligt (2 Tore/2 Assists) – und erzielte dabei die wichtigen Tore zu Beginn, die das angespannte Nervenkostüm des Favoriten früh beruhigten. Die Visper bekamen die beiden wirbligen EHCO-Stürmer während der ganzen Partie nie in den Griff – sie wurden in Spiel 7 zwar nicht geteert und gefedert, dafür aber gewissermassen «getruttet» und «gefesert».

Wie kann man die Magie, die zwischen diesen beiden Spielern existiert, erklären? «Ich spiele sehr gerne mit Trutti zusammen. Er ist ein intelligenter Spieler und ich versuche, seine Aktionen zu lesen. Ich lasse ihn das Spiel machen und probiere den freien Raum auf dem Eis zu finden», versucht Justin Feser das perfekte Zusammenspiel in Worte zu fassen. Der Kanadier sprach davon, dass er selbst nicht daran geglaubt hätte, dass es ihm so gut laufen würde. «Aber manchmal hat man Glück, dass der Puck für die eigene Mannschaft läuft. Gerade das erste Tor war das beste Beispiel dafür.»

Noch einmal analysiert

Marco Truttmann war vor allem «für die Mannschaft glücklich», dass sie diese Prüfung bestanden hat. Die Saison geht für ihn und den EHC Olten weiter. Und die gestrige Feier mit den Fans soll nicht die Letzte gewesen sein. Olten hat nämlich im richtigen Moment zur gefährlichen Mischung aus Tempohockey und Aggressivität zurückgefunden und sich mit einem am Ende ungefährdeten 4:2-Sieg für die Halbfinals qualifiziert. Und das gegen eine Visper Mannschaft, welche von vielen unterschätzt worden sei, sagte Heikki Leime nach der Partie. «Wir haben sie am Nachmittag vor dem Spiel noch einmal gemeinsam analysiert: Visp hatte wirklich ein gutes Team, mit starken Einzelspielern.» Dass es schliesslich zum Weiterkommen gereicht hat, das sei, so der EHCO-Trainer, keine Selbstverständlichkeit. (Marcel Kuchta und Michael Forster)

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