Mittwoch, 23. August 2017

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Der EHC Olten gewinnt das erste Playoff-Halbfinalspiel gegen Ajoie mit 4:3 nach Penaltyschiessen.

BILDER
Martin Ulmer (links), hier an Ajoie-Keeper Gauthier Descloux gescheitert, brillierte vor allem bei seinem Treffer zum 3:3-Ausgleich. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Nationalliga B, Playoff-Halbfinal (best-of-7):
Erste Runde: Olten - Ajoie 4:3 n.P. (0:1, 2:1, 1:1, 1:0). Rapperswil-Jona - Martigny 4:3 n.V. (1:2, 2:0, 0:1, 1:0). 
Zweite Runde: Morgen Sonntag: Ajoie - Olten (18.15 Uhr). Martigny - Rapperswil-Jona (18.15). 

Olten - Ajoie 4:3 n.P. (0:1, 2:1, 1:1, 1:0 )
Kleinholz. – 5356 Zuschauer. – SR: Boverio/Erard, Dumoulin/Huguet. – Tore: 9. Barras (Hazen, Devos) 0:1. 32. Feser (Aeschlimann, El Assaoui) 1:1. 36. (35:27) Bagnoud (Hirt, Wüst/Ausschluss Mäder) 2:1. 37. (36:45) Hazen (Barras) 2:2. 48. (47:19) Tuffet (Diem, Kummer) 2:3. 49. (48:43) Ulmer 3:3. – Penaltyschiessen: Feser -, Ryser 0:1; Wüthrich 1:1, Devos 1:2; Schwarzenbach 2:2, Hazen -; Romanenghi -, Barras -; Hirt 3:2, Tuffet 3:3; Hazen -; Feser -; Devos 3:4, Wüthrich 4:4; Devos 4:5, Schwarzenbach 5:5; Devos -; Wüthrich -; Barras -; Feser 6:5. – Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen Olten, 10-mal 2 Minuten gegen Ajoie. 
Olten: Mischler; Ganz, Pargätzi; Kobach, Meister; Schnyder, El Assaoui; Bagnoud, Schmuckli; Schwarzenbach, Feser, Wiebe; Hürlimann, Romanenghi, Ulmer; Hirt, Schneuwly, Wüst; Scherwey, Wüthrich, Aeschlimann.
Ajoie: Descloux; Orlando, Ryser; Hauert, S. Barbero; Büsser, Rouiller; V. Barbero, Casserini; Barras, Devos, Hazen; Horansky, Kummer, Mosimann; Tuffet, Frossard, Leonelli; Staiger, Mäder, Diem.
Bemerkungen: Olten ohne Burki (verletzt), Truttmann (rekonvaleszent), Beaudoin, U. Huber, Ast, Homberger und Morini (alle überzählig); Ajoie ohne Paupe (verletzt), Dupertuis und Lüthi (beide überzählig). Mischler und Barras als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 45. Pfostenschuss Schneuwly. 70. Timeout Ajoie.

Das war knapp. Bereits der erste Halbfinal-Auftritt des EHC Olten gegen den HC Ajoie, notabene das erste Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in der doch schon 30-jährigen Geschichte der Playoffs, beinhaltete fast alles, was diese spezielle Phase der Meisterschaft ausmacht. Waren die Gäste zumindest im ersten Drittel die aktivere, aggressivere und gefährlichere Mannschaft, holten die Oltner die besseren Momente mit Fortdauer der Partie auf ihre Seite, um schliesslich in einem ganz schön dramatischen Penaltyschiessen als Sieger vom Eis zu gehen. 

So hoch die Emotionen bei erster Gelegenheit gingen, so brachte der erfreuliche Ausgang auch ein weinendes Auge. Mit Shayne Wiebe und Reto Kobach schieden gleich zwei Oltner frühzeitig aus. «Was die beiden genau haben, wird sich erst am Samstag zeigen», konnte oder wollte Sportchef Köbi Kölliker noch vor dem Ende der Partie nicht näher auf seine beiden «angeschlagenen» Spieler eingehen. 

Effizientes Forechecking
Ajoie verstand es vom ersten Anpfiff weg ausgezeichnet, die Pläne von EHCO-Trainer Heikki Leime auf eine harte Probe zu stellen. Ein ungemein effizientes Forechecking mit zumindest zwei Mann war der Grund dafür, dass die Oltner im eigenen Drittel immer wieder vor grosse Probleme gestellt wurden. Ruhe zu bewahren mit der Scheibe, wie es Leime vor dem Spiel gefordert hatte, wurde so vorerst zu einer unlösbaren Aufgabe. Anstatt in der eigenen Zone die Scheibe zu kontrollieren und zirkulieren zu lassen, wurde sie immer wieder zur Beute der Gäste.

So konnte kaum ein Angriff nach den eigenen Vorstellungen gefahren werden. Gelang die Auslösung für einmal, geriet der Express an der gegnerischen blauen Linie ins Stocken. Vor allem deshalb, weil viel zu wenig kompakt verschoben wurde. Häufig blieb als einziger Ausweg, die Scheibe tief zu spielen, wo sie eine Beute der gegnerischen Defensive wurde.

Besinnung auf eigene Stärken
Das Beste aus Oltner Sicht am ersten Drittel, welches die Gäste dank eines Treffers ihrer Paradelinie um Torschütze Steven Barras (9. Minute) mit 1:0 für sich entschieden, war noch, dass es relativ zügig über die Bühne ging und man sich so von der jurassischen Lawine erholen konnte.

Das Ziel musste einzig und alleine lauten, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen, nämlich, das Spieldiktat an sich zu reissen und mit der Scheibe etwas anzufangen. Mit Tempo aus dem eigenen Drittel nach vorne zu spielen, Chancen zu kreieren. So, wie es gegen Ende der ersten 20 Minuten ansatzweise geklappt hatte, wobei Martin Ulmers schöne Vorarbeit noch nicht zum Ausgleich verwertet werden konnte.

Olten präsenter
Die Mängelliste, welche die Oltner nach den ersten 20 Minuten gefasst hatten, war also relativ lang. Doch das Abarbeiten derselben gelang gar nicht schlecht. Olten war jetzt präsenter, näher dran am Gegner, spielte konsequenter und kompakter nach vorne. Das Resultat liess sich sehen: Erst glich Playoff-Topscorer Justin Feser die Partie zu Spielmitte aus, ehe Christopher Bagnoud (36.) mit seinem Treffer in Überzahl gar noch nachlegte.

Damit zeigte der EHCO-Verteidiger, dass Ajoie-Hüter Gauthier Descloux durchaus mehr als nur einmal pro Spiel zu bezwingen ist. Bagnoud schaffte das, was La Chaux-de-Fonds in seinen letzten fünf Viertelfinalpartien gegen die Jurassier nicht mehr gelungen war.

EHCO nun Herr im Haus
Einziger Wermutstropfen im zweiten Abschnitt war die schnelle Reaktion der Gäste auf den erstmaligen Rückstand, welchen der auffällige Jonathan Hazen mit dem 2:2 wettmachte. Dieser Treffer konnte aber nichts daran ändern, dass die Hausherren in der Folge auch als solche auftraten. Jetzt hatten sie die klareren Chancen, reagierten prompt – dank eines herrlichen Ulmer-Solos – auf das 2:3 durch Thimothé Thuffet, und hätten die Partie eigentlich noch in der regulären Spielzeit für sich entscheiden müssen.

Die Chancen dazu hätten sie vor allem im Powerplay gehabt, doch Stefan Hürlimann und Martin Ulmer, der später auch in der Verlängerung (66.) zum Matchwinner hätte werden können, verpassten klarste Möglichkeiten. So ging bereits der Aufgalopp in dieser Serie über die volle Distanz – und auch im Penaltyschiessen war nach je fünf Schützen noch lange nicht Schluss. Erst Justin Feser, als 20. Schütze, liess schliesslich Grün-Weiss jubeln. (von Michael Forster)

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