Freitag, 28. April 2017

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Die Chance zum Break verpasst


Der EHC Olten muss in Ajoie den 1:1-Ausgleich in der Playoff-Halbfinalserie hinnehmen.

BILDER
Ajoies Jonathan Hazen zieht ab – diesmal ohne Folgen für die Oltner Simon Schnyder, Matthias Mischler und Martin Wüthrich (von links). (Bild: Hr. Aeschbacher)

Nationalliga B, Playoff-Halbfinal (best-of-7):
Zweite Runde: Ajoie - Olten 2:1 (2:1, 0:0, 0:0); Stand: 1:1. Martigny - Rapperswil-Jona 0:1 (0:1, 0:0, 0:0); Stand: 0:2.
Dritte Runde: Dienstag, 8. März, 19.45 Uhr: Olten - Ajoie. Rapperswil-Jona - Martigny. 

Ajoie - Olten 2:1 (2:1, 0:0, 0:0)
Voyebœuf. – 2645 Zuschauer. – SR: Müller/Wirth, Huggenberger/Obwegeser. – Tore: 13. (12:04) Rouiller (Kummer, S. Barbero) 1:0. 14. (13:24) Hazen 2:0. 19. Ulmer (Romanenghi, Hürlimann)2:1. – Strafen: keine gegen Ajoie, 3-mal 2 Minuten gegen Olten.
Ajoie: Descloux; Hauert, S. Barbero; Büsser, Rouiller; Orlando, Ryser; Casserini; Tuffet, Frossard, V. Barbero; Staiger, Mäder, Mosimann; Barras, Devos, Hazen; Horansky, Kummer, Diem; Lüthi.
Olten: Mischler; Pargätzi, Ganz; Meister, El Assaoui; Bagnoud, Schnyder; Kobach; Schwarzenbach, Feser, Wiebe; Hürlimann, Romanenghi, Ulmer; Wüst, Schneuwly, Hirt; Scherwey, Wüthrich, Aeschlimann; Homberger.
Bemerkungen: Ajoie ohne Paupe (verletzt), Leonelli (krank) und Dupertuis (überzählig). Olten ohne Burki, Truttmann (beide verletzt), Beaudoin, U. Huber, Morini, Schmuckli und Ast (alle überzählig). Rouiller und Hürlimann als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 57:47 Timeout Olten. Olten ab diesem Zeitpunkt ohne Torhüter. 

Dass sowohl der EHC Olten als auch der HC Ajoie schnelles und attraktives Eishockey spielen können, das haben sie in der Qualifikation mehrfach bewiesen. Dass die Duelle zwischen den beiden Mannschaften in den Playoffs aber nach einem anderen Muster ablaufen, das bewies auch der zweite Vergleich in der umkämpften Playoff-Halbfinalserie. Im Vordergrund steht nicht mehr das Tempo und mit ihm viele Chancen auf beiden Seiten, sondern der Kampf.

Zwar erarbeiteten sich beide Teams Möglichkeiten für deutlich mehr als nur drei Tore, doch es fehlte vorab an der Effizienz, wie EHCO-Stürmer Philipp Wüst nach der 1:2-Niederlage meinte. «In den Playoffs kriegt man nicht allzu viele Chancen, deshalb ist es umso wichtiger, dass man sie auch nutzt.»

Hätte es eines Beispiels für die mangelnde Effizienz bedurft, Wüst hätte die 30. Minute wählen können. In einem schnellen Gegenstoss trieb Shayne Wiebe die Scheibe in einer 3:1-Situation vors Tor, verpasste dann aber das Zuspiel zum völlig freistehenden Mitspieler in der Mitte. Nicht nur in dieser Szene hätte man auch von einer mangelnden Coolness sprechen können.

Disziplinierter Gastgeber
Der Grund dafür, weshalb Olten in Pruntrut nach 60 Minuten als Verlierer vom Eis gehen musste, lag aber auch darin, dass die Gastgeber vor einer enthusiastischen Heimkulisse ganz einfach noch ein bisschen weniger zuliessen als der EHCO. Sie spielten ungemein diszipliniert, kassierten keine einzige Strafe und machten es den Gästen sehr schwierig, zu ihrem Kombinationsspiel zu finden.

Ihrerseits brillierten die Jurassier vor allem dann, wenn sie ihre Paradelinie mit den beiden Ausländern aufs Eis schickten. Bereits nach knapp vier Minuten wirbelten Philip-Michael Devos und Jonathan Hazen links und rechts von EHCO-Schlussmann Matthias Mischler, doch dieser behielt auf beiden Seiten die Übersicht. «Er hat mehrfach Fehler von uns ausgebügelt und uns im Spiel gehalten», richtete Philipp Wüst ein berechtigtes Lob in Richtung Mischler.

Ajoies Doppelschlag
Zu dieser doppelten Grosschance kam es nur, weil die Oltner die Scheibe in der eigenen Zone vertändelten. War dieser Puckverlust zumindest dem grossen Druck der Ajoulots zuzuschreiben, geschah jener in der 14. Minute völlig unbedrängt. Jonathan Hazen liess sich nicht zweimal bitten und erhöhte mit einem satten Schuss aus zentraler Position auf 2:0. Eine Minute zuvor hatte Matthias Mischler seine einzige Unsicherheit gezeigt – und prompt traf Anthony Rouiller von der blauen Linie zum 1:0.

Die Gäste waren nach dem ersten Abschnitt, welcher wie schon jener am Freitag klar an den Gegner ging, in allen Belangen gefordert. Allerdings mussten sie im Mitteldrittel zumindest nur mit einer Länge Rückstand in Angriff nehmen – dank Martin Ulmers platziertem Weitschuss, der in der 19. Minute am verdutzten Ajoie-Torhüter Gauthier Descloux vorbei zum 1:2-Anschlusstreffer ins Netz zischte.

Mit der relativ unverhofft verbesserten Ausgangslage im Rücken gelang es den Oltnern, die Fehlerquote deutlich zu senken und die Voraussetzung für ein sauberes Spiel nach vorne zu schaffen. Doch immer wieder blieb man im Vorwärtsgang an einem langen Stock oder einem kernigen Check des Gegners hängen, oder es fehlte in den Ecken an der letzten Konsequenz. Er glaube nicht, dass man vielleicht doch einen Tick zu wenig riskiert habe, sagte Philipp Wüst nach der ärgerlich knappen Niederlage. «Wir wissen vielmehr, dass wir unser Spiel durchziehen können – und dass es auch funktioniert.» (von Michael Forster)

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