Freitag, 24. März 2017

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Grosse Probleme gegen Ajoie


Olten verliert das dritte Playoff-Halbfinale mit 2:5 und liegt  in der Serie nun 1:2 zurück.

BILDER
Anstatt der Scheibe landet Cyrille Scherwey im Tor hinter Ajoie-Hüter Gauthier Descloux. (Bild: hr. Aeschbacher)

Olten - Ajoie 2:5 (1:1, 0:2, 1:2)
Kleinholz. – 5027 Zuschauer. – SR: Clément/Kämpfer, Jetzer/Kehrli. – Tore: 1. (0:46) Devos (Barras) 0:1. 10. Martin Ulmer (Wiebe, Romanenghi) 1:1. 24. Kevin Ryser (Hazen, Barras/Ausschluss El Assaoui) 1:2. 40. (39:25) Hauert (Devos, Hazen/Ausschluss Pargätzi) 1:3. 52. Devos (Hazen/Ausschlüsse Hirt; Orlando) 1:4. 56. Kobach (Feser, Marco Truttmann) 2:4. 60. (59:38) Hazen (Rouiller, Devos/Ausschluss Mosimann!) 2:5 (ins leere Tor).– Strafen: je 6-mal 2 Minuten.
Olten: Mischler; Ganz, Pargätzi; Meister, El Assaoui; Kobach, Bagnoud; Schnyder, Aeschlimann; Schwarzenbach, Feser, Truttmann; Wiebe, Romanenghi, Ulmer; Hirt, Schneuwly, Wüst; Scherwey, Wüthrich, Hürlimann.
Ajoie: Descloux; Orlando, Ryser; Büsser, Rouiller; Hauert, S. Barbero; Casserini; Barras, Devos, Hazen; Tuffet, Frossard, V. Barbero; Horansky, Kummer, Mosimann; Staiger, Mäder, Diem.
Bemerkungen: Olten ohne Burki (verletzt), Ast, U. Huber, Morini, Beaudoin und Homberger (alle überzählig); Ajoie ohne Paupe (verletzt), 7. Lattenschuss Ajoie. Olten ab 58:15 bis 59:39 ohne Torhüter und mit einem sechsten Feldspieler.

Jetzt hat es den EHC Olten also auch zu Hause erwischt. Nachdem die Dreitannenstädter den ersten Playoff-Halbfinal gegen Ajoie im Penaltyschiessen noch in extremis auf die eigene Seite hatte kippen können, waren die Gäste gestern nach 60 Minuten der verdiente Sieger. «Heute waren sie ganz einfach besser, das ist ein Fakt», fasste Romano Pargätzi den überhaupt nicht wunschgemäss verlaufenen dritten Vergleich mit dem HC Ajoie zusammen. Schwarzmalen wollte der EHCO-Verteidiger deswegen aber nicht. Obwohl man sehr wohl wisse, dass man nicht gut gespielt und der Gegner den zweiten Punkt absolut verdient habe. «Es ist ein Spiel, es steht 2:1. Es ist noch alles offen.»

Bis die Powermäuse vor eigener Kulisse in die Partie fanden, vergingen gut neun Minuten. Als Martin Ulmer jedoch die erste zwingende Torchance eiskalt zum 1:1-Ausgleich nutzte, drehte der bis dahin garstige Wind im Kleinholz. Die klar unterlegenen Oltner fanden auf einmal zu dem Spiel, mit dem sie in der NLB jeden Gegner dominieren können. Mit schnellem und präzisem Powerhockey wussten sie ihren Gegner zu überfordern und zu Strafen zu verleiten. Aber sie vermochten aus einer zweiminütigen doppelten Überzahl keinen Profit zu schlagen, weshalb es auch nach zwanzig gespielten Minuten noch immer unentschieden stand.

Die Hoffnung, der EHCO könnte im weiteren Verlauf des Spiels an diese Druckphase anknüpfen, zerschellte dann aber ziemlich rasch im mittleren Abschnitt. Zwar tauchte mit der fehlenden Kaltblütigkeit vorerst bloss ein altbekanntes Oltner Problem auf. Nach dem frühen 2:1-Führungstreffer von Kevin Ryser drückten die Powermäuse für einige Minuten vehement auf den Ausgleichstreffer, blieben aber erfolglos. Zu verspielt, zu unsortiert und zu wenig konsequent verhielten sich die Mannen von Trainer Heikki Leime vor dem gegnerischen Tor. Gleichzeitig blieben die Jurassier durch schnell ausgeführte Konter brandgefährlich und erteilten den Gastgebern eine Lehrstunde in Sachen Effizienz. Wenige Minuten vor Ende des zweiten Drittels bezwang Ajoie-Captain Jordane Hauert den machtlosen Matthias Mischler mit einem satten Schuss unter die Latte.

Kein wirkungsvolles Konzept

Einerseits spielte die Mannschaft von Heikki Leime nicht so schlecht, wie es das Resultat vermuten lässt, andererseits machte es den Anschein, als fänden die verzweifelnden Oltner Spieler kein wirkungsvolles Konzept gegen das aggressive und spielzerstörende Auftreten des Gegners. Romano Pargätzi verneinte zwar, dass man mit zu viel Respekt oder gar ängstlich agiert habe. «Wir hatten zuvor zwei ausgeglichene und enge Partien, heute spielten wir wirklich nicht unser Spiel. Deshalb hat Ajoie verdient gewonnen.»

Hoffnung kehrte zurück

Dies deshalb, weil die Gastgeber auch im letzten Abschnitt nicht besser den Tritt fanden. Statt selber zu agieren und Chancen zu erarbeiten, musste man reagieren. Zuerst auf das 1:4 in der 52. Minute, wobei Reto Kobach, knapp fünf Minuten vor dem Ende, mit dem zweiten Oltner Treffer noch einmal so etwas wie Hoffnung zurück ins Spiel brachte. Mit einem Treffer ins leere Tor sorgte dann aber Jonathan Hazen endgültig für klare Verhältnisse und den deutlichen 5:2-Sieg für die Gäste aus dem Jura.
Damit liegen die Oltner erstmals in diesen Playoffs im Hintertreffen. «Wir müssen jetzt ganz einfach mehr Energie aufs Eis bringen», ortete Pargätzi den entscheidenden Schwachpunkt. «Sie waren uns läuferisch überlegen, machten mehr Druck, kreierten mehr Chancen.» Weshalb letzteres den Oltnern gestern nicht gelang, wusste Pargätzi auch nicht: «Es war ganz einfach nicht unser Tag.» (mf, fso)

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