Dienstag, 28. März 2017

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In zehn Tagen vom Hero zu Zero


Nach dem Sieg in Spiel 7 gegen Visp war Heikki Leime der Held. Vier Spiele später sind er und Dino Stecher ihren Job an der Bande des EHC Olten los.

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Heikki Leime hat am ehesten Mühe damit, wie schnell seine Entlassung beim EHC Olten in den letzten Tagen abgelaufen ist. (Bild: key)

Nationalliga B, Playoff-Halbfinals (best of 7):
Fünfte Runde: Sonntag, 13. März: Olten - Ajoie (18.15 Uhr); Stand: 1:3. – Rapperswil-Jona steht nach dem 4:0 gegen Martigny bereits im Playoff-Final. 

Der EHC Olten und seine Trainer, das ist eine Geschichte für sich. In den letzten 13 Jahren ist genau ein Abgang ohne Nebengeräusche über die Bühne gegangen: Jener von Dan Ratushny im Frühsommer 2011, als der Kanadier in letzter Minute von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch gemacht hatte und in die DEL zu den Straubing Tigers wechselte.

Wie im aktuellen Fall von Heikki Leime (Erfolglosigkeit) blieb auch nach den Abgängen von Alfred Bohren (2004, während der Saison aus freien Stücken), Alex Stein (2006, zu wenig attraktives Spielsystem), Dino Stecher (2009, Freistellung/erreichte die Spieler nicht mehr), Colin Muller (2011, Entlassung/Erfolglosigkeit) und Scott Beattie (2014, Entlassung/Erfolglosigkeit) ein schlechter Nachgeschmack. 

Ein wenig überrascht
Dass es jetzt, nur gerade zehn Tage nach dem Erreichen der Playoff-Halbfinals, auch Heikki Leime erwischt hat, erstaunt also wenig. Ungeachtet der Oltner Trainer-Vergangenheit zeigte sich der Finne dennoch ein wenig überrascht darüber, wie es jetzt herausgekommen ist. «Klar, in diesem Beruf muss man auf alles gefasst sein», so Leime. Gleichzeitig verweist er auf die klar und deutlich formulierten Saisonziele des EHCO, nämlich ein Platz unter den ersten vier nach der Qualifikation sowie das Erreichen der Playoff-Halbfinals. Beide Vorgaben hatte er mit dem Sieg über Visp erreicht.

So hat der 53-Jährige am ehesten damit Mühe, wie schnell am Ende alles abgelaufen ist. «Nach jenem Spiel 7 gegen Visp wurde uns von allen Seiten dafür gratuliert, welch guten Job man abgeliefert habe.» Es folgte der Auftakt gegen Ajoie, mit dem Sieg im Penaltyschiessen und all den positiven Emotionen: «Da stimmte es in der Mannschaft in jeder Beziehung.» Dass er und Dino Stecher in der Folge den Draht zu den Spielern verloren hätten, sieht Leime nicht so. «Ich habe nicht das Gefühl, dass wir die Mannschaft nicht mehr erreichten.» 

(Zu) starkes Ajoie
Einen Grund dafür, dass die Spieler die Kurve nach dem knappen Auftaktsieg nicht mehr gefunden haben, findet Heikki Leime im Gegner Ajoie, welcher über eine sehr gute Mannschaft verfüge. Dass diese Erkenntnis keine Ausrede ist, haben die letzten Vergleiche gezeigt. Zudem hätten sich die Jurassier, vor allem auch dank ihrer Paradelinie, immer mehr in einen wahren Spielrausch gesteigert – «unterstützt» durch die (zu) vielen Strafen, welche sein Team genommen habe.

Während VR-Präsident Benvenuto Savoldelli den Verdacht äusserte, dass sich die Spieler viel zu sehr auf das System versteift hätten, geht eine mögliche Erklärung Leimes in die genau andere Richtung. «Dieses Gefühl hatte ich nicht. Die Spieler verkrampften sich vielmehr dabei, es besser machen zu wollen – und verloren dabei das Taktische fast ein wenig aus den Augen.» 

Gestörte Chemie
Die Ursachen für die unerfreulichen letzten Auftritte in den letzten Tagen zu suchen, ist die naheliegendste Lösung. Doch vielleicht liegen die Gründe auch etwas weiter zurück. Es sei, alles in allem, eine komische Saison gewesen, sagt Leime rückblickend. Er habe die ganze Zeit über Druck verspürt und praktisch nie in Ruhe arbeiten können – gleichzeitig habe man die bedingungslose Unterstützung von den Leuten um sich herum vermisst. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Chemie zwischen Sportchef Köbi Kölliker und dem Trainerduo schon seit langer Zeit nicht mehr stimmte. Nicht auszuschliessen, dass gerade diese Misstöne am Ende auch Auswirkungen auf die Leistung der Mannschaft hatten. 

Obwohl er das Vorgehen der Vereinsleitung im Grunde nachvollziehen kann, ist Heikki Leime mit der eigenen Leistung nicht unzufrieden. «Dino und ich haben einen guten Job gemacht. Über die ganze Saison gesehen ist alles mehr oder weniger so aufgegangen, wie wir das wollten.» Sie seien vielleicht nicht die besten Coaches – aber sie hätten bestimmt eine gute Arbeit abgeliefert. (von Michael Forster)

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