Mittwoch, 20. September 2017

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An der jurassischen Mauer zerschellt


Die Saison des EHC Olten endet mit einer 0:3-Niederlage gegen den HC Ajoie.

BILDER
Kein Durchkommen: Einmal mehr ist der überragende Ajoie-Torhüter Gauthier Descloux Endastion für die Oltner. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Nationalliga B, Playoff-Halbfinals (best-of-7):
Sechste Runde:
Ajoie - Olten 3:0 (1:0, 0:0, 2:0); Endstand: 4:2. 

Ajoie - Olten 3:0 (1:0, 0:0, 2:0)
Voyeboeuf, Pruntrut. – 3110 Zuschauer. – SR: Müller, Wirth (Huggenberger/Progin). – Tore: 16. Barras (Hazen) 1:0. 55. Büsser 2:0. 58. Kummer (Barras, Hazen/ins Leere Tor) 3:0. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Ajoie. 2-mal 2 Minuten gegen Olten.
Ajoie: Descloux; Hauert, Casserini; Büsser, Ryser; Orlando, Simon Barbero; Pouilly; Barras, Devos, Diem; Horansky, Kummer, Hazen; Staiger, Mäder, Mosimann; Tuffet, Frossard, Victor Barbero; Leonelli.
Olten: Kevin Huber; Pargätzi, Ganz; Kobach, Schnyder; Schmuckli, El Assaoui; Meister; Wüst, Feser, Truttmann; Wiebe, Hürlimann, Aeschlimann; Scherwey, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach, Romanenghi, Ulmer; Wüthrich.
Bemerkungen: Ajoie ohne Rouiller (krank). Olten ohne Homberger und Burki (beide verletzt) sowie Ueli Huber, Paolo Morini und Ast (alle überzählig). Olten ab 57:26 bis 57:49 sowie ab 58:56 ohne Goalie.

Aus, vorbei, Ende, Schluss. Der EHC Olten hat in Pruntrut seine Abschiedsvorstellung der NLB-Saison 2015/16 gegeben und das sechste Duell der Halbfinalserie gegen den HC Ajoie mit 0:3 verloren. Das Spiel war symptomatisch für eine Playoff-Serie, in welcher die Oltner gegen einen hartnäckigen und gut organisierten Gegner nie ein nachhaltiges Rezept fanden. Die Jurassier agierten erneut unheimlich diszipliniert und liessen dem EHCO kaum Raum zur Entfaltung.

Und sie hatten mit Gauthier Descloux einen überragenden Torhüter in ihren Reihen, der die Oltner Stürmer gleich reihenweise zur Verzweiflung trieb. Im übertragenen Sinne zerschellte der EHC Olten nicht nur in diesem, entscheidenden Spiel, sondern während der ganzen Serie an dieser jurassischen Mauer. In Pruntrut liess U20-Nationalgoalie Descloux in drei Spielen nur zwei Gegentreffer zu, in allen sechs Begegnungen nur deren elf. Das sind fantastische Werte. 

Die vergebenen Grosschancen
Eines konnte man den Powermäusen in Spiel sechs im Gegensatz zur 1:6-Schmach am Freitag nicht vorwerfen: mangelnden Einsatz. Die Oltner fanden gut ins Spiel und hatten durch Diego Schwarzenbach und Philipp Wüst gleich zu Beginn zwei sehr gute Chancen auf den Führungstreffer. «Wenn wir dort das 1:0 erzielen, dann entwickelt sich das Spiel ganz anders», trauerte Interims-Headcoach Eric Beaudoin den verpassten Möglichkeiten nach.

«Dann machen wir einen Fehler und sie das Tor», verwies auf der Kanadier auf einen völlig verpatzten Einsatz, der nach mehreren Fehlpässen und Puckverlusten mit dem Führungstreffer der Ajoulots durch Steven Barras endete (16. Minute). 

Was folgte, wirkte ein wenig so, wie wenn sich ein Hamster im Hamsterrad abmüht. Die Oltner rannten dem Rückstand hinterher, die Mannschaft von Trainer Gary Sheehan tat das, was sie schon während der ganzen Serie meisterhaft beherrschte: Sie hielten den EHCO auf Distanz – und hatten in den entscheidenden Augenblicken auch das Glück des Tüchtigen. «Wir kamen nicht so ins Spiel, wie wir uns das vorgestellt hatten. Aber Kompliment an Ajoie: Sie haben sehr hart gekämpft», fand Oltens Captain Stefan Hürlimann lobende Worte für den Gegner. 

Doppelte Überzahl ungenutzt
Im Verlauf der Partie machte sich aufseiten der Oltner immer mehr dieses typische Gefühl breit, dass man noch bis am nächsten Tag spielen könnte, ohne dass der Puck einmal im Tor des Gegners landen würde. «Es war untypisch, dass wir so wenige Tore geschossen haben. Das Selbstvertrauen hat wohl ein wenig gefehlt. Ansonsten konnten wir uns die ganze Saison auf unsere Offensive verlassen, und schafften so auch einige Comebacks», bedauerte auch Hürlimann den plötzlichen Leistungsabfall der Oltner Angriffsabteilung.

Spätestens, als der EHCO im letzten Drittel beim Stand von 0:1 eine knapp 30 Sekunden dauernde doppelte Überzahl ungenutzt verstreichen liess, war klar, dass dieser Abend und somit die Saison kaum mehr erfreulich enden würde. Auch in dieser Phase fehlte den Oltner Spielern die allerletzte Überzeugung, die es gebraucht hätte, um diesen hartnäckigen Gegner noch einmal in Bedrängnis zu bringen.

Fehlende Energie
Offensichtlich mangelte es bei den designierten Leistungsträgern wie Justin Feser oder Marco Truttmann schlicht und einfach auch an der Energie (und der Gesundheit), um dem EHCO den dringend benötigten Impuls in der Offensive zu verleihen. Im Bereich der Ausländer zogen die Oltner im Vergleich zu Ajoie ganz klar den Kürzeren. Philip-Michael Devos absolvierte in jedem Spiel ein Mammutpensum und fiel trotzdem nie ab. Ebenso wenig sein kongenialer Partner Jonathan Hazen, der die EHCO-Hintermannschaft permanent plagte.

Aufseiten der Oltner spielte Shayne Wiebe während der ganzen Serie überhaupt keine Rolle. Sein potenzieller Ersatzmann Eric Beaudoin musste als Coach von draussen mit ansehen, wie die Saison zu Ende ging. 

Immerhin: Kevin Huber machte im Tor wiederum beste Werbung in eigener Sache. Wenn man bei den Oltnern etwas bedauern muss, dann ist es die Tatsache, dass man den Goalie zu spät wechselte. Sportchef Köbi Kölliker sollte sich gut überlegen, ob er Huber nicht doch noch einen Vertrag für die kommende Saison anbieten möchte. Leider hat man jetzt ja genügend Zeit, sich mit den diversen Personaldossiers auseinanderzusetzen. (von Marcel Kuchta)

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