Sonntag, 25. Juni 2017

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Die eine Strafe zu viel


Der EHC Olten unterliegt zum Saisonauftakt dem EHC Visp mit 1:2.

BILDER
Bittere Niederlage: Der EHC Olten musste in der Schlussminute einen Gegentreffer hinnehmen. (Bild: HR. Aeschbacher)

Olten - Visp 1:2 (1:0, 0:1, 0:1)

Kleinholz. – 3346 Zuschauer. – SR: Clément, Micheli/Rebetez. – Tore: 16. Mäder (Wüst, Gedig/Ausschluss Thibaudeau) 1:0. 24. Thibeaudeau (Neher, Heynen/Ausschluss Tobias Bucher!) 1:1. 60. (59:27) Rapuzzi (Camperchioli, Dolana/Ausschlüsse Grieder, Cedric Schneuwly) 1:2. – Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen Olten, 5mal 2 Minuten gegen Visp.

Olten: Mischler; Kobach, Gedig; Grieder, Rouiller; Pargätzi, Meister; Schnyder, Ast; Aeschlimann, Feser, Truttmann; Wüst, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach, Diem, Ulmer; Hürlimann, Mäder, Huber.

Visp: Schoder; Camperchioli, Dubois; Wiedmer, Burren; Tim Bucher, Wyssen; Kühni, Heynen; Tobias Bucher, Rapuzzi, Dolana; Thibaudeau, Neher, Furrer; Lindemann, Alihodzic, Botta; Djerrah, Ritz, Sturny.

Bemerkungen: Olten ohne Sahli, Morini (beide überzählig) und Bagnoud (gesperrt). Visp ohne Brunold (krank) und Rheault (verletzt).

Er lacht, er grölt, er reisst Witze. Das ist Daniel Steiner am Dienstagmorgen am offiziellen Fototermin des EHC Olten. Alles schien darauf ausgerichtet zu sein, dass er, der langjährige NLA-Stürmer, am Freitagabend mit Olten in die neue Saison starten wird. Doch dann, wenige Stunden vor Saisonbeginn, muss der EHC Olten die unerfreuliche Meldung bekannt geben, dass, die sich liest wie eine vorzeitige Niederlage: Daniel Steiner wird vorerst kein Pflichtspiel für den EHC Olten bestreiten.

Daniel Steiner und Kevin Schläpfer. Hier der eigenwillige, hocherfahrene NLA-Stürmer, dort der ehrgeizige Biel-Trainer, der stets unverblümt sagt, was er denkt. Zwei Persönlichkeiten, die seit dem Frühsommer das Heu nicht mehr auf der gleichen Bühne haben. Die Konsequenz: Steiner muss den EHC Biel verlassen, die Seeländer planen ohne fortan ohne ihn. Doch mit der entsprechenden Vertragsauflösung tun sich die beiden Parteien bis heute schwer. Auf Anfrage des «Oltner Tagblatts» bestätigt Martin Steinegger, Sportchef beim EHC Biel, dass die beiden Parteien bislang auf keinen grünen Zweig gekommen sind. Es liegt auf der Hand, dass es um viel Geld geht und keiner von seiner Position abweichen will. Oder liegt noch viel mehr im Argen? «Auf keinen Fall. Wir wollen Dänu Steiner keine Steine in den Weg legen, aber wir lassen ihn auch nicht um jeden Preis ziehen. Olten ist eine Sache, aber es geht auch darum, dass er in einem anderen NLA-Team unterkommen könnte und plötzlich gegen uns spielt, was wir nicht akzeptieren wollen», so Steinegger. Beim EHCO bedauert man die derzeitige Situation, betont jedoch, dass die Türen für Steiner jederzeit offen seien: «Wir konnten uns mit Biel einigen. Es geht nun um eine Restsumme, über die Steiner und Biel zu verhandeln haben», so Oltens Sportchef Köbi Kölliker.

Schreckmoment im Kleinholz

Im Zuge des Transferpokers um Steiner erscheint die geglückte Verpflichtung von Mittelstürmer Ramon Diem von den GCK Lions beinahe als Randnotiz. Der 22-jährige Neuzuzug war gestern gegen Visp das Sinnbild der Oltner: Druckvoll, aufsässig, erarbeitete sich viele Chancen, doch der Torerfolg blieb aus. Lediglich Neo-Oltner Stefan Mäder lenkte das Spiel zu Beginn in die richtigen Bahnen (16’), als er nach einem Gedig-Schuss in Überzahl am schnellsten reagierte und die freiliegende Scheibe zwischen den Beinen von Torhüter Schoder vorbeischob. Die Druckphase der Oltner nahm anschliessend von Minute zu Minute ab. Wie verschlafen lief der EHCO ins offene Messer. Die Oltner konnten nach je einer Strafe auf beiden Seiten für rund eine Minute in Überzahl agieren, in der sie die Scheibe jedoch keine Sekunde unter Kontrolle hatten und prompt den Ausgleichstreffer von Visps Nicola Thibaudeau hinnehmen mussten (25’). Apropos Thibaudeau: Einen Schockmoment erlebten die 3346 Zuschauer im Kleinholz kurz vor Ende des zweiten Drittels. Nach einem harmlos scheinenden Banden-Zweikampf blieb Visps Torschütze liegen. Im Stadion herrschte kurzzeitig eine Stille, die die EHCO-Fans zuletzt am 5. März 2013 erlebten, als sich Ronny Keller schwer verletzte. Nach dem Spiel kam aus dem Lager der Oberwalliser Entwarnung. Thibaudeau sei ansprechbar und mit Verdacht auf Hirnerschütterung ins Spital gebracht worden.

Hektische Schlussphase

Der EHC Olten suchte im Schlussdrittel das Siegestor vehement. Doch durch zwei umstrittene, aber dennoch unnötige Strafen in den letzten zwei Minuten schlugen sich die Powermäuse schliesslich selber. Die Gäste liessen sich nicht zweimal bitten und verbuchten eine halbe Minute vor der Schlusssirene in doppelter Überzahl den Siegestreffer.

Trainer Maurizio Mansi sah im Gegensatz zu den Fans die Schuld weniger bei den Referees. Vielmehr nervte er sich über die vielen Strafen, die sein Team nahm: «Das rächt sich. Wir waren undiszipliniert. Wir müssen es heute gegen Langenthal besser machen.» Dies wiederum ohne Daniel Steiner. (von Silvan Hartmann)

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