Donnerstag, 29. Juni 2017

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«Wir müssen über die Bücher»


Der EHC Olten unterliegt dem NLB-Überraschungsteam Winterthur mit 2:3 nach Verlängerung. Es fehlt die letzte Entschlossenheit. 

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Justin Feser (links) setzt die Scheibe zwölf Sekunden vor Schluss an den Pfosten. (Bild: André Grossenbacher)

Die aktuelle NLB-Tabelle finden Sie hier.

Olten - Winterthur 2:3 n.V. (0:0, 2:2, 0:0, 0:1)
3631 Zuschauer. – SR Clément, Dreyfus/Rebetez. – Tore: 23. Feser 1:0. 25. Huber (Mäder, Bagnoud) 2:0. 28. (27:14) Thöny (Fadri Lemm) 2:1. 28. (27:35) Pulis (Beeler, Homberger) 2:2. 64. (63:27) Thöny (Oehninger!) 2:3. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Olten, 7-mal 2 Minuten gegen Winterthur.
Olten: Mischler; Kobach, Rouiller; Gedig, Aeschlimann; Pargätzi, Meister; Bagnoud, Schnyder; Wüst, Feser, Truttmann; Hürlimann, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach (Topskorer), Diem, Ulmer; Morini, Mäder, Huber.
Winterthur: Oehninger; Leu, Molina; Büsser, Weber; Steinauer, Zuber; Hurter; Thöny (Topskorer), Keller, Fadri Lemm; Beeler, Homberger, Pulis; Bader, Hoffmann, Staiger; Tonndorf, Schärer, Ganz.
Bemerkungen: Olten ohne Grieder (verletzt) sowie Ast, Sahli (beide überzählig). Truttmann in der 9. Minute mit Cut über dem Auge verletzt ausgeschieden.

Es ist die Szene, die das Spiel nicht sinnbildlicher beschreiben könnte: Die letzten Sekunden im dritten Drittel laufen runter, da kommt Oltens Curtis Gedig an der blauen Linie zu einem letzten Abschluss. Winterthurs Torhüter Remo Oehninger lässt abprallen. Und dann vollbringt Justin Feser das Kunststück, die unmittelbar vor der Torlinie freiliegende Scheibe an den Pfosten zu hämmern.

Kein Oltner Zusatzpunkt
In der Verlängerung rennt der EHC Olten einmal mehr an. Selbst ein siebtes Powerplay bleibt ungenutzt. Schliesslich kommt es, wie es kommen muss: Zu dritt stehen die Oltner nach dem Motto «Alles oder nichts» vor dem gegnerischen Tor und bringen den 54. Schuss nicht im Winterthurer Tor unter. Dann macht EHCW-Torhüter Oehninger das Spiel schnell, spielt einen 30-Meter-Pass auf Topskorer Gian-Andrea Thöny. Dieser zieht alleine auf EHCO-Schlussmann Matthias Mischler los und sichert den Gästen eiskalt den Zusatzpunkt. Es war der erst 24. Schuss der Winterthurer. 2:3 nach Verlängerung.

Viele der 3631 Zuschauer reagieren mit Pfiffen. Die Halle leert sich nach Spielschluss erstaunlich schnell. Stefan Hürlimann verwirft die Hände: «Wir haben das Spiel aus der Hand gegeben, dumme Fehler begangen. Wir agierten zu wenig intensiv, zu wenig druckvoll. Und das Powerplay war katastrophal. Wir müssen über die Bücher», sagt der EHCO-Captain unverblümt. 

Ungeliebte Eigenschaften
Wendiger, lauffreudiger, technisch versierter. Es sind die positiven Attribute, die der EHC Olten in dieser noch jungen NLB-Saison gegenüber der Konkurrenz umzusetzen pflegt und nicht zuletzt deshalb auf den Topplätzen mitmischt. Doch die Dreitannenstädter tragen auch die ungeliebten Eigenschaften auf sich, die beim Gegner immer wieder Hoffnung aufkommen lassen: Inkonsequenz, fehlende letzte Entschlossenheit. Es sollte sich gegen NLB-Überraschungsteam Winterthur rächen.

Dabei sieht zunächst alles nach einem souveränen Sieg aus. Nach einem eher verschlafenen Startdrittel auf beiden Seiten eröffnet Justin Feser mit seinem ersten Saisontreffer das Skore (23. Minute). Nur zwei Minuten später erhöht Ueli Huber – ebenfalls mit seiner Saisontor-Premiere – auf 2:0. Die Oltner hätten zu dieser Spielzeit dennoch deutlich höher führen müssen. Auch in einer doppelten Überzahlsituation im Startdrittel gelingt dem EHCO keinen Torerfolg, nichts Inspirierendes, nichts Überraschendes, nichts Erfolgreiches.

Heftiger Doppelschlag
Just in einer Phase, in der der EHC Olten im Mitteldrittel Fahrt aufnimmt und das Spiel zu dominieren scheint, wissen die Winterthurer Klassestürmer Gian-Andrea Thöny sowie Radovan Pulis innerhalb von nur 21 Sekunden mit zwei Kontern auszugleichen. Von dem unerwarteten Doppelschlag erholt sich der EHC Olten nie mehr wirklich. 

Als wäre die unnötige Niederlage nicht bitter genug, musste der EHCO vor Spielbeginn eine Hiobsbotschaft hinnehmen: Verteidiger Marc Grieder fällt für rund vier Wochen aus. Der Neuzugang zog sich im Cupspiel gegen die Argovia Stars einen Teilanriss des Innenbandes zu. (von Silvan Hartmann)

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