Sonntag, 28. Mai 2017

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Plötzlich Penaltyheld


Nach dem 4:3-Sieg gegen La Chaux-de-Fonds ist Ueli Huber beim EHC Olten der Aufsteiger.

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EHCO-Matchwinner Ueli Huber (Mitte) im Zweikampf mit David Stämpfli. (Bild: André Grossenbacher)

Als der Heimsieg des EHC Olten gegen La Chaux-de-Fonds nach Penaltys perfekt war, hatte sich ein Kreis geschlossen. Und nur einer hatte es nicht bemerkt: Ueli Huber. Dessen grosser Abend begann in der 15. Minute, als EHCO-Torhüter Dominic Nyffeler den wirbligen Flügelstürmer mit einem langen Flippass lancierte. Der gebürtige Luzerner nutzte in der Folge den Sturz von La-Chaux-de-Fonds-Verteidiger Patrick Zubler dankend zu einem zügigen Rush auf Remo Giovanninis Tor aus – dem Neuenburger Schlussmann blieb nur das Nachsehen.

Wie Ueli Huber berichtet, hatte Torhüter Nyffeler im Training mit einem Weitschuss den leeren Kasten getroffen und er meinte, er würde dies im Match wiederholen. «Nun wurde es halt ein Pass», witzelt Huber hinterher. 

Unerwarteter Schütze
Dass dem 21-jährigen Flügelstürmer der vierten Linie gegen den NLB-Spitzenreiter ein ausgezeichnetes Spiel gelang, war auch EHCO-Trainer Maurizio Mansi nicht entgangen. Er schenkte Ueli Huber viel Vertrauen und schickte ihn in der Verlängerung aufs Eis. Als das Penaltyschiessen Tatsache wurde, nahm Ueli Huber auf der Bank Platz. «Ich weiss nicht, ob er es extra gemacht hat, aber der Coach kam erst zwei Sekunden vor dem Penalty und sagte: ‹Komm, geh›», erzählt Huber.

Abgebrüht setzte Ueli Huber seinen kurzfristig gefassten Penalty-Plan um – Remo Giovannini war geschlagen. Huber wendete ab, ohne gross zu jubeln, und wurde prompt von seinen Teamkollegen überrannt und an die Bande gedrückt. «Als er drin war, hab ich zunächst gar nicht bemerkt, dass wir nun gewonnen haben. Es ging ein bisschen zu schnell», sagt der gefeierte Held des Vorabends und lacht am Tag danach über die Szene. 

Mansis Vertrauen
«Es ist natürlich schön, wenn es so aufgeht, aber es heisst nicht, dass es immer so läuft. Deswegen habe ich es umso mehr genossen», weiss der Aufsteiger im EHCO-Kader das von Maurizio Mansi entgegengebrachte Vertrauen zu schätzen. In seiner Rookie-Saison biss der technisch begabte Stürmer unter Heikki Leime hartes Brot, figurierte 24-mal auf dem Matchblatt, musste sich jedoch oft mit der Rolle des 13. Stürmers begnügen. «Ich wusste ja, als ich hierhin kam, dass es ein Topteam der NLB ist», sagt Ueli Huber, «daher war ich nur schon froh, nach dem Tryout einen Vertrag unterschreiben zu können.»

Nach Ausbildungsjahren bei Luzern und Zug ist Olten für Ueli Huber erst die dritte Station. Der Schritt von den Nachwuchsabteilungen ins NLB-Klima ist ihm geglückt. Am Mittwoch wird Huber gleich nochmals mit einem höheren Level konfrontiert, wenn ihm und seinen EHCO-Teamkollegen im Schweizer Cup die gestandenen NLA-Spieler des EV Zug gegenüberstehen.

Intakte Chancen
Ueli Huber glaubt an die Oltner Chancen, gegen das NLA-Spitzenteam seines Ausbildungsklubs bestehen zu können. «Wenn wir defensiv gut spielen und uns keine individuellen Fehler leisten, ist alles möglich», sagt er. Die beiden EHCO-Coaches werden am Freitag den EVZ «scouten», um ihre Schützlinge bestmöglich auf den Cup-Fight vorzubereiten.

Aber auch gegen den Oberklassigen aus Zug wird Maurizio Mansis Maxime Gültigkeit haben: «Es gibt keinen Ersatz für harte Arbeit – es ist der Preis, den wir für den Erfolg bezahlen müssen.» (von Yann Schlegel)

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