Freitag, 24. März 2017

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Kein «Larifari-Bonus» für die Oltner


Der Achtelfinal-Gegner der Dreitannenstädter, der EV Zug, setzt alles daran, den Schweizer Cup zu gewinnen. Um endlich einen Pokal zu holen.

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So ein Pech. Ausgerechnet der EV Zug. Es ist nicht die sportliche Qualität alleine, die das NLA-Spitzenteam Zug zum schwerstmöglichen Gegner für die Oltner macht. Was viel mehr ins Gewicht fällt: Die Zuger nehmen den Cup dieses Jahr ganz offiziell ernst. Was auch Cup-Chef Willi Vögtlin zu schätzen weiss: «Die Professionalität der Zuger ist vorbildlich und sollte eigentlich selbstverständlich sein.»

Zugs Sportchef und Chefdiplomat Reto Kläy hütet sich gewöhnlich vor klaren Stellungnahmen wie der Teufel vor dem Köpfler ins Weihwasserbecken. Doch jetzt spricht er Klartext. Das lässt aufhorchen. Er gesteht, dass die Zuger die beiden ersten Austragungen des Cups im Herbst 2014 und im Herbst 2015 nicht ernst genommen haben. «Es ist nicht akzeptabel, wie wir aufgetreten sind. Das darf sich nicht wiederholen. Wir wollen im Cup etwas erreichen.»

Keine leeren Worte
Und trotz dieser nun offiziell eingestandenen «Larifari-Einstellung» hat Zug vor etwas mehr als einem Jahr am 29. September die Oltner im Kleinholz in der ersten Runde 3:2 besiegt. Die Zuger haben 2014 die erste Runde mit einem 7:1 gegen den Erstligisten Winterthur und 2015 mit eben diesem 3:2 in Olten überstanden. Aber im zweiten Durchgang war schon Lichterlöschen: 2014 gegen die ZSC Lions (1:4) und 2015 mit einem blamablen 3:9 gegen den SC Bern.

Dass nun im Cup keine Gefangenen mehr gemacht werden und die Ankündigung des Sportchefs nicht einfach leere Worte sind, hat Zug in der ersten Runde am 27. September bewiesen. Sie putzten den Berner Kult-Erstligisten Wiki-Münsingen unerbittlich mit 10:1 vom Eis. Der EHC Olten wird also heute nicht vom sonst üblichen «Larifari-Bonus» des Favoriten profitieren.

Andere Ausgangslage
Der Cup-Ehrgeiz der Zuger ist bemerkenswert. Meister Bern hat beispielsweise mit einer absichtlichen Niederlage in der ersten Runde gegen die Ticino Rockets (1:2 nach Penaltys) das Ausscheiden herbeigeführt – gegen den NLB-Tabellenletzten, der in der Meisterschaft noch kein Spiel gewonnen hat. Mit der offiziellen Ausrede, die Belastung durch Meisterschaft und Champions Hockey League sei zu gross.

Die Ausgangsalge für den EV Zug ist anders. Erstens hat dieses Hockeyunternehmen seit dem ersten Titel im Frühjahr 1998 nie mehr einen Pokal gewonnen. Der Erfolgshunger ist grösser als beim SCB, der ja immer wieder mal Meister wird (2004, 2010, 2013, 2016) und auch den ersten Cup (2015) gewonnen hat. Der SCB ist in der Champions Hockey League immer noch dabei, Zug ist hingegen bereits kläglich gegen die Berliner Eisbären ausgeschieden.

Bleibt der Cup am Leben?
Und wer weiss, vielleicht ist es ja die letzte Chance auf den Cup. Noch ist offen, ob der nun auslaufende Dreijahresvertrag von den Nationalliga-Klubs an der Versammlung vom 18. November verlängert wird. Die Vermarktungs-Agentur Infront Ringier hat den Cup 2014 wieder lanciert, um Werbeplattformen im Eishockey zu bekommen. Der Cup ist also aus rein wirtschaftlichen und nicht aus sportlichen Erwägungen 2014 wieder eingeführt worden. Das Problem: Infront Ringier hat die TV-Rechte am Cup an Teleclub verkauft. Ohne vorher die Liga zu kontaktieren. Der neue TV-Partner der Liga heisst aber ab nächster Saison «My Sports» aus dem Hause UPC.

UPC bezahlt in den nächsten fünf Jahren für diese Rechte 35,5 Millionen per anno und ist höchst ungehalten, dass der Erzfeind Teleclub doch noch Hockey-Rechte ergattern konnte. Verbands-Geschäftsführer Florian Kohler sagt, es gebe noch keine Lösung. «Wir werden am 18. November die Klubs nur über eine Weiterführung des Cups abstimmen lassen, wenn wir vorher klare Verhältnisse mit den TV-Rechten haben.» Notfalls werde die Abstimmung verschoben. Ein Ende des Cups ist nach wie vor nicht ganz auszuschliessen.

Wenn Zug erstmals in diesem Jahrhundert etwas gewinnen will, dann bietet sich für längere Zeit mit dem Cup der Saison 2016/17 die letzte Chance. (von Klaus Zaugg)

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