Mittwoch, 20. September 2017

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So nah – und doch so fern


Der EHC Olten unterliegt im Achtelfinal des Schweizer Cups dem A-Ligisten EV Zug 0:3.

BILDER
Zwischendurch ging es auch mal vor dem Zuger Tor drunter und drüber: Oltens Christopher Bagnoud prallt mit EVZ-Goalie Tobias Stephan zusammen. (Bild: André Grossenbacher)

Olten - Zug 0:3 (0:0, 0:2, 0:1)
Kleinholz. – 4656 Zuschauer. – SR: Kurmann/Massy (Küng/Stuber). – Tore: 28. Lammer (Zangger, Erni) 0:1. 40. (39:30) Suri (Holden) 0:2. 49. Immonen (Eigentor Bagnoud) 0:3. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Olten. 2 Minuten gegen Zug.
Olten: Nyffeler; Kobach, Gedig; Bagnoud, Rouiller; Pargätzi, Meister; Simon Schnyder, Ast; Wüst, Feser, Truttmann; Huber, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach, Ramon Diem, Ulmer; Sahli, Mäder, Aeschlimann.
Zug: Stephan; Grossmann, Helbling; Alatalo, Diaz; Erni, Schlumpf; Geisser, Lüthi; Senteler, Immonen, Klingberg; Suri, Holden, Martschini; Lammer, McIntyre, Zangger; Fabian Schnyder, Nolan Diem, Peter.
Bemerkungen: Olten ohne Grieder, Hürlimann und Morini. Zug ohne Morant (alle verletzt). – 27. Pfostenschuss Diaz. 

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Über Sinn und Unsinn des Eishockey-Cup-Wettbewerbs lässt sich vortrefflich diskutieren. Fest steht: Für unterklassige Mannschaften, die sich in einem Pflichtspiel mit einem A-Ligisten messen dürfen, ist die Affiche durchaus reizvoll. Vor allem für ambitionierte NLB-Teams wie den EHC Olten, die kurz- bis mittelfristig mit dem Aufstieg in die oberste Liga liebäugeln. Da geben solche Direktduelle durchaus gute Anhaltspunkte, wie gross die Distanz von B nach A noch ist.

Nimmt man die Achtelfinalpartie des Schweizer Cups gegen den EV Zug als Massstab, dann hat der EHC Olten noch einen weiten Weg vor sich. Nicht, dass die Oltner bei der 0:3-Niederlage schlecht ausgesehen hätten. Im Gegenteil. Aber so nah sie auf dem Eis den Zugern irgendwie zu sein schienen, so weit waren sie dann doch entfernt.

Der EHC Olten hatte gegen den Tabellenzweiten der NLA durchaus seine guten Momente und hätte mit ein wenig mehr Wettkampfglück auch das eine oder andere Tor schiessen können. Aber eben: Es hätte letztlich eine glückliche Fügung gebraucht, damit die Mannschaft von Trainer Maurizio Mansi in die Nähe einer Sensation gekommen wäre.

Führung verpasst
Sie hätte beispielsweise den Führungstreffer erzielen müssen, als die Partie nach einem Drittel noch 0:0 stand. Die Zuger waren wohl die bessere Mannschaft mit den besseren Chancen, doch auch die Oltner tauchten das eine oder andere Mal recht gefährlich vor EVZ-Goalie Tobias Stephan auf. Philipp Wüst vergab in der 11. Minute eine gute Gelegenheit. Und kurz vor der ersten Sirene verpasste Simon Schnyder aus aussichtsreicher Position das 1:0, welches die Partie für die Powermäuse vielleicht in günstigere Bahnen gelenkt hätte.

So passierte halt das, was früher oder später immer passiert. Die Zuger, die im Abschluss lange zu ungenau und wenig zielstrebig agierten, trafen dann doch irgendwann ins Schwarze. Dominic Lammers Treffer zum 1:0 (28. Minute) war in der Entstehung sehr glücklich, letztlich aber eben doch ein bezeichnend für den Qualitätsunterschied zwischen den beiden Mannschaften. Der Zuger Stürmer reagierte nach einem Abpraller von der Bande am schnellsten.

Noch gravierender wirkte sich die fehlende Oltner Reaktionsschnelligkeit kurz vor Drittelsende aus: EVZ-Captain Josh Holden gewann gegen Stefan Mäder das Bully, Nationalspieler Reto Suri traf direkt mit einem trockenen Handgelenkschuss. Und mit dem 0:2 sanken auch die Siegchancen des Aussenseiters gegen den Nullpunkt. 

Freundlicher Applaus für die Verlierer 
Am Ende mussten sich die Oltner nach einer befriedigenden Vorstellung mit 0:3 geschlagen geben – Jarkko Immonen traf im letzten Drittel noch via Christopher Bagnouds Schlittschuh. Die 4600 Zuschauer in der gut gefüllten Kleinholzhalle verabschiedeten die einheimische Mannschaft mit freundlichem Applaus. Nach den alltäglichen NLB-Krämpfen gegen die Farmteams und Underdogs war dieser Auftritt des EHC Olten richtiggehend erfrischend. Selbst wenn es am Ende nicht zur insgeheim erhofften Sensation gereicht hat.

Timo Helbling, der Hägendörfer Verteidiger in Diensten des EV Zug, attestierte den Oltnern eine ordentliche Leistung, ortete aber «eine gewisse Verkrampftheit» in deren Reihen. «Sie wollten vermutlich etwas zu viel und somit fehlte auch ein wenig die nötige Coolness.»

Zwei Geschenke
Für den ehemaligen Zuger in den Reihen der Oltner, Reto Kobach, war die Gefühlslage nach der Niederlage zwiespältig. «Wir spielten phasenweise ganz gut, doch dann schenkten wir den Zugern im Mitteldrittel mit zwei Fehlern die zwei Tore. Danach war es natürlich schwierig, noch einmal ins Spiel zurückzukommen.»

Für den Routinier in den Reihen des EHC Olten, der selber lange in der NLA gespielt hat, war die Einschätzung des Niveauunterschieds nicht einfach: «Ich weiss nicht, wie nahe die Zuger wirklich an ihr Leistungslimit gehen mussten. Aber man hat schon gesehen, wo die Differenz zwischen NLA und NLB liegt. Ihr Pässe kommen alle auf den Stock, ihre Laufwege sind perfekt. Dadurch bekommt das ganze Spiel ein viel höheres Tempo.»

Tatsächlich: Irgendwie ging für die Oltner alles ein wenig zu schnell – und somit auch das Cup-Abenteuer zu Ende. (von Marcel Kuchta)

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