Mittwoch, 26. April 2017

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Diesmal reichte die Luft nicht


Auch in Rapperswil war der EHC Olten lange auf Kurs, doch dann ging beim dritten Spiel in vier Tagen die Luft aus.

BILDER
Im Hoch: Michael Tobler blüht in Rapperswil derzeit auf. (Bild: André Grossenbacher)

Rapperswil-Jona Lakers - Olten 2:1 (0:0, 0:1, 2:0)

St. Galler Kantonalbank Arena. – 2875 Zuschauer. – SR: Prugger (Gurtner/Ströbel). – Tore: 37. Rouiller (Diem, Truttmann) 0:1. 47. Berger (Casutt, Altorfer) 1:1. 55. Knelsen (Mason) 2:1. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Rapperswil. 2-mal 2 Minuten gegen Olten.

Rapperswil: Tobler; Geyer, Blatter; Profico, Mason; Maier, Sataric; Aulin, Knelsen, Rizzello; Hüsler, Vogel, Hügli; Casutt, Altorfer, Zanzi; Bader, Berger, Schmutz.

Olten: Mischler; Kobach, Gedig; Bagnoud, Rouiller; Pargätzi, Meister; Schnyder, Ast; Wüst, Feser, Truttmann; Huber, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach, Diem, Ulmer; Sahli, Mäder, Aeschlimann.

Bemerkungen: Rapperswil ohne Auriemma, Frei, Gurner, Grossniklaus, Guerra, McGregor, Brandi, Olten ohne Grieder, Hürlimann und Morini (alle verletzt). – 8. Pfosstenschuss Feser (Olten). Schwarzenbach (28.) und Rouiller (40.) scheiden verletzt aus. 60. (59:30) Timeout Olten. (59:50) Timeout Rapperswil. Olten ab 58:32 ohne Torhüter.

Zwischen den Pfosten stand bei den Rapperswil-Jona Lakers ein Mann, der bis Ende 2015 täglich im Kleinholz ein- und ausging. Damals brachte er die Oltner mit seinen Paraden um Haaresbreite zum NLB-Titel. Die Geschichte ist bekannt: Olten scheiterte in der Belle an den SCL Tigers, die Emmentaler stiegen im selben Frühling wieder ins Oberhaus auf. Michael Tobler wurde beim EHCO «Opfer» des Torhüter-Karussells, das Matthias Mischler in die Dreitannenstadt brachte. Für Tobler gab es demnach an der Aare keine Zukunft mehr.

Nun läuft der sensible Schlussmann am Zürichsee bei Rapperswil derzeit zu einer neuerlichen Höchstform auf. Nach seinem Shutout gegen GCK brachte Tobler Lausanne im Cup mit seinen Paraden zur Verzweiflung. Erst in der Verlängerung brachten die Waadtländer den Puck am formstarken Torhüter vorbei. Drei Tage später hexte er die Rapperswiler in der Ajoie gegen das offensiv starke Heimteam zum knappen 2:1-Sieg. Und keine 24 Stunden später suchten nun seine ehemaligen Klubkollegen einen Weg an ihm vorbei.

Auch die Dreitannenstädter taten sich dabei unheimlich schwer. Toblers einziges Problem gestern Abend? Sein gegenüber Matthias Mischler stand ihm in nichts nach. Und so avancierten die beiden Torhüter im Kopf-an-Kopf-Duell zusehends zu den Gladiatoren des Spitzenkampfs, der nach dem Motto: «laufe, wer noch laufen möge», geführt wurde. Obwohl Olten bereits sein drittes Spiel innert vier Tagen bestritt, konnte Mansis Mannschaft das hohe Tempo der St. Galler mitgehen.

Bis zur 37. Minute fielen keine Tore – und doch war dies eines der spektakulärsten 0:0, die sich der Eishockey-Liebhaber hätte wünschen können. Ein auffälliger Feser traf für Olten in der 8. Spielminute nur den Pfosten. Noch im ersten Drittel setzte Martin Ulmer den aufgerückten Curtis Gedig mit einem Zauberpass ein. Tobler war einmal mehr Endstation. Dann verlor Ulmer an der Bande bei einem Check einen Zahn - kurz zuvor war Diego Schwarzenbach verletzungsbedingt ausgeschieden. Und dann bremste Mischler den heranstürmenden Corsin Casutt spektakulär mit der Stockhand, ehe Gedig im Gegenzug nicht minder aufsehenerregend in vollem Lauf nach einem Check sich heftig um die eigene Achse überschlug.

Erst in der 37. war der Bann nach effektlosem Sturm und Drang gebrochen. Erneut wussten die Oltner das erste Powerplay auszunutzen. Und wie am Vortag gegen GCK rechtfertigte Rouiller, weshalb Köbi Kölliker ihn im letzten Winter verpflichtet hatte. Sein Knaller verdiente das Prädikat unhaltbar.

Rapperswil mit längerem Atem

Weil jedoch nach Schwarzenbach auch noch Torschütze Rouiller ausfiel, sah sich Headcoach Mansi gezwungen, früh auf drei Linien zu reduzieren. Es war der Bruch im Oltner Spiel – die Luft ging endgültig aus. Rapperswil spürte den geebneten Weg zur Wende auf. «In einer solchen Situation erwarte ich, dass wir als Team die richtigen Entscheidungen treffen», wollte Mansi die aufgezwungenen Umstellungen nicht als Grund für die Niederlage gelten lassen. «Die Playoffs werden noch härter.» Fakt ist, dass Rapperswils Druck im Schlussabschnitt schlicht zu gross wurde. Selbst ein herausragender Mischler musste sich beugen. Den Treffern von Nils Berger (47.) – er hatte am Vortag noch für die SCL Tigers im Zürcher Hallenstadion mit drei Punkten furios aufgespielt – und Dion Knelsen (55.) waren individuelle Defensivfehler vorausgegangen. Aber Olten wäre nicht Olten, wenn es zuletzt nicht nochmals alles in die Waagschale werfen würde. Rapperswil schwamm gehörig, aber diesmal gelang der Turnaround nicht mehr. Tobler gewann das hochkarätige Goalieduell für sich. Die Nationalmannschaftspause kommt für die Oltner Spieler zur richtigen Zeit, um die Blessuren auszukurieren. (von Yann Schlegel)

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