Donnerstag, 29. Juni 2017

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Frischer Wind im Verwaltungsrat


Präsident Benvenuto Savoldelli kündigt an der GV des EHC Olten den Rücktritt an – Mäzen für Mission Aufstieg?

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Der neue EHCO-Verwaltungsrat: Benvenuto Savoldelli, Urs Hagmann, Roger Rettenmund und Peter Rötheli (von links). Es fehlt Yannick Erb. (Bild: André Grossenbacher)

Marco Truttmann zum SCL?

Im Februar 2010 erschütterte ein Transferbeben die Oltner Hockeywelt: Die Kanadier Brent Kelly und Jeff Campbell verkündeten ihren Wechsel zum SC Langenthal. Nun kündigt sich erneut ein solches Beben an. EHCO-Kultstürmer Marco Truttmann, dessen Vertrag ausläuft, steht in ernsthaften Verhandlung mit dem SCL. Geschäftsführer Gian Kämpf bestätigt das rege Interesse. Truttmann müsste bei einem Transfer zum Erzrivalen zwar eine leichte Lohneinbusse in Kauf nehmen, könne aber mit einem Dreijahresvertrag rechnen. (KZA)

Es ist eine überraschende Nachricht, die Verwaltungsratspräsident Benvenuto Savoldelli an der 16. ordentlichen Generalversammlung der EHC Olten AG persönlich überbrachte: Er kündigte per GV 2017 seinen Rücktritt an und wird damit sein letztes Amtsjahr bestreiten. Savoldelli, der seit 20 Jahren im Klub tätig ist, hatte in den letzten Monaten mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und fiel monatelang krankheitsbedingt aus. «Ich arbeitete oft in einem 200-Prozent-Pensum, bis mir der liebe Gott die gelbe Karte zeigte. Ich musste realisieren, dass auch für mich die Bäume nicht in den Himmel wachsen», sagte er vor den Aktionären.

Savoldelli wird fortan nicht mehr als Delegierter des Verwaltungsrates in der Geschäftsleitung Einsitz nehmen. In den kommenden Monaten soll die anspruchsvolle Aufgabe der Nachfolge geregelt werden: «Der EHC Olten liegt mir am Herzen. Mir ist extrem wichtig, dass ich den Klub in gute Hände lege.»

Vermögender Unternehmer

Ihren sofortigen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat haben die Mitglieder Patrick Saunier und Daniel Rhiner erklärt. Sie hatten seit 2008 beziehungsweise 2011 Einsitz im Verwaltungsrat. Als Ersatz konnte der EHC Olten einen dicken Fisch an Land ziehen: Unternehmer Yannick Erb wurde neu in den Verwaltungsrat gewählt. Der ETH-Ökonom verfüge über «viel Flair für den Eishockeysport» – und viel Geld. Der 30-Jährige amtet als Inhaber und Geschäftsführer des international tätigen Industriebetriebs Korff AG in Oberbipp, der im Aluminiumgeschäft zu den grössten Playern in Europa zählt. Erb ist der Sohn von Urs Erb, dem langjährigen Präsidenten und Mäzen des FC Grenchen. Steigt die vermögende Familie nun finanziell beim EHCO ein? Klar ist: Yannick Erb könnte die finanzielle Grundlage bieten, die hochgesteckten Ziele des Klubs zu erreichen. Er weilte gestern geschäftlich in Polen und konnte sich den Aktionären nicht persönlich vorstellen.

Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurde zudem Urs Hagmann sowie, als Delegierter der Geschäftsleitung, CEO Peter Rötheli. Urs Hagmann (66) begleitet den EHC Olten seit bald 50 Jahren und kehrt nun, nach gut 15 Jahren, in den Verwaltungsrat zurück. Das Mandat musste er damals aufgrund seiner beruflichen Belastung aufgeben. Nebst Savoldelli wurde auch Roger Rettenmund wiedergewählt. Damit umfasst der EHCO-Verwaltungsrat neu fünf Personen. Sie sollen die Vorwärtsstrategie mit aller Kraft vorantreiben. Diese sieht vor, innerhalb der nächsten drei Jahre über die Ligaqualifikationsspiele den Aufstieg in die NLA anzustreben.

Erstmaliges Defizit seit 12 Jahren

Dafür braucht es auch eine solide finanzielle Basis. Bei den Aktionären kamen gestern einzelne Fragen zur Jahresrechnung 2015/16 auf. So weist der EHC Olten mit 87 884 Franken erstmals seit 12 Jahren wieder einen Verlust aus. Diesen ergab sich vor allem durch die erhöhten sportlichen Personalkosten. So hatte der Klub die teuerste Mannschaft in der Klubgeschichte zu finanzieren. Demgegenüber fiel der Ertrag im Vergleich zum Vorjahr lediglich um rund 100 000 Franken höher aus. Zudem konnten erstmals seit der Saison 2004/05 die Werbeeinnahmen nicht weiter gesteigert werden. Trotzdem läuft bis zum 30. November noch die Zeichnungsfrist der bereits genehmigten Aktienkapitalerhöhung – von bisher 625 000 auf maximal 937 500 Franken.

Desweiteren wird als zusätzliche Unterstützung für die Klubleitung ein Beirat mit Persönlichkeiten aus der Region ins Leben gerufen. Das Gremium soll die lokale Verankerung stärken. (von Silvan Hartmann)

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