Mittwoch, 23. August 2017

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Die gerechte Strafe


Der EHC Olten verbrannte sich bei der 3:4-Niederlage gegen Zug Academy die Finger.

BILDER
Ein Krampf mit schlechtem Ende: Oltens Reto Kobach (rechts) müht sich gegen den Zuger Sandro Forrer ab. (Bild: HR. Aeschbacher)

Olten - Zug Academy 3:4 (1:0, 2:2, 0:2)

Kleinholz. – 2718 Zuschauer (Saison-Minusrekord). – SR: Weber (Betschart/Duarte). – Tore: 10. Feser (Ulmer, Schnyder) 1:0. 28. Kobach (Heinimann, Gedig) 2:0. 30. Rapac (Kläy, Steiner; Ausschluss Hirt) 2:1.34. Marchon (Haberstich, Gross) 2:2. 39. Schneuwly (Rouiller, Diem; Auschluss Forrer) 3:2. 44. Pfranger 3:3. 49. Haberstich (Maurenbrecher, Zehnder) 3:4. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Olten. 5-mal 2 Minuten gegen Zug Academy.

Olten: Nyffeler; Grieder, Rouiller; Kobach, Gedig; Pargätzi, Meister; Schnyder, Chuard; Wüst, Diem, Truttmann; Heinimann, Feser, Ulmer; Schwarzenbach, Schneuwly, Hirt; Hürlimann, Mäder, Leonelli.

Zug: Sandro Aeschlimann; Schmuckli, Maurer; Geisser, Gross; Küng, Steiner; Samuele Pozzorini, Grigioni; Arnold, Forrer, Marchon; Haberstich, Zehnder, Pfranger; Rapac, Kläy, Maurenbrecher; Alessio Pozzorini, Rattaggi.

Bemerkungen: 15. Lattenschuss Truttmann. 26. Pfostenschuss Kobach. 28. Pfostenschuss Mäder. – Olten ohne Morini und Sahli (beide verletzt) sowie Bagnoud, Ast, Huber und Cyrill Aeschlimann (alle überzählig). Erstmals mit den drei B-Lizenz-Spielern von Servette, Romain Chuard, Nicolas Leonelli und Thomas Heinimann. – 58:12 Time-out Olten.

Irgendeinmal musste sich der EHC Olten bei seinem permanenten Spiel mit dem Feuer die Finger verbrennen. Gestern Abend war es nun soweit. Die Powermäuse schafften es, gegen den EV Zug Academy eine 2:0-Führung aus den Händen zu geben und gingen schliesslich mit einer 3:4-Niederlage vom Eis. Es war die gerechte Strafe für ein unverzeihliches Nachlassen der Mannschaft von Headcoach Maurizio Mansi.

Es ist weiterhin ein Rätsel, wieso es die Oltner nicht schaffen, gegen die «Underdogs» (Zug verlor am Dienstag zu Hause gegen Martigny 0:7) dem Spiel von Anfang an den Stempel aufzudrücken. Gegen die «Akademiker» gelang dem EHCO an und für sich ein guter Start. Die 1:0-Führung nach dem ersten Drittel (Feser hatte getroffen) war zu knapp. Auch der Auftakt ins Mitteldrittel war ordentlich. Kobach und Mäder trafen nur das Torgehäuse. Kurz darauf war der Puck dann doch im Zuger Tor: Reto Kobach erzielte das 2:0 für die Oltner, welche spätestens nach diesem Treffer auf Siegkurs schienen.

Doch dann folgte das, was Diego Schwarzenbach später als «Katastrophe» bezeichnete. Die Oltner schalteten einen Gang zurück. Die Zuger nahmen das Nachlassen dankbar an und schossen innerhalb von vier Minuten den Ausgleich – obwohl sie in der ersten Spielhälfte die klar unterlegene Mannschaft gewesen waren. «Wir haben gut angefangen, dann plötzlich den Faden verloren und dumme Fehler gemacht», fasste Schwarzenbach den schlechten Lauf der Dinge aus Sicht der Oltner kurz und bündig zusammen.

Aus dem Glimmbrand wurde ein Feuer

Nicht einmal der neuerliche Führungstreffer durch Cédric Schneuwly brachte wieder Ordnung ins Spiel des EHC Olten. Im Gegenteil: Im dritten Abschnitt wurde aus dem Glimmbrand ein Feuer, an welchem sich die Powermaüse schliesslich die Finger verbrannten. Hinten stellten sie sich dilettantisch an und präsentierten den Zugern zwei Treffer auf den Silbertablett. Vorne verzettelten sie sich, je länger die Partie dauerte, umso mehr in fruchtlose Einzelaktionen. Viele Spieler (Ulmer, Hirt, Wüst, Schwarzenbach, Truttmann) konnten ihre schwache Form dabei nicht verbergen. Zu viel basierte beim finalen Ansturm auf dem Prinzip Zufall. Und: der Ausgleich wäre auch nicht verdient gewesen. Wer sich die Butter von einem deutlich schwächer besetzten Team wie Zug Academy derart dämlich vom Brot nehmen lässt, der muss sich über den (Punkt-)Verlust nicht wundern. Die Oltner zeigten einmal mehr, dass sie gegen solche Kontrahenten kein Rezept haben. Es fehlt an Konsequenz, an Konzentration – eigentlich an fast allem: «Wir müssen irgendeine Lösung finden», meinte ein sichtlich genervter Diego Schwarzenbach.

Wenig hilfreich war vermutlich auch die Blitz-Integration der drei von Servette Genf mit B-Lizenzen ausgeliehenen Spieler. Verteidiger Romain Chuard sowie die beiden Stürmer Thomas Heinimann und Nicolas Leonelli wurden ins kalte Wasser geworfen und waren entsprechend eher Fremdkörper denn Verstärkungen – obwohl Heinimann ein paar gute Szenen hatte. Man kann es aber drehen und wenden, wie man will: Die Leistung des EHCO war so oder so schlicht ungenügend. (von Marcel Kuchta)

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