Mittwoch, 26. April 2017

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Luft draussen nach Lufthaken


Der EHC Olten verliert im dritten Derby der Saison gegen Langenthal mit 1:3.

BILDER
Marco Truttmann, Matthias Mischler und Reto Kobach staunen, Stefan Tschannen (rechts) bejubelt sein brillantes 2:1. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Olten - Langenthal 1:3 (1:0, 0:2, 0:1) 
Kleinholz. – 4527 Zuschauer. – SR: Müller/Urban, Altmann/Pitton. – Tore: 6. Ulmer (Rouiller, Schwarzenbach/Ausschluss Montandon) 1:0. 23. Kummer (Füglister) 1:1. 29. Tschannen (Völlmin, Kelly) 1:2. 44. Primeau (Füglister, Küng) 1:3. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Olten, 3-mal 2 Minuten gegen Langenthal. 
Olten: Mischler; Kobach, Gedig; Bagnoud, Rouiller; Pargätzi, Meister; Grieder, Chuard; Schwarzenbach, Feser, Ulmer; Wüst, Diem, Truttmann; Hürlimann, Schneuwly, Hirt; Heinimann, Mäder, Huber. 
Langenthal: Mathis; Rytz, Cadonau; Marti, Völlmin; Ahlström, Pienitz; Tschannen, Campbell, Kelly; Kämpf, Montandon, Pivron; Füglister, Dünner, Kummer; Gerber, Küng, Primeau; Duarte, Hess. 
Bemerkungen: Olten ohne Morini, Sahli (beide verletzt), Aeschlimann, Ast, Leonelli und Schnyder (alle überzählig). Langenthal ohne Schüpbach, Trüssel, Wolf (alle verletzt), Weisskopf (NLA, SCL Tigers), Christen, Nyffeler und Rüegsegger (alle Elite A, SCL Tigers). 15. Huber verschiesst Penalty. 52. Pfostenschuss Kelly. 57. Time-out Olten. 56:37 bis 58:03 und 58:49 bis 60:00 Olten mit sechstem Feldspieler statt Goalie Mischler. 

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Reto Kobach starrte ungläubig zur Hallendecke. Matthias Mischler wusste nicht, wo hinten und vorne ist. Und Marco Truttmann lief mit hängendem Kopf davon. Was war geschehen? Stefan Tschannen hatte eben das 2:1 für die Langenthaler geschossen. Und zwar auf eine Art und Weise, wie sie hierzulande wohl nur alle paar Schaltjahre zu sehen ist.

Der Captain der Oberaargauer überwand Oltens Goalie Matthias Mischler mittels einem so genannten «Airhook» – zu Deutsch: einem Lufthaken. Der funktioniert so: Der hinter dem Tor stehende Spieler nimmt den Puck auf die Stockschaufel und hebelt die Scheibe dann mit einer fliessenden Bewegung unter die Latte des Gehäuses. Der Torhüter, der einen Pass erwartet, hat kaum Zeit, zu reagieren. Wie in diesem Fall Mischler, der im entscheidenden Moment auch noch in die falsche Richtung blickte.

«Nötige Portion Glück»
«Ich hab die Bewegung im Training schon oft versucht, aber in einem Spiel noch nie», erklärte Stefan Tschannen. «Der Moment war günstig. Und es gehört einfach auch die nötige Portion Glück dazu, damit das Ganze so perfekt funktioniert wie in dieser Szene.» 

Perfekt war die Aktion in der Tat. Und es passte zu ihr, dass sie am Ende auch gleichbedeutend war mit dem siegbringenden Tor der Langenthaler. Denn nach Tschannens Lufthaken war bei den Oltnern im ersten Heimderby der laufenden Saison mehr oder weniger die Luft draussen.

Das 2:0 fiel nicht 
Dabei hatte die Partie aus Sicht des EHC Olten eigentlich ideal begonnen. Schon nach fünf Minuten traf Martin Ulmer im Powerplay mit einer herrlichen Direktabnahme zum 1:0. Nach neun Minuten hämmerte Justin Feser den Puck an den Pfosten. Und in der 15. Minute vergab Ueli Huber eine weitere goldene Chance, den Oltner Vorsprung auf zwei Einheiten zu erhöhen. Der Oltner Stürmer scheiterte mit seinem Penalty-Versuch an SCL-Torhüter Marco Mathis. 

Das 2:0 wäre für den EHCO enorm wichtig gewesen, um die starken Langenthaler frühzeitig zu distanzieren. So aber nahm das Übergewicht der Gäste je länger die Partie dauerte, umso mehr zu. Die Oltner kamen kaum mehr ins Spiel, mussten sich oft minutenlang im eigenen Drittel einkesseln lassen. Aus genau so einer Drucksituation entstand schliesslich auch Tschannens famoser Treffer zum 1:2, nachdem sich Dario Kummer in der 23. Minute gegen Remo Meister durchgesetzt und zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen hatte. 

Entschlossenheit fehlte
Es war nicht so, dass der EHC Olten nach der Langenthaler Führung keine Torchancen mehr gehabt hätte. Aber im Abschluss fehlte einerseits das Glück, andererseits auch die nötige Entschlossenheit. Zumal SCL-Goalie Mathis nicht immer den sichersten Eindruck hinterliess. «Wir hätten vor ihrem Tor viel präsenter sein müssen», kritisierte auch Oltens Captain Stefan Hürlimann die physischen Mängel seiner Mannschaft.

Die Oltner schafften es auch im letzten Drittel nicht, Langenthal ernsthaft in Gefahr zu bringen. Es gingen zu viele Zweikämpfe verloren, immer wieder war ein Gegner schneller am Puck als die Oltner, die sich je länger je mehr verzettelten und die Niederlage nicht mehr abwenden konnten.

Übrigens: Neuigkeiten zum Thema Marco Truttmann gab es gestern nicht zu vermelden. dafür feierten die Fans das 10-Jahre-Jubiläum von Geschäftsführer Peter «Pesche» Rötheli mit einer schönen Choreografie. (von Marcel Kuchta)

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