Sonntag, 28. Mai 2017

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«Wieso Sinnkrise?»


EHCO-Captain Stefan Hürlimann relativiert zweifelnde Stimmen.

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Überzeugt, den richtigen Weg zu gehen: EHCO-Captain Hürlimann. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Maurizio Mansi war bei der Trainingseinheit am Donnerstag nicht ganz zufrieden mit der Leistung. Woran lag das?

Stefan Hürlimann: Er ist ein Trainer, der sehr fordernd ist und wenn er etwas erklärt, dann will er es auch so umgesetzt sehen. Läuft es manchmal nicht ganz genau so, wie es sollte, dann mag er das nicht so … Aber es gibt Situationen, in denen es nicht so exakt umsetzbar ist. Doch es ist gut, dass er fordernd ist. Wir verdienen hier Geld und wollen besser werden. Wir sind nicht da zum «Umeplöischle».

Stimmen die im Training gegebenen Impulse zuversichtlich?

Ja, wir haben nach dem Langenthal-Match Dinge angesprochen, die wir besser machen wollen. Die Übungen wurden dann entsprechend darauf ausgelegt. Heute hätte ich mir vielleicht wieder ein bisschen mehr gewünscht, fünf gegen fünf zu trainieren, weil die Linien etwas umgestellt wurden. Aber ansonsten gings um das Besprochene, da gebe ich ihm (Mansi Anm. d. Red.) recht.

Was gilt es konkret zu verbessern?

Wir wollen mehr Scheiben in Richtung Tor bringen und vermehrt in den gegnerischen Slot fahren, um Rebound-Tore zu erzielen. Es haperte schon noch ein wenig an der Umsetzung, daher muss er den Finger draufhalten, damit etwas geschieht. Denn ich denke, in diesem Bereich können wir am meisten herausholen.

Anthony Rouiller meinte vor ein paar Wochen, in dieser Mannschaft gebe es zu viele spielerisch starke Spieler und keiner wolle daher die Drecksarbeit verrichten. Trifft dies den Nerv?

Nun, so würde ich es nicht sagen. Wir haben Spieler, die Drecksarbeit verrichten. Sicherlich haben wir sehr viele talentierte Spieler, das stimmt. Aber manchmal müssen auch sie vor das Tor stehen und einen Crosscheck fressen, damit die Mannschaft ein Tor erzielen kann.

Olten musste zuletzt zwei Niederlagen in Folge einstecken. Erst verlor man gegen die EVZ Academy und dann kam die Derby-Niederlage. Steckt der EHCO in einer kleineren Sinnkrise?

Wieso Sinnkrise? Nein. Wenn wir jetzt schon zu zweifeln beginnen … Alle, die jetzt schon zweifeln oder den Teufel an die Wand malen, die haben noch nie harte Zeiten erlebt.

Nach dem Derby kam von aussen der Vorwurf, die Mannschaft bilde keine Einheit.

Dann müsste mir konkret erklärt werden, weshalb wir keine Einheit sein sollten. Ich siehe diesen Kritikpunkt nicht. Es war nicht das emotionsgeladenste Derby, Raufereien blieben mehrheitlich aus. Andererseits empfand ich, dass die Schiedsrichter viel laufen liessen. Solange ein Spiel eng ist, muss man dran bleiben und sich auf das Hockey konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren.

Wieso hat man Mühe, Emotionen zu erzeugen?

Das Forechecking hat zu wenig funktioniert. Wenn du der Scheibe nachrennen musst, wird es schwierig. Wir waren gegen Langenthal sowohl in der Offensive wie auch in der Defensive zu weit weg vom Gegner. Und trotzdem hatten wir relativ viele gute Torchancen – nur nutzten wir diese nicht.

Ein Problem, mit dem man zuletzt …

Gibt es eigentlich nur Probleme? Man könnte meinen, es sei alles schlecht. Es ist noch nicht alles perfekt, aber wir haben auch noch viel Zeit, um zu arbeiten. Die Leute sollten nicht gleich derart nervös werden. Wir sind noch immer vorne dabei und wir wollen arbeiten, wollen besser werden. Wir müssen sicher in den Spiegel schauen und ehrlich zu uns selbst sein, wenn wir uns fragen: Haben wir unsere Leistung erbracht? Das gehört dazu. Nun müssen wir aufstehen und weiterarbeiten.

Beginnt das Gefühl für das Spielsystem zu reifen?

Es verändert sich stetig, weil du gegen jeden Gegner mehrmals spielst. Du versuchst, immer auf den Gegner einzugehen, es ist also ein laufender Prozess. Nach einer guten Phase müssen wir nun einen nächsten Schritt machen, uns weiterentwickeln, um Überraschungsmomente zu schaffen.

Sie persönlich wurden zuletzt auf dem Flügel und nicht auf Ihrer angestammten Centerposition eingesetzt. Hat Mansi auf der Centerposition ein «Luxusproblem»?

Köbi (Kölliker Anm. d. Red.) wollte mehr Breite auf der Centerposition. Mit Roman Diem und neu Thomas Heinimann (B-Lizenz Anm. d. Red.) haben wir kurzfristig zusätzliche Center geholt. Ich spiele dort, wo der Trainer mich einsetzt, es spielt mir grundsätzlich keine Rolle. Wenn ich beim Forechecking meine Physis einbringen kann, macht es mir genauso Spass.

Kann die Ausgeglichenheit der Mannschaft womöglich zum Verhängnis werden, weil niemand in die Bresche springt, wenn es darauf ankommt?

Das ist schwierig zu beurteilen. «Ups» und «Downs» gehören zum Geschäft und daher sollte ein breiter Kader dies abfedern können. Dann liegt es auch am Trainer, seine Forderungen und die Aufgaben richtig zu verteilen. Das ist nicht immer einfach. Wir haben so viele Spieler und jeder würde zum Beispiel gerne im Powerplay spielen. Wenn es nicht funktioniert, kommen rasch Forderungen von anderen und der Trainer hat diese Probleme auszuradieren.

Nun stehen drei Spiele in sechs Tagen an – heute geht die Reise ins Tessin zum Farmteam Ticino Rockets.

Ich rechne mit einem schwierigen Spiel. Wir müssen dranbleiben und unsere Vorsätze umsetzen, bissig sein in den Zweikämpfen und nach Möglichkeit Emotionen reinbringen. Jeder muss sich dessen bewusst sein. (Interview: Yann Schlegel)

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