Sonntag, 28. Mai 2017

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Misstrauenswolke vertrieben


Dritte Heimniederlage in Folge: Der EHC Olten beugt sich Martignys Defensivbollwerk und verliert 2:3 nach Verlängerung.

BILDER
Erfreut sich einer guten Form: Flügelstürmer Martin Ulmer (links) ist derzeit treffsicherster Oltner. (Bild: Hr, Aeschbacher)

Olten - Martigny 2:3 n.V. (0:2, 0:0, 2:0, 0:1)
Kleinholz. – 3092 Zuschauer. – SR: Mandioni/Unterfinger (Fuchs/Ströbel). – Tore: 12. Brem (Iglesias, Balej/Ausschluss Kobach) 0:1. 15. Balej (Berglund, Brem/Ausschlüsse Rouiller, Leonelli) 0:2. 42. Ulmer (Rouiller) 1:2. 60. (59:21) Feser (Truttmann/Ausschluss Berglund) 2:2. 62. Schommer (Luca Zanatta, Merola) 2:3. – Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen Olten, 6-mal 2 Minuten gegen Martigny.
Olten: Mischler; Grieder, Rouiller; Gedig, Aeschlimann; Kobach, Meister; Schnyder, Chuard; Huber, Schneuwly,Hirt; Wüst, Feser, Truttmann; Schwarzenbach, Diem, Ulmer; Hürlimann, Mäder, Leonelli.
Martigny: Lory; Luca Zanatta, Iglesias; Birbaum, Flyagin, Girardin, Michael Zanatta; Vermeille, Rexha; Brem, Berglund, Balej; Lakhmatov, Schommer, Melvin Merola; Zorin, Malgin, Krutov; Vauclair, Savary, Fischer.
Bemerkungen: Olten ohne Sahli, Morini (beide verletzt), Heinimann, Bagnoud, Pargätzi und Ast (alle überzählig). 12. Lattenschuss Iglesias. 13. Truttmann verschiesst Penalty. 40. Lattenschuss Ulmer. 51. Pfostenschuss Iglesias. 57. Time-Out Martigny. 58. Time-Out Olten. 59:13 bis 59:22 Olten ohne Torhüter anstelle eines sechsten Feldspielers.

Irgendwie lag an diesem Sonntagabend bis unters Hallendach eine dicke Misstrauenswolke im Oltner Kleinholz. Wieder einmal war spürbar, wie hoch die Erwartungen beim Publikum der Dreitannenstädter sind. Drohte der selbst ernannte NLB-Ligakrösus EHC Olten gegen Martigny tatsächlich die dritte Heimniederlage en Suite einzuziehen?

Am Ende des Tages musste diese Frage mit einem Ja beantwortet werden. Und doch gelang es der Mannschaft von Maurizio Mansi beim 2:3 nach Verlängerung, sich dank eines Steigerungslaufs mit seinem Anhang zu versöhnen. Bereits vor Spielbeginn manifestierte die Oltner Südkurve Loyalität, als sie mit einem Banner an das ferne Ziel erinnerte und der Mannschaft Glauben schenkte: «Zeige mer Härz & Emotione und mache üse Troum wohr». 

«Zerfahrenes Spiel»
Nur mussten sich die gut 3000 Zuschauer gedulden, ehe die Botschaft durchdrang und das Geschehen auf dem Eis endlich seine Wirkung bis auf die Ränge entfaltete. «Es war ein völlig zerfahrenes Spiel, was es enorm schwierig machte, den Rhythmus zu finden», erklärte mit Martin Ulmer eine der auffälligsten Figuren die andauernden Anlaufschwierigkeiten. 

In der Tat war die Partie von zahlreichen Strafen gekennzeichnet, wobei drei lange doppelte Überzahlsituationen die Chronik des Spiels prägten. Die erste doppelte Überzahl nutzte Martigny mit seinem druckvollen Powerplayspiel zur einstweiligen 2:0-Führung. Im zweiten doppelten Überzahlspiel von Martigny kamen die Oltner, kurz vor dem Ende des zweiten Drittels, ungeschoren davon – das Momentum kippte nun auf die Seite der Gastgeber. Olten schöpfte in jenem Schlüsselmoment die Moral, um überhaupt in den Kampf gegen Martignys Defensivbollwerk zurückzukehren. 

Den Bruder als Mentor 
Hatte Martin Ulmer kurz vor der zweiten Sirene noch mit einem Lattenknaller Pech bekundet, gelang es dem zuletzt aufblühenden Flügelstürmer im Schlussabschnitt doch noch, die Ungeschlagenheit von Martignys Schlussmann Reto Lory zu durchbrechen. Anthony Rouiller hob den Puck in spektakulärer Manier knapp über die Querlatte, worauf Ulmer vollstrecken konnte und somit seinen vierten Treffer im dritten Spiel markierte. Zu Saisonbeginn hatte Ulmer noch mit der Chancenverwertung gehadert, der Austausch mit seinem bei Lugano engagierten Bruder Stefan scheint die Blockade bei Martin Ulmer behoben zu haben. 

Obwohl der euphorisierende Anschlusstreffer bewerkstelligt war, fiel es den Dreitannenstädtern in der Folge schwer, die Kadenz entscheidend zu erhöhen. Dies lag wohl auch daran, dass einige Schlüsselspieler nicht kaschieren konnten, ausser Form zu sein. Beispielsweise Marco Truttmann bleibt, seitdem seine laufenden Vertragsverhandlungen publik gemacht wurden, ein Schatten seiner selbst. 

Turbulente Schlussminute
Auch Justin Feser kämpft derzeit mit einer Baisse. Doch mit einer seiner wenigen gelungenen Aktionen rettete der Kanadier den EHCO in der turbulenten Schlussminute doch noch in die Verlängerung. In doppelter Überzahl erzielte Feser 39 Sekunden vor der Sirene den 2:2-Ausgleich.

Am Ende lachte dennoch Martigny: Patrick Schommer enteilte nach gewonnenem Bully allen und bezwang EHCO-Torhüter Matthias Mischler. Die Gelegenheit zur Revanche gibt es bereits am Dienstag, wenn der EHCO im Unterwallis zu Gast ist. (von Yann Schlegel)

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