Samstag, 19. August 2017

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Absturz nach dem Höhenflug


Der EHC Olten bleibt bei der 2:5-Niederlage gegen Martigny chancenlos.

BILDER
Kein Durchkommen: Oltens Ueli Huber scheitert am Martigny-Bollwerk. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Olten - Martigny 2:5 (0:1, 1:3, 1:1)
Kleinholz. – 4017 Zuschauer. – SR: Clément (Bichsel/Duarte). – Tore: 6. Luca Zanatta (Savary, Krutow) 0:1. 23. Feser (Wüst, Gedig/Ausschluss Vauclair) 1:1. 31. Berglund 1:2. 34. Schommer (Berglund) 1:3. 40. Schommer (Balej, Berglund) 1:4. 58. Feser (Schneuwly/Olten ohne Goalie) 2:4. 60. (59:25) Balej (Vermeille/Olten ohne Goalie) 2:5 – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Olten, 4-mal 2 Minuten gegen Martigny.
Olten: Mischler (41. Nyffeler); Grieder, Gedig; Pargätzi, Ast; Schnyder, Chuard; Bagnoud, Kobach; Mäder, Diem, Ulmer; Wüst, Feser, Truttmann; Schwarzenbach, Schneuwly, Huber; Aeschlimann, Hürlimann, Leonelli.
Martigny: Lory; Birbaum, Vermeille; Michael Zanatta, Luca Zanatta; El Assaoui, Girardin; Currit, Zorin; Schommer, Berglund, Balej; Vauclair, Savary, Krutow; Lachmatow, Malgin, Brem; Fischer, Brügger, Melvin Merola.
Bemerkungen: Olten ohne Rouiller, Morini, Sahli (alle verletzt), Meister, Hirt (beide krank), Heinimann (bei Servette) und Polansky (nicht spielberechtigt). 30. Pfostenschuss Malgin. 56:57 Timeout Martigny. 58:38 Timeout Olten. Olten ab 56:57 bis 57:41 und ab 57:55 bis 59:25 ohne Goalie. 

Was war das für ein Abschluss des Jahres 2016 gewesen. Der 4:1-Sieg des EHC Olten bei Leader La Chaux-de-Fonds hatte die Anhänger der Powermäuse erstmals seit geraumer Zeit wieder so richtig ins Schwärmen gebracht. Man träumte bereits von einem kleinen Höhenflug, der die Oltner in Richtung Playoffs tragen würde.

Entsprechend erwartungsfroh strömten über 4000 Zuschauer ins Kleinholz – und gingen etwas mehr als zwei Stunden später grossmehrheitlich mit hängenden Köpfen wieder nach Hause. Sie wurden Augenzeuge davon, wie Martigny den EHCO-Höhenflug beendete, bevor der überhaupt richtig begonnen hatte.

Die Walliser zeigten dabei, dass sie nicht umsonst das NLB-Team der Stunde sind. In Olten gewannen sie bereits ihr siebtes Spiel in Serie und überholten ihren Kontrahenten in der Tabelle auch gleich noch. Der EHCO seinerseits ist nach der 2:5-Heimschlappe auf Platz 5 abgerutscht. Stand jetzt bedeutet das für die Playoffs den Verlust des Heimrechts in der ersten Runde.

Leben schwer gemacht
Apropos Playoffs: Martigny zeigte gestern im Kleinholz das, was die Oltner ab Mitte Februar in der entscheidenden Meisterschaftsphase erwarten wird. Die Unterwalliser machten dem EHCO das Leben auf dem Eis auf alle erdenkliche Art und Weisen schwer. Sie gingen mit Vehemenz in die Zweikämpfe, machten die Räume in der eigenen Zone extrem eng, agierten sehr diszipliniert und traten in der Offensive geradlinig und kaltblütig auf.

Während die Oltner bei gleicher Anzahl Spieler auf dem Eis kaum zu nennenswerten Abschlüssen kamen, nutzten die Martinacher ihrerseits die Fehler des Gegners gnadenlos aus. Besonders in der Phase nach der Spielhälfte, als die Mannschaft von Maurizio Mansi komplett den Faden verlor und dem Gegner den Sieg mit groben Fehlern auf dem Silbertablett servierte.

Dass dabei jedes Mal Martignys Top-Sturmlinie um den omnipräsenten Topskorer Jacob Berglund auf dem Eis stand, war kein Zufall. Zusammen mit seinen Sturmkollegen Patrick Schommer und Jozef Balej sorgte der Schwede zwischen der 31. und 40. Minute für die entscheidende Differenz. 

Maurizio Mansis grosser Frust 
Die Oltner fanden nie ein Rezept gegen die routinierten und abgeklärten Gäste, die die Defizite ihrer Kontrahenten gnadenlos offenlegten. Gegen die offensiv agierenden Chaux-de-Fonniers hatten die Oltner die Räume vorgefunden, die sie für ihr Tempospiel benötigen. Ohne diesen Freiraum wirkten die Bemühungen der Powermäuse mehrheitlich hilflos.

«Alles, was wir Ende des letzten Jahres gut gemacht haben, machten wir heute schlecht. Wir wirkten langsam, müde, fanden nie in die Zweikämpfe. Wenn wir ein Spitzenteam sein wollen, dann muss wirklich jeder Spieler diszipliniert agieren und seine beste Leistung abrufen», ging Maurizio Mansi mit seiner Mannschaft hart ins Gericht und machte aus seiner Frustration kein Geheimnis. «Ich bin ein stolzer Mann. Ich habe nach dem La-Chaux-de-Fonds-Spiel viel mehr erwartet. Deshalb bin ich sehr enttäuscht.» 

Frustriert war man bei den Oltnern auch aufseiten der Spieler. Philipp Wüst, der zusammen mit Justin Feser die meisten der wenigen offensiven EHCO-Akzente zu setzen vermochte, sorgte sich ebenso ein wenig im Hinblick auf die Playoffs. «Dort werden unsere Gegner genau so agieren, wie das Martigny getan hat. Darauf müssen wir uns einstellen. Aber mit unserem Tempo sollten wir trotz allem in der Lage sein, das gegnerische Team in Bedrängnis zu bringen.»

Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich den Oltnern am Freitag beim Derby in Langenthal. Man darf gespannt sein, welches Gesicht die Mannschaft dann zeigen wird. (von Marcel Kuchta)

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