Samstag, 25. März 2017

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Über Abstürze und grosse Sprünge


Es geht Schlag auf Schlag. Nach dem Derby trifft der EHCO zuhause auf den EHC Winterthur – eine Mannschaft, die in dieser Saison bereits alle Höhen und Tiefen erlebt hat.

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Vieles hat sich seit der letzten Begegnung zwischen Olten und Winterthur am 1. Oktober geändert - Gian-Andrea Thöny ist beim EHCW aber noch immer Topskorer. (Bild: André Grossenbacher/Toppictures)

Wer war in der NLB nach neun Spieltagen Leader? Es ist kaum vorstellbar, aber es war tatsächlich der morgige Gegner aus Winterthur. Je eine Niederlage nach 60 Spielminuten und nach Penaltyschiessen standen sechs Siegen nach regulärer Spielzeit und einem Sieg nach Verlängerung (gegen den EHCO) zu Buche. Das Team, welches hauptsächlich aus Amateuren besteht, wurde als NLB-Wunder hochgejubelt. Was danach geschah, war der normale Lauf eines Amateurteams in der Halbprofi-NLB. Es folgte der Totalabsturz. Im Moment rangieren die Zürcher knapp unter dem Strich auf Platz 9. Wenn allerdings eine Tabelle ab Spieltag zehn betrachtet wird, so ist Winterthur in dieser das Schlusslicht mit acht Punkten Rückstand auf das nächste Team in der Rangliste. In den letzten 24 Spielen resultierten noch drei Siege, dem gegenüber stehen 21 Niederlagen, nur eine davon nach Verlängerung. Der Sturzflug setzte im Übrigen mit dem Abschied des slowakischen Verstärkungsspielers Radovan Pulis ein. Dieser wurde zu Saisonbeginn interimistisch als Ersatz für den verletzten Adrian Wichser verpflichtet. Und obwohl die Fans und Gönner genügend Geld zusammenbrachten, um ihn bis Ende Saison in Winterthur zu halten, verliess er nach neun Runden den EHCW aus familiären Gründen. Seine Frau gebar ein Kind und wollte dabei in der slowakischen Heimat sein. Mit dem Geld wurde dann der Kanadier Alex Hutchings geholt. Er hat sich unterdessen gut eingelebt, kommt aber nicht an die Werte und Ausstrahlungskraft von Pulis heran.

Schneuwlys imposante Statistik

Während die Zürcher also überschätzt wurden, zeigt die Filterung von gewissen Statistiken, dass einige Oltner Spieler bisher unterschätzt wurden. Denn wer die aktuelle Tabelle betrachtet, weiss, dass besonders die Tore und Assists wichtig sind, die gegen die Topteams der Liga gelingen. Tore gegen die Farmteams sind zwar auch wichtig, um gewinnen und punkten zu können, doch ist die Wahrscheinlichkeit gross, sich in den Playoffs mehrheitlich mit den NLB-Topteams herumschlagen zu müssen und daher sind Tore und Assists gegen die Top-7-Teams der Liga von deutlich höherem Wert. Die studierten Lakers-Spieler McGregor und Mason sowie ein weiterer Kollege haben sich zur Aufgabe gemacht, diverse Statistiken auseinanderzunehmen. In der NLB haben sie sich angeschaut, wie viele Punkte ein Spieler im Schnitt pro Spiel erzielt. Sie haben diese Tabelle dann so erweitert, dass nur noch ersichtlich ist, wie viele Punkte ein Spieler pro Spiel im Schnitt gegen die Top 7 sammelt. Dabei wurde ersichtlich, dass insbesondere Cédric Schneuwly einen grossen Sprung in dieser spezifischen Skoringtabelle nach vorne in die Top 30 macht. Wird das Ganze noch auf die Plus-Minus-Statistik umgemünzt, nähert er sich den Top 15 der Liga. Manche mögen das als Zahlenspielerei betrachten, da langjährige Vergleiche fehlen. Es steht aber auch exemplarisch dafür, dass diverse Oltner gegen die Topteams die bessere Leistung abrufen können als gegen die vermeintlich kleineren Gegner. Das ist während der Qualifikation nicht zwingend hilfreich, ist aber im Hinblick auf die Playoffs positiv zu werten. Trotzdem: Auch wenn der EHCW kein Top-7-Team ist, darf morgen Abend gegen das Team mit dem grössten Absturz in der laufenden Saison ein Sieg erwartet werden. (von Andreas Hagmann)

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