Dienstag, 27. Juni 2017

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Die dümmste Saison-Niederlage


Der EHC Olten blamiert sich beim 3:4 gegen einen bescheidenden HC Thurgau.

BILDER
Das Oltner Highlight des Abends: Marco Truttmanns (rechts) Anschlusstreffer zum 1:2. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Olten - Thurgau 3:4 (0:0, 3:2, 0:2) 
Kleinholz. – 3249 Zuschauer. – SR: Oggier/Tscherrig, Gurtner/Pitton. – Tore: 25. Loosli (Arnold, Brunner) 0:1. 27. Vaskivuo (Himelfarb, Andersons) 0:2. 34. Truttmann (Gedig) 1:2. 35. Polansky (Truttmann, Wüst) 2:2. 39. Polansky (Grieder) 3:2. 42. Brunner (Arnold) 3:3. 53. Arnold (Andersons, Brunner) 3:4. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Olten, 5-mal 2 Minuten gegen Thurgau. 
Olten: Nyffeler (30. Mischler); Grieder, Gedig; Pargätzi, Ast; Bagnoud, Kobach; Meister; Huber, Schneuwly, Hirt; Wüst, Polansky, Truttmann; Schwarzenbach, Diem, Ulmer; Morini, Mäder, Aeschlimann. 
Thurgau: Schwendener; Wildhaber, Wollgast; Parati, Bucher; Rampazzo, Nater; Spiller, Himelfarb, Vaskivuo; Arnold, Brunner, Andersons; Loosli, Küng, Engler; Wieser, Bahar, Wyss. 
Bemerkungen: Olten ohne Feser (überzählig), Hürlimann, Leonelli, Rouiller, Sahli und Chuard (alle verletzt). – 30. Nyffeler mit Augenproblemen ausgeschieden. – 41. Mischler hält Penalty von Arnold. – Olten von 59:47 bis 60:00 ohne Torhüter Mischler, dafür mit sechstem Feldspieler. 

«Ich kann die Zuschauer verstehen, dass sie mit unserer Leistung nicht glücklich sind», konnte EHC-Olten-Trainer Maurizio Mansi die Unmutsbekundungen, die nach der Schlusssirene von den Tribünen des Kleinholz-Stadions zu hören waren, nachvollziehen.

Er selber war nach der 3:4-Niederlage seiner Mannschaft gegen den HC Thurgau nämlich auch restlos bedient. «Es stinkt mir gewaltig. Wir haben ein paar dumme Fehler teuer bezahlt. Das waren Punkte, die wir gut hätten gebrauchen können. Wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen», fand er deutliche Worte für das, was seine Spieler in den 60 Minuten zuvor geboten hatten.

Gehörige Portion Dummheit
Es gibt Niederlagen, nach denen man neidlos anerkennen muss, dass der Gegner besser war. Dann gibt es solche, bei denen das nötige Quäntchen Glück gefehlt hat. Und dann gibt es noch solche, wie diejenige gegen die bescheidenen Thurgauer. Man kann sie eigentlich nur als dumm bezeichnen. Denn es brauchte schon eine gehörige Portion Dummheit, um dieses Spiel zu verlieren.

Es fing schon damit an, dass die Oltner im ersten Drittel vier Überzahl-Gelegenheiten in Serie ungenutzt verstreichen liessen. 23:4 lautete das Schussverhältnis zugunsten des EHCO – was aber täuschte. Wirklich gefährliche Abschlüsse waren da trotz all der Powerplays kaum dabei. 

Polanskys Glanzlichter 
Die Thurgauer zeigten sich im zweiten Drittel ungleich effizienter und lagen dank zwei präzisen Abschlüssen innert zweier Minuten plötzlich mit 2:0 vorne. Warum, wussten sie wohl selber nicht genau. Aber immerhin löste der Rückstand beim EHC Olten nun endlich eine Reaktion aus – zumindest bei einer Sturmlinie. Jiri Polansky (er kam anstelle des erstmals überzähligen Justin Feser wieder zum Einsatz), Marco Truttmann und Philipp Wüst überforderten die Thurgauer Hintermannschaft permanent und waren im Alleingang verantwortlich für die Wende zum 3:2.

Der Auftritt dieses Offensiv-Trios bereitete den Zuschauern zumindest temporär Spass. Der Tscheche traf zweimal und zeigte auch sonst mehrmals, dass er ein unglaublich guter Spieler ist. An Polanskys Seite blühte auch Marco Truttmann auf, der nach seinem wunderbaren Anschlusstreffer zum 1:2 endlich wieder mit dem nötigen Selbstvertrauen ans Werk ging.

Kapitale Puckverluste
Doch all die Glanzlichter nutzten nichts, da sich die Oltner im letzten Abschnitt auf schier unfassbare Weise doch noch auf die Verliererstrasse manövrierten. Brunner und Arnold – also ausgerechnet zwei Ex-EHCO-Spieler – profitierten von kapitalen (oder eben dummen) Puckverlusten der Oltner in der eigenen Zone und schossen die Thurgauer wieder in Führung.

Es passte ins Bild, dass Curtis Gedig seiner Mannschaft mit einem überflüssigen Foul etwas mehr als zwei Minuten vor der Schlusssirene auch noch die Möglichkeit raubte, mit einem Mann mehr den Ausgleichstreffer anzustreben.

Pizza und Aussprache
Am Ende blieb so einmal mehr die Frage, warum es diese Mannschaft nicht schafft, die nötige Konstanz aufs Eis zu bringen? «Wir müssen endlich lernen, während 60 Minuten fokussiert und diszipliniert zu spielen. Aber wir reden jetzt seit sechs Monaten von denselben Dingen», zeigte sich Mansi fast schon ein wenig desillusioniert.

Der Oltner Trainer scheint nicht zu seinen Spielern durchzudringen. Heute nimmt er einen weiteren Anlauf, es zu versuchen. «Nach der Regeneration gibts Pizza in der Garderobe. Dann werden wir dort die Türen schliessen und uns offen und ehrlich miteinander unterhalten. Ich hoffe, dass wir danach endlich als Team auftreten», so Mansi.

Die Playoffs rücken immer näher. Viel Zeit für die dringend nötigen Korrekturen bleibt nicht mehr. (von Marcel Kuchta)

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