Freitag, 24. März 2017

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«Vielleicht hat es etwas Wahres»


EHC-Olten-Sportchef Köbi Kölliker über das Spielsystem, Teamspirit und den Trainer.

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Sportchef Köbi Kölliker will nicht nur Schlechtes in der Mannschaft des EHCO sehen. (Bild: Bruno Kissling)

Köbi Kölliker, am Sonntag hat der EHC Olten die dümmste Niederlage der Saison eingefangen. Warum gehen solche Spiele noch immer verloren? 
Köbi Kölliker: Wir verlieren hin und wieder unsere Linie, lassen uns durch sehr wenig aus dem Konzept bringen und werden dann nervös. Da müssen wir daran arbeiten, dass wir stabiler werden und unser Spiel durchziehen. 

Aber die Playoffs rücken näher und man hat immer noch das Gefühl, das Team hat sich alles andere als gefunden, die Linien werden oftgewechselt. 
Die Linien sind mehr oder weniger fix. Wir haben schon sehr viel ausprobiert und wissen, was funktioniert und was weniger. Es gibt immer wieder Spieler, die sich verletzen, die ersetzt werden müssen. Rochaden im Team sind kaum zu vermeiden. 

Und der dritte Ausländer ... 
... mit einem dritten Ausländer probiert man verschiedene Varianten aus, dass man im Ernstfall einen Impuls setzen kann oder flexibel Änderungen vornehmen kann, das gehört zum Business dazu. 

Aber das blinde Spielverständnis geht doch diesbezüglich verloren. 
Es spielt niemand blind, das ist so ein Klischee. Als Eishockeyspieler muss man mit jedem im Team spielen können, man muss aufeinander schauen. Wir haben ein Spielsystem – und ob dieses funktioniert, kommt auf jeden einzelnen Spieler an. 

Es kam am Montag bei einem Pizzaessen in der Kabine zu einer Aussprache. Was ging daraushervor? 
Es waren offene, ehrliche Gespräche – man konnte sich outen. Wir haben über Technisches, Taktisches, Emotionales, Individuelles gesprochen, wobei viel auf den Tisch gekommen ist – viel Positives, das wir mitnehmen wollen. Diese Aussprache hat es gebraucht. Es ist gut, dass jeder einzelne den Kopf leeren konnte. Jeder hatte den Spiegel vor dem Gesicht und musste sich selber eingestehen, dass es keine Entschuldigungen mehr gibt. Wir können nun positiv vorwärtsgehen. 

Die Spieler haben sich also wieder gefunden mit dem Trainer? 
Warum wieder? 

Weil es Unstimmigkeiten gab. 
Das seid ihr Journalisten, die das behaupten. Das war intern nie ein Thema. So, wie wir miteinander umgehen, ist es ok. 

Trainer Maurizio Mansi sagte nach der Thurgau-Pleite, er hoffe, dass man nach der Aussprache wieder als Team auftritt. Besteht der EHC Olten aus Einzelkämpfern? 
Man kann den Eindruck haben, dass vielleicht der eine oder andere etwas unglücklich kämpft, aber es ist nicht nur alles schlecht, auch in der Niederlage vom Sonntag nicht. Uns geht vielleicht noch etwas das Konsequente abhanden, das absolute Extra. Jetzt ist der Hinterste und Letzte gefragt, dies auf das Eis zu bringen. Es geht nichts über Emotionen und Kampfgeist, da hat der eine oder andere sicher noch etwas Luft nach oben. 

Maurizio Mansi hat bei der Aussprache an die Professionalität der Spieler appelliert. Wie sehen Sie das im EHCO-Alltag? 
Jeder hat ein gutes Programm und weiss, was er zu tun hat. Es kann sein, dass der eine oder andere den Weg des geringsten Widerstands zu gehen versucht. Schlussendlich ist jeder selber für sich verantwortlich, jeder spielt für seine Zukunft, jeder spielt für sein Portemonnaie. Es geht nur gemeinsam, das muss man vielleicht dem einen oder anderen wieder vor Augen führen. Klar: Wir haben Fehler gemacht, sonst hätten wir nicht Punkte liegen lassen. Aber daraus kann man auch erstarkt hervorgehen. Wir müssen die Fehler abstellen und das Gute noch besser machen. Wir haben noch überhaupt nichts verloren. 

Ist Maurizio Mansi der richtige Trainer für den EHC Olten? 
Maurizio Mansi und Chris Bartolone machen einen sehr guten Job, sind sehr ambitioniert, nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und arbeiten akribisch mit ihren Spielern. Zusammen setzen wir alles daran, den Turnaround zu schaffen. Aber klar, das Geschäft ist sehr schnelllebig, eine Garantie hat niemand. 

Ist Maurizio Mansi nächste Saison noch Trainer des EHCO? 
Wir leben heute. Ich weiss nicht, was morgen ist. Wir gehen die Sache sicher positiv an und wollen diese Saison so gut wie möglich abschliessen. Ich bin überzeugt, dass wir diesen positiven Elan, den wir mit dem Meeting gelegt haben, nun endlich ausnützen können. 

Man hat das Gefühl, dass vor allem die alteingesessenen Spieler nicht aus ihrer Komfortzone finden. Muss Mansi ihnen mehr Dampf machen? 
Das ist eben ein Gefühl, und solche können auch täuschen. Vielleicht ist etwas Wahres daran, vielleicht auch nicht. Jeder Spieler ist guten Mutes, will sich selber korrigieren und stets besser werden. 

Viele schwächelnde Spieler haben über diese Saison hinaus einen Vertrag. Hält man diese um jeden Preis? 
Das wäre das Ziel. Aber auch das kann niemand garantieren. Wenn nun alle auf diesem Stein, den wir nun im Meeting gelegt haben, aufbauen können, hat jeder die Berechtigung, auch nächste Saison für Olten zu spielen. (von Silvan Hartmann)

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