Montag, 1. Mai 2017

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Eine Nummer zu gross


Der EHC Olten unterliegt dem Leader SC Langenthal im heimischen Kleinholz mit 2:5.

BILDER
Einen Schritt zu spät und der Scheibe hinterher: EHCO-Stürmer Remo Hirt im Zweikampf mit Jeffrey Füglister. (Bild: HR. Aeschbacher)

 Olten - Langenthal 2:5 (0:1, 1:3, 1:1)

Kleinholz. – 4679 Zuschauer. - SR Koch/Staudenmann, Gurtner/Pitton. - Tore: 9. Völlmin (Kelly, Wolf) 0:1. 25. Campbell (Tschannen) 0:2. 30. Wüst (Polansky, Truttmann) 1:2. 33. Cadonau (Kummer, Tschannen) 1:3. 35. Rytz (Dünner, Primeau) 1:4. 50. Tschannen (Campbell, Kelly) 1:5. 53. Leonelli (Morini, Diem) 2:5. - Strafen: je 6-mal 2 Minuten.

Olten: Mischler; Kobach, Rouiller; Grieder, Ast; Meister, Aeschlimann; Bagnoud, Morini; Mäder, Feser, Ulmer; Wüst, Polansky, Truttmann; Huber, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach, Diem, Leonelli.

Langenthal: Mathis; Rytz, Cadonau; Ahlström, Pienitz; Wolf, Völlmin; Tschannen, Campbell, Kelly; Füglister, Dünner, Primeau; Kämpf, Kummer, Pivron; Gerber, Hess, Trüssel.

Bemerkungen: Olten ohne Gedig (überzählig), Schnyder, Hürlimann, Chuard, Sahli (alle verletzt) sowie Pargätzi (angeschlagen). Langenthal ohne Schüpbach, Duarte, Küng, Marti (alle verletzt) sowie Montandon (krank).

Es ist noch keine Woche her, da hatte der EHC Olten am Tag nach der 3:4-Schmach gegen Thurgau eine mittlere Sinnkrise mit einer Team-Aussprache aus der Welt geschaffen. Nach einem Aufgalopp gegen Winterthur (4:1) folgte das Derby gegen Langenthal gerade recht - wollte man meinen. Doch der EHCO vermochte die Trendwende gegen die Oberaargauer nicht auszunutzen. Der SC Langenthal, der mit dem 13. Sieg im 14. Spiel zweifellos das Team der Stunde ist, erwies sich als eine Nummer zu gross. «Wir waren ein wenig nervös und nicht alle haben unser Vorhaben auf dem Eis umgesetzt. Das ist schade», bilanzierte der sichtlich enttäuschte EHCO-Trainer Maurizio Mansi nach der diskussionslosen 2:5-Niederlage.

Nach einer ersten schadlos überstandenen Strafe gegen Oltens Marco Truttmann gelang es den Dreitannenstädtern über Minuten hinweg nicht, in die gegnerische Zone zu gelangen. Selbst bei nummerischer Ausgeglichenheit rannte der EHCO zu Beginn mehrheitlich der Scheibe nach und war mehr damit besorgt, den Puck aus der eigenen Zone zu spedieren, als das Spiel vor 4679 Zuschauern im heimischen Kleinholz zu bestimmen. So war es EHCO-Torhüter Matthias Mischler zu verdanken, dass der veritable Fehlstart in den Anfangsminuten nicht bis auf die Anzeigetafel durchdrang. Und trotzdem war es nur eine Frage der Zeit, bis Mischler hinter sich greifen musste: Michael Völlmin hatte die Scheibe nach einem Gerangel im Slot auf Pass von Brent Kelly ins Tor gestochert (9.).

Viele verlorene Zweikämpfe

Olten gestand Langenthal im Startdrittel viel Raum zur Entfaltung, sodass der Leader oftmals kinderleicht, ja butterweich, in die offensive Zone gelangte. Es brauchte ganz offensichtlich eine Pausenansprache von Trainer Maurizio Mansi, um dem Team Beine zu machen. Der EHC Olten checkte fortan besser vor und eroberte damit im Mitteldrittel die eine oder andere Scheibe. Doch inmitten dieser Aufwachphase erwies Verteidiger Chris Bagnoud seinem Team einen Bärendienst, als er mit einem Schuss in die Beine von
Stefan Tschannen dem SCL-Monstersturm einen Konter ermöglichte, welcher von Jeff Campbell eiskalt zum 2:0 ausgenutzt wurde (24.).

Der EHCO liess sich dadurch jedoch nicht aus der Ruhe bringen und kam nach einem überraschenden Spielzug über Polansky und Truttmann zum Anschlusstreffer, für den schliesslich Philipp Wüst besorgt war. Polansky war Gegner Philipp Rytz mit seiner Arbeit vor dem Tor so unangenehm zu verteidigen, dass dieser unmittelbar nach dem Treffer einen üblen Stockschlag verpasst bekam. Und so richtig schien das Derby seinem Namen gerecht zu werden, als Marco Truttmann bei SCL-Tschannen mit einem kernigen Check Präsenz markierte. Die darauffolgende hitzige Atmosphäre war jedoch nur von kurzer Dauer, weil der EHCO inmitten des aufkommenden Übermuts in das offene Messer lief.

Das Oltner Spiel war geprägt von vielen Fehlpässen und verlorenen Zweikämpfen. Sinnbildlich für diese dutzendfachen Fehler stand das 4:1 der Langenthaler, als gleich mehrere Zweikämpfe im eigenen Drittel verloren gingen und der frei gespielte Philipp Rytz die Überlegenheit mit
einem Hammer aus der Distanz ausnutzte.

«Wir müssen härter arbeiten»

«Sie haben eindeutig mehr für das Spiel gemacht, sind besser Schlittschuhe gefahren und haben viele Zweikämpfe gewonnen. Wir haben in diesem Derby nicht gezeigt, was in uns steckt. Jetzt müssen wir das Spiel analysieren und die gewonnenen Erkenntnisse mit ins Spiel nach Visp nehmen», gab sich Mansi zuversichtlich. Und Anthony Rouiller, der nach seiner langen Verletzungszeit sein zweites Spiel bestritt, meinte: «Es waren viele kleine Details, die nicht für uns sprachen. Schliesslich haben uns drei Weitschüsse das Genick gebrochen», sagte er. Doch wie lassen sich die kleinen Details aus dem Weg räumen? Der EHCO-Verteidiger, der selber beim 1:3 zu wenig konsequent beim Gegenspieler stand, brachte es auf den Punkt: «Wir müssen härter arbeiten, in den Spiegel schauen und sich gestehen, dass man einmal mehr ins Krafttraining und einmal mehr Videos studieren sollte.» Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. (von Silvan Hartmann)

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