Dienstag, 27. Juni 2017

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Auf dem Weg in die Sackgasse


Ein schwer enttäuschender EHC Olten verliert in Visp 2:6. Trainer Maurizio Mansi gerät unter Druck.

BILDER
Oltens Goalie Matthias Mischler (rechts) wehrt einen Schuss des Vispers Henrion ab. (Bild: Oegerli)

Visp - Olten 6:2 (2:1; 2:1, 2:0)
Litternahalle. – 3477 Zuschauer. – SR: Clément/Staudenmann (Altmann/Duarte). – Tore: 3. Leonelli (Mäder) 0:1. 13. Brunold (Dolana, Botta; Auschlüsse Hirt und Mäder) 1:1. 20. (19:33) Thibaudeau (Rapuzzi, Furrer) 2:1. 35. Kühni (Neher, Thibaudeau) 3:1. 36. Rapuzzi (Bucher, Henrion) 4:1. 40. (39:39) Truttmann (Wüst, Feser) 4:2. 52. Tobias Bucher (Rapuzzi) 5:2. 58. Rapuzzi (ins leere Tor; Ausschlüsse Wüst, Wiedmer) 6:2. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Visp, 7-mal 2 Minuten gegen Olten.
Visp: Aebi; Wiedmer, Burren; Kühni, Dubois; Lindemann, Heynen; Wyssen, Burgener; Tobias Bucher, Rapuzzi, Henrion; Dolana, Brunold, Botta; Thibaudeau, Neher, Furrer; Alihodzic, Rytz, Sturny.
Olten: Mischler; Grieder, Ast; Gedig, Aeschlimann; Meister, Rouiller; Bagnoud; Huber, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach, Diem, Ulmer; Morini, Mäder, Leonelli; Sahli.
Bemerkungen: Olten ohne Hürlimann, Schnyder, Kobach, Chuard (alle verletzt), Pargätzi (krank) und Polansky (überzählig). Visp ohne Camperchioli, Tim Bucher, Schmidli, Meili, Schoder und Rheault (alle verletzt). 35. Time-out Olten. 46. Time-out Visp.

Wir erinnern uns: Vor einer Woche trafen sich Spieler, Trainer und Sportchef nach der peinlichen 3:4-Heimniederlage gegen Thurgau zum gemeinsamen Pizzaessen in der Garderobe. Die grosse Aussprache, die «Chropfleerete», sollte alle Beteiligten wieder auf einen gemeinsamen Nenner bringen.

Eine Woche später fällt das Fazit mehr als ernüchternd aus: Am Dienstag gabs zwar einen 4:1-Sieg beim bescheidenen EHC Winterthur. Doch damit war die Herrlichkeit schon wieder vorbei. Gegen Leader Langenthal sah man am Freitag kein Land und verlor zu Hause diskussionslos 2:5. 

Zwei Tage später nun blieb selbst den hartgesottensten unter den Fans der Powermäuse das Pizzastück förmlich im Hals stecken. Was die Oltner bei der 2:6-Niederlage beim kriselnden EHC Visp aufs Parkett zauberten, spottet jeder Beschreibung. Nach dieser miserablen Leistung bleibt nur eine Feststellung: Diese Mannschaft steuert ungebremst in eine Sackgasse. Und weit und breit scheint kein Steuermann in Sicht, der das Ruder noch herumreissen könnte, bevor es zu spät ist. 

Traumstart ohne Folgen 
Dabei wäre gerade die Partie im Oberwallis, bei den stark verunsicherten und vom Verletzungspech geplagten Vispern, prädestiniert gewesen, ein Zeichen der Stärke abzugeben. Was herauskam, war eine himmeltraurige Vorstellung, bei der die Leistungskurve der Oltner, je länger das Spiel dauerte, umso steiler nach unten zeigte.

Dabei verlief der Start ideal. Nicolas Leonelli traf bereits in der 3. Minute zur frühen Führung. Doch dann verpasste es der EHCO, den anfälligen Gastgebern mit konsequentem Nachsetzen früh den Garaus zu machen. Im Gegenteil: mit drei Strafen in Serie lud man den EHC Visp ein, ins Spiel zurückzufinden. Und ehe man sichs versah, lag man mit 1:2 im Rückstand.

Was gleichzeitig auch schon der Anfang vom Ende war. Denn die immer wirrer und chaotischer agierenden Oltner waren nicht mehr in der Lage, diese niveauarme Begegnung in den Griff zu bekommen. Nach einem Doppelschlag zum 4:1 für die Visper war die Partie nach Spielhälfte gelaufen. 

«Weder Fisch noch Vogel» 
Wer auf ein Aufbäumen des EHCO hoffte, wurde im letzten Drittel bitter enttäuscht. Da kam gar nichts mehr. Da war eine Mannschaft am Werk, die sich innerlich aufgegeben hatte. Sogar Sportchef Köbi Kölliker fand für einmal deutliche Worte: «Das war desolat, weder Fisch noch Vogel. Kein Zusammenhalt weit und breit.» 

Nach diesem Auftritt kommt man endgültig nicht mehr darum herum, die Trainerfrage zu stellen. Ist Maurizio Mansi noch der richtige Mann für dieses Team, welches die Ideen seines Headcoachs offensichtlich nicht verstehen kann oder will? Sicher: Die Verletzungsmisere in der Abwehr (neben Simon Schnyder und Romano Pargätzi fiel Reto Kobach mit einer Gehirnerschütterung aus) zwang Mansi erneut zu Umstellungen, sodass Verteidiger Curtis Gedig (für den angeschlagenen Jiri Polansky) wieder zurück in die Mannschaft kam.

Mansis Hauptproblem ist aber, dass es in seinem Team viel zu viele Mitläufer und Schönwetterspieler gibt, die keine Verantwortung übernehmen, sich lieber in brotloser Kunst versuchen und dazu offensichtlich noch beratungsresistent sind. 

Personelle Änderungen?
Köbi Kölliker mochte nach dem Spiel nicht über den Trainer diskutieren, stellte aber personelle Änderungen bei den Spielern in Aussicht: «Da muss ich jetzt meinen Spielraum ausnützen.» Es wird am Montag also ziemlich sicher die nächste Gardinenpredigt setzen im Kleinholz. Klar ist aber auch, dass Kölliker nicht die halbe Mannschaft auswechseln kann, sodass am Ende doch der Trainer, das schwächste Glied in der Kette, über kurz oder lang zur Debatte stehen wird.

Klar ist: In dieser Verfassung sind die Oltner in den in weniger als einem Monat beginnenden Playoffs nicht mehr als Kanonenfutter. Es ist höchste Zeit, zu handeln. (von Marcel Kuchta)

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