Freitag, 28. April 2017

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Gustafsson-Premiere geglückt – «Wir sind wieder kreativer»


EHCO-Trainer Bengt-Ake Gustafsson holt mit Olten beim 4:3-Sieg in der Ajoie die ersten drei Punkte.

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Ruhig und besonnen: Der neue EHCO-Trainer Bengt-Ake Gustafsson während des Spiels gegen Ajoie. (Bild: photobist/Roger Meier)

Ajoie - Olten 3:4 (2:2, 0:0, 1:2) 
Voyeboeuf. – 1924 Zuschauer. – SR: Kämpfer, Pitton/Rebetez. – Tore: 1. Joggi (Privet, Mosimann) 1:0. 6. Wüst (Feser, Polansky/Ausschluss Joggi) 1:1. 7. Schneuwly (Hirt, Huber) 1:2. 14. Victor Barbero (Hazen, Devos) 2:2. 43. Schwarzenbach (Chuard) 2:3. 44. Hirt (Schneuwly, Kreis) 2:4. 51. Devos (Hazen, Casserini) 3:4. – Strafen: je 3-mal 2 Minuten. 
Ajoie: Paupe; Casserini, Hauert; Ryser, Pouilly; Simon Barbero, Devesvre; Suleski, Orlando; Hazen, Devos, Victor Barbero; Mosimann, Fuhrer, Joggi; Massimino, Privet, Marchon; Macquat, Frossard, Verret. 
Olten: Nyffeler; Aeschlimann, Bagnoud; Ast, Chuard; Rouiller, Kreis; Matter, Sahli; Ulmer, Feser, Schwarzenbach; Truttmann, Polansky, Wüst; Hirt, Schneuwly, Huber; Leonelli, Mäder, Morini. 
Bemerkungen: Olten ohne Kobach, Meister, Pargätzi, Hürlimann, Diem (alle verletzt), Grieder (krank) und Gedig (überzählig). 

Alle Resultate und die NLB-Tabelle finden Sie hier.

Die Message wurde schon am Abend der Trainerentlassung von Maurizio Mansi an das Team überbracht: Wer sich nun denkt, dass mit einem neuen Gesicht an der Bande des EHC Olten die Probleme aus der Welt geschaffen seien und der Qualifikations-Endspurt zum Selbstläufer mutiere, würde sich gewaltig täuschen. Gerade wegen des Trainerwechsels stehen die Spieler nun umso mehr in der Pflicht, ihre Leistungen abzurufen.

Es schien in den Startminuten so auszusehen, als sei diese deutliche Aussage nicht bei allen Spielern angekommen: Bereits nach 51 Sekunden netzte Ajoies NLA-Stürmer Mathias Joggi, der von Biel ausgeliehen wurde, zur 1:0-Führung ein. 

Verzicht auf Gedig
Nervosität war dem erfahrenen Startrainer Bengt-Ake Gustafsson während seiner EHCO-Premiere nicht anzusehen. Die Hände wärmte er sich in den Jackentaschen auf, den Mund vertiefte er immer wieder im Kragen seiner Jacke und er liess denn auch oftmals Assistenztrainer Chris Bartolone zur Mannschaft sprechen.

Das will jedoch nicht heissen, dass der ruhige, besonnene Schwede untätig blieb. So hatte er trotz kürzester Vorlaufzeit von zwei Tagen erste Impulse setzen können und ein offensives Statement gesetzt: Trotz zahlreich verletzter Verteidiger gab er etwa nicht Curtis Gedig den Vorrang, sondern liess Jiri Polansky und Justin Feser auflaufen. Ausserdem entschied er sich in der ersten Überzahlreihe gleich für fünf Stürmer, wovon mehrheitlich Marco Truttmann und Feser an der blauen Linie die Fäden zogen. 

Die mutige Entscheidung von Bengt-Ake Gustafsson, Gedig auszulassen, erwies sich letztlich als richtig. Der EHCO rettete die 4:3-Führung über die Zeit, die ersten drei Punkte unter Gustafsson sind gebucht: «Das war ein positiver Auftritt. Wir haben gekämpft und sind viel gelaufen. Trotzdem haben wir noch viel Arbeit vor uns. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht, haben viele Scheiben zu leichtfertig verloren», bilanzierte Gustafsson nach seinem ersten Sieg im ersten EHCO-Spiel.

Unkonzentrierte Defensive
Zweifellos war längst nicht alles gut: Der EHCO bekundete im Spielaufbau grosse Mühe, viele erste Pässe kamen gar nicht erst beim Empfänger an. Und dass die Oltner letztlich noch um den Sieg zittern mussten, hatte den Ursprung in unkonzentrierter Defensivarbeit, die von Ajoies Sturmduo Jonathan Hazen und Philip-Michael Devos kaltblütig zum 3:4-Anschlusstreffer (51. Minute) ausgenutzt wurde.

Die Ajoulouts brachten die Oltner dadurch jedoch nicht weiter aus dem Konzept. Auch nicht, als Romain Chuard vier Minuten vor Schluss wegen Haltens sein Team noch einmal unnötig arg in Bedrängnis brachte. Olten, das statistisch beste Boxplay-Team der NLB, brachte den Sieg letztlich souverän ins Trockene. Und das, obwohl vor dem Spiel wegen der langen Verletztenliste wenig für einen Oltner Vollerfolg in Pruntrut sprach. Doch mit Samuel Kreis (SC Bern) und Noah Matter (Bieler Junior) konnte die EHCO-Defensive vorübergehend stabilisiert werden. 

Gute Stimmung auf der Bank 
Umso erleichtert zeigten sich die Oltner nach dem Spiel: «Das hat Spass gemacht. Alle sind füreinander gegangen, haben bis zum Umfallen gekämpft. Wir traten wieder als Einheit auf, sodass auf der Bank immer positive Stimmung herrschte», sagte Stürmer Cédric Schneuwly und ergänzte: «Ein Trainerwechsel gibt immer wieder neue Impulse. Wir waren wieder kreativer und trauten uns mehr zu. Vor allem offensiv dürfen wir mehr versuchen. Darauf lässt sich aufbauen», befand der Captain, der für den 2:1-Treffer besorgt war.

Bezeichnend für diese Aussage ist nicht zuletzt die Statistik: Sowohl Diego Schwarzenbach wie auch Remo Hirt – zwei Spieler, die sich unter Maurizio Mansi auf der Suche nach ihrer Topform befanden – zeigten eine gute Leistung. 

Bengt-Ake Gustafsson will den Sieg im ersten Spiel nicht überbewerten. «Es blieb nicht viel Zeit, etwas zu verändern. Ich glaube auch nicht, dass wir nun mit Selbstverständnis bis ganz nach oben durchmarschieren. Wir müssen hart für unsere Ziele arbeiten. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir in zwei Wochen zum Start der Playoffs bereit sein werden.» (von Silvan Hartmann)

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