Freitag, 21. Juli 2017

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Frischer Wind, massierte Seelen


Nach Bengt-Ake Gustafssons Verpflichtung sehen sich die Spieler des EHC Olten in der Pflicht.

BILDER
Sucht sein Selbstvertrauen: Diego Schwarzenbach lieferte am Samstag in Pruntrut eine gute Leistung ab. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Simon Barbero kommt, Jonathan Ast geht
Man kann EHCO-Sportchef Köbi Kölliker nicht vorwerfen, dass er im Hinblick auf die bald beginnenden Playoffs untätig bleibt. Am Montagabend brachte er zu später Stunde einen weiteren Transfer über die Bühne. Oder besser gesagt einen Tausch. Verteidiger Simon Barbero, der bereits als Neuzugang für die kommende Saison festgestanden hatte, wird bereits jetzt vom HC Ajoie nach Olten wechseln. Im Gegenzug verlässt Verteidiger Jonathan Ast die Powermäuse und schliesst sich per sofort seinem Stammklub an. Der Franzose Barbero (23), der aus der Juniorenabteilung von Servette Genf stammt, sammelte in dieser Saison in 40 Spielen zehn Skorerpunkte (1 Tor). Ast (21) hatte in 28 Spielen drei Skorerpunkte gebucht (1 Tor). Sein Vertrag in Olten wäre Ende Saison ausgelaufen. (ku)

Es ist fast so, als hätten sie im Kleinholz-Stadion neue Ventilatoren installiert. Es geht dynamisch zu und her auf dem Eis, wenn der EHC Olten trainiert. Der frische Wind, den der neue Trainer Bengt-Ake Gustafsson in die Mannschaft gebracht hat, ist förmlich spürbar. Die Übungen werden konzentriert ausgeführt, die Spieler diskutieren untereinander, immer mal wieder ist ein Lächeln auf den Gesichtern zu erkennen.

Der Trainerwechsel und der wichtige Sieg beim HC Ajoie am vergangenen Samstag haben beim EHCO für Aufbruchstimmung gesorgt. Die spürt auch der neue Headcoach: «Die Gefühlslage ist positiv. Es war wichtig, dass wir das erste Spiel gewinnen konnten. Jetzt müssen wir das Momentum nützen und in diese Richtung weiterarbeiten», sagt Bengt-Ake Gustafsson. 

Im Beobachterstatus 
Der Schwede ist auch am Montag mehr Beobachter denn Übungsleiter. Ein paar Erklärungen an der Taktiktafel, dann verlässt er das Eis und schaut den Drills, die von Assistenztrainer Chris Bartolone geleitet werden, von der Spielerbank aus zu. Immer wieder geht er zu den Spielern und gibt kurze Anweisungen. Gustafsson ist klug genug, um zu wissen, dass er zu diesem späten Zeitpunkt der Saison das Rad nicht mehr neu erfinden kann: «Ich korrigiere nur Details. Es bringt nichts, zum jetzigen Zeitpunkt am System zu viel zu wechseln. Sonst sind die Spieler überfordert.»

Der 58-Jährige legt mehr wert auf den Wohlfühlfaktor und wird seinem Ruf als «Beruhiger», als Mann der leisen Töne, der den Spielern viel Vertrauen gibt, schnell gerecht: «Wichtig ist jetzt, eine positive Mentalität in die Gruppe zu bekommen. Wenn jeder Spieler hundert Prozent gibt, weiss ich, dass wir die Qualität und das Talent in der Mannschaft haben, um gute Resultate zu erzielen», sagt Gustafsson. 

Der richtige Typ
Einer, der eine Seelenmassage dringend benötigt hat, ist Diego Schwarzenbach. Der Oltner Goalgetter ausser Dienst gehörte zu einer ganzen Reihe Spieler, die zuletzt völlig neben den Schuhen standen und nicht annähernd ihr eigentliches Leistungslevel erreichten. Kein Wunder, schwärmt Schwarzenbach über den neuen Mann an der Bande: «Gus ist genau der Typ Trainer, den wir in unserer Situation brauchen. Viele Spieler hatten kein Selbstvertrauen mehr. Und wenn von 20 Spielern deren 10 zweifeln, dann wird es schwierig, erfolgreich zu sein.» 

Der 29-Jährige, der in 41 Spielen bisher erst sechs Tore erzielt hat, schätzt vor allem die neuen Umgangsformen, die nach dem mitunter recht unverblümt kommunizierenden Maurizio Mansi in der Garderobe Einzug gehalten haben: «Gus strahlt viel Vertrauen aus. Man wird nicht gleich in die vierte Linie oder unter die Wolldecke verbannt, wenn man mal einen Fehler macht. Es sieht so aus, als ob jeder Spieler wieder Spass hat. Das Team ist enger zusammengerückt.» 

Sollte es auch. Denn nicht nur Diego Schwarzenbach ist bewusst, dass nun die Zeit der Ausreden vorbei ist: «Jetzt sind wir Spieler an der Reihe mit Leistung abliefern.» Am Dienstagabend steht für die Oltner wieder eine dieser vermeintlichen Pflichtaufgaben auf dem Programm. Bei den Ticino Rockets in Biasca wird nichts weniger als ein Sieg erwartet. Bengt-Ake Gustafsson wird dieselbe Mannschaft wie in Pruntrut auflaufen lassen. 

In den Playoffs eine Nummer eins 
Im Tor wird wieder Dominic Nyffeler stehen und damit den finalen Kampf um die Position der Nummer eins einläuten. Bis Ende Qualifikation haben Nyffeler und Matthias Mischler, der seinen Vertrag mit dem EHCO um zwei Jahre verlängert hat, Gelegenheit, Werbung in eigener Sache zu betreiben. Dann wird das Rotationsprinzip auf der Goalieposition, welches Maurizio Mansi bisher anwendete, ein Ende haben. Auch hier weht also frischer Wind. (von Marcel Kuchta)

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