Sonntag, 28. Mai 2017

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Die unerwartet frühe Ankunft


Verteidiger Simon Barbero hat eigentlich erst für kommende Saison beim EHCO unterschrieben. Wegen eines Tauschgeschäfts streift er sich gegen den HC La Chaux-de-Fonds nun schon das zweite Mal das Oltner Trikot über.

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Voll fokussiert – der Zweiwegverteidiger Simon Barbero hat seinen ersten Heimauftritt für Olten. (Bild: Toppictures)

Es kam wie aus heiterem Himmel. Kurz vor Ende des nationalen Transferfensters gaben Ajoie und Olten bekannt, dass sie die Verteidiger Jonathan Ast und Simon Barbero tauschen. Eine Art von Transfer, die im europäischen Hockey noch immer äusserst selten ist. Spieler gegen Spieler zu tauschen kennt man eigentlich nur in Nordamerika, in der Schweiz höchstens von Servette-Trainer Chris McSorley. Der Tausch war auch insofern überraschend, weil mit Ast ein Verteidiger mit Entwicklungspotential, aber ohne NLB-Stammplatz den Verein verliess und Olten dafür einen jungen, bereits weit entwickelten Stammverteidiger erhielt. Ganz offensichtlich wollte Ajoie aber nicht mehr mit Simon Barbero planen. Auf den plötzlichen Transfer will Simon Barbero gar nicht eingehen. Schliesslich habe er ja ohnehin für kommende Saison in Olten unterschrieben, so Simon Barbero. Und der Einstand ist gelungen. Gegen Biasca zeigte er eine gute Leistung, vermochte mit seinem physischen Spiel, aber auch seinem Passspiel zu überzeugen. «Ich konnte mich gut einfügen», meint der Franzose mit Schweizer Lizenz. Dies trotz sprachlicher Barriere. Denn der deutschen Sprache ist der Verteidiger nicht mächtig. Bis anhin spielte er auch ausschliesslich im französischsprachigen Raum. «Ich spreche aber neben französisch auch englisch und diese Sprache beherrschen auch die anderen EHCO-Spieler. Kommunikationsprobleme gibt es daher nicht», meint Barbero. Trotzdem wolle er sich bemühen, das Schweizerdeutsch so rasch wie möglich zu verstehen. 

«Es wird ein wenig komisch»

84 kg verteilt auf 181 cm, das sind die Masse von Simon Barbero. In der laufenden Saison hat er für den HC Ajoie ein Tor erzielt und neun Assists gesammelt. Damit kommt er nicht ganz an die Werte der letzten beiden Jahre heran, wo er 16 respektive 18 Punkte sammeln konnte. Die Zahlen zeigen gleichwohl, dass er ein Zweiwegverteidiger ist. Dazu passt auch der Beschrieb über sich selber. «Ich bin ein kräftiger Spieler, der das intensive Spiel mag. Ich rücke dem Gegner auf die Pelle, versuche mich aber gleichzeitig auch offensiv einzuschalten. Denn ich behaupte, dass ich eine gute Spielübersicht habe», so der Franzose. Nach dem ersten Auswärtsauftritt mit dem EHCO freut er sich nun auf sein erstes Heimspiel. «Es wird natürlich ein wenig komisch», meint Barbero, der insbesondere in den letztjährigen Playoffs einige Schlachten im Kleinholz erlebt hat. Er mag das Kleinholz und die Stimmung dort. Den heutigen Gegner kennt Barbero ebenfalls bestens. Einerseits ist La Chaux-de-Fonds der Erzrivale von Ajoie. Andererseits hat er auch gegen die Neuenburger in den letztjährigen Playoffs intensivste Partien erlebt. «Die Chaux-de-Fonniers laufen wie die Verrückten und setzen dich permanent unter Druck. Ausserdem sind sie taktisch gut eingestellt und haben sehr gute Einzelspieler. Der zweite Tabellenplatz kommt nicht von ungefähr», meint Barbero. «Das heute kann ein grossartiges Spiel werden, davon bin ich überzeugt. Wir müssen in jedem einzelnen Einsatz alles geben. Dann können wir gegen die Neuenburger gewinnen», so die Devise des Neo-Oltners. Und wenn das Publikum nach den Ereignissen der letzten Wochen und den drei Siegen in Serie lautstark hinter der Mannschaft steht, ist das natürlich ein zusätzlicher Ansporn für die EHCO-Spieler. (von Andreas Hagmann)

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