Sonntag, 23. Juli 2017

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Ein EHCO, der Freude macht


Coach Gustafsson gewinnt das Heimdebüt mit einem «Stängeli» (10:1) über La Chaux-de-Fonds.

BILDER
Der EHCO überzeugte mit der besten Teamleistung der Saison. (Bild: HR. Aeschbacher)

Olten - La Chaux-de-Fonds 10:1 (3:1, 3:0, 4:0)

Kleinholz. – 4066 Zuschauer. – SR Mandioni/Wirth, Progin/Stuber. – Tore: 2. Feser (Martin Ulmer, Kobach) 1:0. 3. Heinimann (Gedig) 2:0. 6. Eigenmann (Sterchi) 2:1. 17. Martin Ulmer (Feser/Ausschluss Leblanc) 3:1. 28. Gedig (Ueli Huber, Feser) 4:1. 31. Kobach (Schwarzenbach) 5:1. 37. Marco Truttmann (Heinimann, Rouiller/Ausschluss Lukas Haas) 6:1. 45. (44:10) Ueli Huber 7:1. 45. (44:47) Leonelli 8:1. 47. Feser (Schwarzenbach) 9:1. 49. Heinimann (Marco Truttmann, Kreis/Ausschlüsse Sterchi, Stämpfli) 10:1. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Olten, 9-mal 2 Minuten plus 1-mal 10 Minuten (Eigenmann) gegen La Chaux-de-Fonds.

Olten: Mischler; Grieder, Gedig; Kreis, Rouiller; Kobach, Barbero; Bagnoud; Wüst, Heinimann, Truttmann; Huber, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach, Feser, Ulmer; Morini, Mäder, Leonelli.

La Chaux-de-Fonds: Wolf; Eigenmann, Hostettler; Ganz, Jaquet; Zubler, Stämpfli; Muller, Forget, Sterchi; Haas, Meunier, Leblanc; Carbis, Hasani, DeSimone; Hofmann, Erb, Dubois.

Bemerkungen: Olten ohne Polansky, Aeschlimann, Sahli (alle überzählig), Schnyder, Pargätzi, Hürlimann, Meister (alle verletzt). La Chaux-de-Fonds ohne Willemin, Boehlen (beide überzählig), Grezet, Hobi, Eriksson, Burkhalter, Bonnet sowie Hecquefeuille (alle verletzt). 

«Ich weiss es nicht!» Es war bei vielen EHCO-Spielern bis Mitte Januar die Standard-Antwort auf die Frage, weshalb trotz des enormen spielerischen Potenzials einfach nichts zusammenpassen will. Auch nach dem Trainerwechsel von Maurizio Mansi zu Bengt-Ake Gustafsson geben viele die Antwort noch immer, jedoch auf die Frage, wie es sein kann, dass sich der EHC Olten plötzlich von der besten Seite zeigt. «Es scheint auf alle Fälle so zu sein, als hätte der Trainerwechsel gefruchtet. Alle haben den Spass am Eishockey wieder gefunden. Wir machen plötzlich alles richtig, was wir zuvor falsch gemacht haben», sagt Diego Schwarzenbach.

«Wie bitte?», heisst es denn auch nach dem 4:1 von Curtis Gedig auf den Zuschauerrängen im Kleinholz. So mancher EHCO-Fan glaubte nicht so recht, was sich soeben auf dem Eis abgespielt hatte: Nach einer gewonnenen Scheibe an der Mittellinie spielen Topskorer Justin Feser, Ueli Huber und Gedig ihre Gegenspieler mit einem meisterhaften Direktspiel schwindlig. Zweifellos: Es ist das bislang spektakulärste Tor, das der EHC Olten in dieser Saison schoss. Von einem EHCO, den man so in der Ausgabe 2016/17 noch nie gesehen hat: Schnörkellos, gradlinig, zielstrebig und auch ultraeffizient zeigten sich die Gastgeber. Besonders augenfällig war auch, mit welcher Überzeugung die EHCO-Spieler das Passspiel zelebrierten. Selbst die gefährlichsten Querpässe über das halbe Eisfeld fanden den gewünschten Abnehmer. Als schliesslich HCC-Torhüter Tim Wolf in der 31. Minute nach dem 1:5 den Bettel hinwarf, war das Oltner Schützenfest erst richtig lanciert. Während sich die Neuenburger allmählich aufgaben, suchte der EHC Olten den «Stängeli»-Sieg vehement, der schliesslich mit dem Treffer von Thomas Heinimann bereits in der 49. Minute Tatsache war. Der Servette-Leihspieler nahm neben Wüst und Truttmann die Centerposition von Jiri Polansky ein, auf den Gustafsson überraschend verzichtet hatte. Nicht zuletzt wegen Heinimann, der mit drei Skorerpunkten brillierte, war nach dem Spiel die mutige Entscheidung des Trainers kein Thema mehr.

Nicht in Euphorie verfallen

Und so weist Gustafsson in drei Spielen drei Siege auf – die Bilanz lässt sich nach dem Auf und Ab mit Mansi sehen. Doch deshalb sogleich in Euphorie verfallen? Es wäre nicht Bengt-Ake Gustafsson, wenn er nicht mit beiden Beinen auf dem Boden bliebe. «So will man natürlich als Coach die Spieler sehen. Das Gefühl stimmt, jeder geht für jeden. Jeder versprüht Energie und den Willen, erfolgreich sein zu wollen.» Der 58-Jährige sagt es in einem ruhigen Tonfall, von dem man nicht entnehmen könnte, dass der Schwede soeben ein Eishockeyteam zu einem «Stängeli» gecoacht hat. Gustafsson versucht denn auch, den Puck tief zu halten: «Wir haben noch nichts erreicht. Wir müssen weiter fokussiert dranbleiben. Es gibt noch viele kleine Details, die wir nach wie vor besser machen können.»

Und auch Topskorer Feser weiss: «Das macht Spass. Jeder Einzelne hat heute seine Leistung abgerufen. Aber wir haben auch heute nur drei Punkte gewonnen. Nun gilt es, weiter hart an uns zu arbeiten, damit wir uns das Playoff-Heimrecht noch holen können.» Der EHCO befindet vier Spiele vor Ende der Qualifikation zumindest mit solchen Leistungen auf bestem Wege dazu. (von Silvan Hartmann)

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