Sonntag, 28. Mai 2017

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«Wir müssen jetzt Playoff-Hockey spielen»


Der EHC Olten bestreitet ein wegweisendes Spiel in Martigny – die Statistik spricht aber nicht für den EHCO.

BILDER
Cédric Schneuwly (Mitte) im Zweikampf an der Bande mit dem ehemaligen Oltner Junior Dimitri Malgin (rechts). (Bild: Archiv/Grossenbacher)

Das NLB-Restprogramm

Rapperswil-Jona (3. Platz/88 Punkte): Winterthur (7.2./A), Thurgau (10.2./H), Martigny (12.2./A).

Martigny (4./87): Olten (7.2./H), Biasca Ticino (10.2./A), Rapperswil-Jona (12.2./H).

Olten (5./85): Martigny (7.2./A), Langenthal (10.2./H), Winterthur (12.2./A).

Ajoie (6./80): GCK Lions (7.2./H), Visp (10.2./A), La Chaux-de-Fonds (12.2./H).

Trotz intensivster Qualifikations-Schlussphase mit nicht weniger als 7 Spielen in 16 Tagen wird im Oltner Kleinholz am Montagmorgen trainiert. Dabei steht die aktive Regeneration auf dem Eis im Vordergrund, gepaart mit einem gesunden Teambuilding-Gedanken, sodass sich auch Marc Grieders Sohn Leon am EHCO-Training beteiligen darf und sich selbst Assistenztrainer Chris Bartolone zu einem 3-gegen-3-Match auf kleine Tore hinreissen lässt.

Vierter Platz im Visier
Man spürt: Der Teamspirit ist trotz des neuerlichen Dämpfers in Visp (5:6 n.V.) mit Trainer Bengt-Ake Gustafsson zurückgekehrt, während die Konzentration und die Vorbereitungen auf das wegweisende Spiel am Dienstag in Martigny (19.45 Uhr) hochgefahren werden. Verliert der EHC Olten das Direktduell gegen die Unterwalliser, wird man sich mit fünf Punkten Rückstand das Heimrecht für die Playoff-Viertelfinals wohl abschminken müssen.

«Wir wollen nun die letzten drei Spiele noch gewinnen, damit wir diesen vierten Platz holen können», sagt Stürmer Cédric Schneuwly. Gelinge das nicht, gehe noch längst nicht die Welt unter: «Wir spielen auf fremdem Eis hin und wieder fast besser als vor dem eigenen Publikum. Das kann in den Playoffs auch eine grosse Chance sein», hält Schneuwly fest.

Drei Spiele – drei Niederlagen
Dass der EHCO am Dienstag ausgerechnet beim wohl realistischsten Playoff-Gegner gastiert, sei schon speziell: «Wir wollen eine Duftmarke setzen und einen guten Eindruck hinterlassen, dass sie sich bewusst sind, wo es allenfalls in den Playoffs langgeht», gibt sich Schneuwly kämpferisch – auch wenn die Statistik gegen Martigny nicht für die Oltner spricht: Sämtliche drei Direktduelle hatte der EHCO gegen Martigny verloren (2:3 n.V., 2:3 n.P., 2:5), obwohl die Partien stets auf Augenhöhe ausgetragen wurden. «Das müssen wir definitiv korrigieren», so Schneuwly lakonisch.

Einfacher wird es insbesondere nicht werden, weil der neue EHCO-Trainer Bengt-Ake Gustafsson sich noch immer in der Phase des Ausprobierens befindet und die Linien durcheinanderwirbelt – zumal auch gleich noch mehrere Spieler nach Verletzungen wieder ins EHCO-Spiel integriert werden mussten. Das hat nicht zuletzt zur Folge, dass sich «ein gesunder Konkurrenzkampf» um die Spieleinsätze ergeben habe.

Captain Hürlimann ist zurück
Einer, der nach einer dreiwöchigen Verletzungszeit wieder mittun kann, ist Stefan Hürlimann. Der Captain hatte wegen eines Muskelfaserrisses die turbulente Zeit rund um die Entlassung von Maurizio Mansi lediglich neben dem Eis mitbekommen, aber dennoch den immensen Druck aus dem EHCO-Umfeld in der Rekonvaleszenz täglich hautnah gespürt.

Es ärgerte Hürlimann, dass er seinen Beitrag «in einer schwierigen Zeit» nicht zum Besseren dazu leisten konnte. «Wir befanden uns in einer Negativ-Spirale. Wir hatten immer wieder die gleichen Fehler gemacht, für welche sich nur das Team zu verantworten hat und die kein Trainer der Welt ausmerzen kann», sagt Hürlimann rückblickend.

Umso positiver stimme es ihn nun, wie die Mannschaft aus dem mentalen Tief herausfand und Spiel für Spiel wieder Moral beweise. So komme es denn auch gerade recht, dass das Team unter Gustafsson auf dem Eis mehr Freiheiten geniesse.

Fehler nutzen
Doch damit ist es längst nicht gemacht: «Wir müssen schon jetzt in diesen letzten drei Qualifikationsspielen Playoff-Eishockey spielen», sagt Stefan Hürlimann, der bereits gegen Visp sein Comeback gab und dabei mit aufsässigem Pressing im Offensivspiel auf sich aufmerksam machte.

Doch das blosse Umlegen eines Schalters genügt zweifellos nicht. «Die grosse Kunst in den Playoffs wird es sein, die Fehler des Gegners ausnützen zu können. Gleichzeitig selber weniger Risiko auf sich nehmen und dabei aber den spielerischen Witz nicht verlieren», meint Hürlimann. Das gilt es am besten bereits am Dienstag gegen Martigny umzusetzen. «Ich erwarte ein pickelhartes Duell», so Hürlimann. (von Silvan Hartmann) 

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