Montag, 1. Mai 2017

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Blamable Playoff-Hauptprobe


Der EHC Olten unterliegt dem SC Langenthal mit 1:5 – Platz vier ist dennoch greifbar.

BILDER
Langenthals Doppeltorschütze Josh Primeau (rechts) sowie Nico Dünner beschäftigen die EHCO-Verteidiger Simon Barbero und Reto Kobach. (Bild: HR. Aeschbacher)

Olten - Langenthal 1:5 (0:2, 0:3, 1:0)

Kleinholz. – 5132 Zuschauer (Saisonrekord). – SR: Dipietro/Fischer, Altmann/Gurtner. – Tore: 6. Primeau (Dünner, Mathis) 0:1. 17. Kummer (Rytz) 0:2. 21. (20:28) Primeau (Füglister, Rytz) 0:3. 31. Gerber (Völlmin) 0:4. 33. Tschannen (Rytz/Ausschluss Wüst) 0:5. 50. Rouiller (Polansky, Wüst) 1:5. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Olten, 4-mal 2 Minuten gegen Langenthal.

Olten: Mischler (33. Nyffeler); Kreis, Rouiller; Grieder, Bagnoud; Kobach, Barbero; Meister, Morini; Polansky, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach, Feser, Truttmann; Wüst, Heinimann, Leonelli; Huber, Mäder, Aeschlimann.

Langenthal: Mathis; Rytz, Cadonau; Marti, Völlmin; Ahlström, Pienitz; Tschannen, Campbell, Kelly; Füglister, Dünner, Primeau; Küng, Montandon, Gerber; Kämpf, Kummer, Pivron; Hess.

Bemerkungen: Olten ohne Hürlimann, Pargätzi, Schnyder (alle verletzt), Diem, Gedig, Sahli (alle überzählig) und Ulmer (Nationalmannschaft Österreich). Langenthal ohne Schüpbach (verletzt), Duarte, Trüssel (beide überzählig) und Wolf (Nationalmannschaft Österreich). 2. Pfostenschuss Kelly.

Was passiert, wenn man bellende Hunde von der Leine lässt? Sie rennen in den Angriff und vergessen dabei das Hinterlassene – im Falle des EHC Olten ist es die Verteidigungsarbeit. Nachdem sich das Team unter Ex-Trainer Maurizio Mansi strikte an die Anweisungen des Herrchens halten musste, dürfen die EHCO-Spieler unter Bengt-Ake Gustafsson wieder auf mehr Freiheiten zählen. Doch dass man dabei gegen überlegene Mannschaften bitterböse bestraft werden kann, musste der EHCO gestern im Derby gegen den SC Langenthal erleben.

Nachdem die Powermäuse in der 5. Minute in der ersten Überzahlsituation den Führungstreffer suchten, machte plötzlich SCL-Torhüter Marco Mathis das Spiel schnell, lancierte Nico Dünner, der wiederum den soeben von der Strafbank zurückgekehrten Josh Primeau einsetzte, welcher die Gäste in Führung schoss. Dabei liess sich erst Anthony Rouiller und im Anschluss auch noch Samuel Kreis kinderleicht ausspielen.

Auch im Anschluss wurden der EHCO-Verteidigung die Limiten schamlos aufgezeigt, als man auf blinde Vorstösse gegen Dario Kummer (16.) und wiederum Josh Primeau (21.) ins offene Messer lief. Die Spannung unter den 5132 Zuschauern (Saisonrekord!) war bereits wieder verflogen, bevor das Derby richtig Fahrt aufnehmen konnte. «Es sind diese Sachen, über die wir täglich sprechen. Man darf nicht spekulieren und muss die Arbeit konsequent zu Ende führen», gab Trainer Gustafsson den Spielern zu bedenken und gestand ein: «Langenthal war aktiver und hat die Chancen besser ausgenutzt.» Und Captain Cédric Schneuwly geizte nicht mit Selbstkritik: «Das war enttäuschend. Wir kamen nie aus den Startlöchern. Ein solcher Auftritt darf uns so kurz vor den Playoffs nicht passieren.»

Dabei forderten die EHCO-Fans das Team vor der grossen Playoff-Hauptprobe mittels Transparent auf, beim letzten Quali-Heimspiel mit «Vollgas zum Derbysieg» zu agieren. Doch statt zu agieren, war der EHCO viel mehr damit beschäftigt, auf das leichtfüssige Spiel der Oberaargauer zu reagieren. Die Unterschiede von 20 Punkten auf der Tabelle waren denn auch nicht zu übersehen: Dass sich der SC Langenthal bereits vor dem Derby zum Qualifikationssieger auszeichnen durfte und der EHC Olten seinerseits bis zum letzten Spiel um einen Platz unter den Top-4-Mannschaften kämpfen muss, war schliesslich in jedem Spielzug auszumachen. Der EHCO scheiterte nach einem oftmals gelungenen ersten Pass bereits an der Überquerung der offensiven blauen Linie, sodass die Powermäuse mehr zufällig zu Abschlüssen kamen.

Entscheid um die Nr. 1 gefallen?

Als Lichtblick im Oltner Spiel darf einmal mehr Jiri Polansky erwähnt werden, der in der 50. Minute gleich vier Langenthaler Spieler mit einer Drehung um die eigene Achse austanzte und Anthony Rouiller mustergültig bediente. Es war jedoch nicht mehr als der trostlose Ehrentreffer. So erstaunt es wenig, dass die EHCO-Spieler nach der blamablen Hauptprobe den Blick nach vorne richten wollen: «Wir dürfen uns ein paar Minuten über diese Niederlage nerven und uns Gedanken über unsere Fehler machen. Aber wir müssen den Fokus nach vorne legen. Am Sonntag müssen wir in Winterthur wieder siegen», sagte Stürmer Stefan Mäder.

Spannend dürfte nun weniger als eine Woche vor Playoffbeginn ebenso die Frage sein, wer für die heisse Phase der Saison das Rennen um die Nummer eins im Oltner Tor macht. Matthias Mischler liess sich gestern nach dem fünften Gegentreffer auswechseln, worauf Dominic Nyffeler sämtliche Chancen der Oberaargauer zunichtemachte. Ob sich Gustafsson gestern für Nyffeler entschieden hat? «Vielleicht», sagt der Schwede, gefolgt von einem verschmitzten Lächeln. (von Silvan Hartmann)

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