Donnerstag, 27. April 2017

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Unnötige Strafen kosten Sieg


Der EHC Olten unterliegt zum Playoffauftakt einem effizienten Rapperswil-Jona mit 2:6.

BILDER
Harter Kampf um die Scheibe: Stefan Mäder im Duell mit Rapperswil-Jona-Topskorer Dion Knelsen. (Bild: Michael Walch)

Rapperswil-Jona - Olten 6:2 (2:0, 0:2, 4:0)

3373 Zuschauer. - SR Müller/Urban, Duarte/Kehrli. - Tore: 19. (18:12) Geyer (Ausschluss Polansky) 1:0. 20. (19:21) Hügli (Grossniklaus) 2:0. 36. (35:47) Polansky (Ulmer, Barbero/Ausschluss Hüsler) 2:1. 37. (36:36) Feser (Barbero, Truttmann/Ausschluss Schmutz) 2:2. 42. Mason (Knelsen/Ausschluss Schneuwly) 3:2. 44. Mason (Knelsen/Ausschluss Feser) 4:2. 47. Mason (Altorfer, Sataric) 5:2. 52. Vogel (Aulin/Ausschluss Ulmer) 6:2. - Strafen: 10mal 2 plus 10 (Altorfer) Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 14mal 2 Minuten gegen Olten.

Rapperswil-Jona: M. Nyffeler; Blatter, Geyer; Maier, Sataric; Grossniklaus, Profico; Gurtner, Auriemma; Rizzello, McGregor, Aulin; Casutt, Knelsen, Hügli; Schmutz, Vogel, Hüsler; Altorfer, Mason, Hoffmann.

Olten: D. Nyffeler; Grieder, Rouiller; Kobach, Barbero; Meister, Bagnoud; Aeschlimann, Geiger; Polansky, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach, Feser, Ulmer; Wüst, Heinimann, Truttmann; Huber, Mäder, Leonelli.

Bemerkungen: Olten ohne Gedig, Pargätzi, Schnyder, Hürlimann, Chuard (alle verletzt) sowie Diem, Morini, Sahli (alle überzählig).

Unkorrektes Anspiel, Goaliebehinderung, Stockschlag: Es sind die Vergehen, die dem EHC Olten schliesslich einen erfolgreichen Start in die Playoffs kosten. Die Rapperswil-Jona Lakers wissen im ersten Playoffspiel vor 3373 Zuschauern mit effizientem Powerplayspiel zu überzeugen und gewinnen Spiel 1 der Playoffs unter dem Strich verdient 6:2.

Cédric Schneuwly zeigte sich nach dem Spiel frustriert: «Wir waren über 40 Minuten drückend überlegen - und dann wird das Spiel verpfiffen. So in den Playoffs zu verlieren tut nicht nur weh, sondern ist auch ein Skandal», sagte der Captain von einer Mannschaft, die über das ganze Spiel hinweg 14 Zweiminutenstrafen sammelte. Schneuwly holte daraufhin tief Luft und bilanzierte: «Rappi wusste das clever auszunutzen.»

Bezeichnenderweise bittet der EHCO den Gegner regelrecht mit einer Strafe, sich doch auch am Spiel zu beteiligen. Eine Strafe, die unnötiger nicht hätte sein können: Als sich Jiri Polansky zu einem weiteren Bully vor dem Rapperswiler Tor aufstellt, verwirft dieser plötzlich die Hände, nervt sich darüber, dass sich Headschiedsrichter Thomas Urban viel Zeit lässt, die Scheibe ins Spiel zu werfen. Das Schiedsrichter-Trio bestraft den Tschechen wegen unkorrekten Anspiels für zwei Minuten, nachdem er zuvor bereits Schneuwly vom Bullypunkt wegschickte. Statt eines offensiven Bullys findet sich der EHCO plötzlich wieder in Unterzahl in defensiver Gefahr vor – und das lässt sich das Heimrecht-Team nicht nehmen: Cyrill Geyer bringt die Lakers mit einem satten Schuss prompt in Führung (18.). Die Oltner konnten sich von den Gegentreffer noch nicht einmal richtig erholen, stocherte Michael Hügli die freiliegende Scheibe zur doppelten Führung ins Tor. Dieser Doppeltreffer fiel in einer Spielphase, in welcher der EHCO immer mehr Aufwind bekam. Denn die Dreitannenstädter waren in den ersten 17 Minuten das bessere Team: aufsässiger, wacher, läuferisch präsenter.

Bremsklotz Truttmann

Mit diesen Eigenschaften startete der EHCO auch ins zweite Drittel und bewies Moral, indem sie den St. Gallern aufzeigten, dass auch sie zu einem Doppelschlag im Stande sind: Innert 49 Sekunden glichen Jiri Polansky und Justin Feser in Überzahl die Partie wieder aus (36.). Erst überlobte Polansky auf einen Abpraller Torhüter Melvin Nyffeler, worauf Feser mit einem wuchtigen Schuss von der blauen Linie auf Pass von Simon Barbero überzeugte.

Das Spiel wurde infolge der Ausgeglichenheit immer hitziger. Insbesondere, nachdem sich Thomas Heinimann auf eine Attacke an Niki Altorfer revanchierte und ihm einige Faustschläge verpasste. Davon sichtlich inspiriert wiederholte Verteidiger Chris Bagnoud dies Minuten später mit Tim Grossniklaus. Und dennoch sorgte auf der Oltner Bank vielmehr eine Strafe gegen Cédric Schneuwly für Unverständnis, der wegen Goaliebehinderung eine weitere Strafe einheimste. Bevor sich das Spiel zu einem echten Playoffkracher mauserte, war dieses bereits wieder vorüber, weil Steve Mason in der Folge mit einem Hattrick den Rapperswilern den Heimsieg sicherte.

Zu denken geben dürfte im EHCO-Umfeld insbesondere auch, dass Trainer Gustafsson zum Playoffauftakt mit der Sturmlinie Wüst, Heinimann und Trutmann auf eine bislang unbekannte Sturmlinie setzte. Dabei wirkte Truttmann nebst den läuferisch starken Stürmern Wüst und Heinimann wie ein Bremsklotz. Die Zeit, weiterhin Reihen zu rotieren, sollte vorbei sein. Ansonsten wird der EHC Olten schon früher mit dem Saisonende konfrontiert als erwünscht. (von Silvan Hartmann)

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