Freitag, 28. April 2017

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Fehlerhafte Defensive, harmlose Offensive


Der EHC Olten verliert das erste Playoff-Heimspiel gegen Rapperswil-Jona 2:4 – eine Reaktion muss folgen.

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Viel Verkehr vor Matthias Mischlers (Mitte) Tor: Der EHCO verliert nach einem schwachen Start auch das zweite Playoff-Spiel. (Bild: ae)

Nationalliga B, Playoff-Viertelfinals (best-of-7): 
Zweite Runde: Thurgau - Langenthal 1:4 (0:1, 0:1, 1:2); Stand: 0:2. Olten - Rapperswil-Jona 2:4 (0:1, 1:2, 1:1); Stand: 0:2. Ajoie - Martigny 5:3 (4:1, 0:1, 1:1); Stand: 2:0. Visp - La Chaux-de-Fonds 0:2 (0:0, 0:1, 0:1); Stand: 1:1. 
Dritte Runde: Dienstag, 21. Februar: Martigny - Ajoie (19.45 Uhr). Rapperswil-Jona - Olten (19.45). Langenthal - Thurgau (20.00). La Chaux-de-Fonds - Visp (20.00). 
 
Olten - Rapperswil-Jona 2:4 (0:1, 1:2, 1:1) 
Kleinholz. – 4856 Zuschauer. – SR: Müller/Wirth, Ambrosetti/Kehrli. – Tore: 2. Hüsler (Vogel) 0:1. 33. Knelsen (Geyer) 0:2. 35. Polansky (Ulmer, Feser/Ausschluss Grossniklaus) 1:2. 35. Casutt (Maier, Hügli) 1:3. 59. Mäder 2:3. 60. (59:49) Maier (Hügli, Knelsen/ins leere Tor) 2:4. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Olten, 6-mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona. 
Olten: Mischler; Rouiller, Bagnoud; Barbero, Kobach; Geiger, Meister; Schwarzenbach, Diem; Truttmann, Heinimann, Wüst; Ulmer, Feser, Leonelli; Hirt, Schneuwly, Polansky; Aeschlimann, Mäder, Huber. 
Rapperswil-Jona: Nyffeler; Geyer, Blatter; Sataric, Maier; Profico, Grossniklaus; Auriemma, Gurtner; Aulin, McGregor, Rizzello; Hügli, Knelsen, Casutt; Hoffmann, Mason, Schmutz; Hüsler, Vogel, Altorfer. 
Bemerkungen: Olten ohne Grieder, Gedig, Hürlimann, Pargätzi, Schnyder (alle verletzt), Morini und Sahli (beide überzählig). – 59:20 bis 59:50 Olten ohne Goalie Mischler anstelle eines sechsten Feldspielers. 

Der EHC Olten spielt 30 Sekunden vor Schluss mit einem sechsten Feldspieler noch einmal eine letzte Scheibe verzweifelt in die gegnerische Zone, die Stürmer graben sie aus – und scheitern ein weiteres Mal an Rapperswils Torhüter Melvin Nyffeler. Im anschliessenden Konter fällt die Entscheidung zum 2:4 ins leere Tor.

Der EHC Olten kann dem Druck vor heimischem Publikum damit nicht standhalten und befindet sich im NLB-Playoff-Viertelfinal gegen Rapperswil-Jona Lakers mit einem 0:2-Rückstand in der Best-of-7-Serie bereits arg in Rücklage. 

Verschlafenes Startdrittel 
Dabei war alles angerichtet für ein grosses Eishockeyfest im Oltner Kleinholz: 4856 Zuschauer begrüssten mit bengalischen Zündhölzern das Team, während auf dem Eis Cheerleaderinnen, begleitet von Feuertechnikanlagen, für Stimmung sorgten. Eine Gänsehaut-Atmosphäre, die die Spieler hätte pushen sollen – doch das Gegenteil trat ein.

Es machte nicht den Anschein, als wären sich die EHCO-Spieler bewusst, dass es sich bei dieser Sonntagnachmittagspartie nicht um eines der 48 Qualifikationsspiele handeln würde, sondern um den ersten Playoffkracher vor heimischem Publikum. Der EHC Olten wirkte abwesend. Und so kamen die Gäste in den ersten 90 Sekunden gleich sieben Mal gefährlich zum Abschluss, wovon EHCO-Torhüter Matthias Mischler einen Schuss passieren lassen musste. 

Miserable Pässe
Doch selbst mit dem frühen Gegentreffer von Cedric Hüsler wurden die Oltner nicht aufgerüttelt. Viel mehr zog sich eine miserable Passqualität durch das Oltner Aufbauspiel. Während Rapperswil-Jona abermals federleicht in die Angriffszone stürmte, tat sich der EHCO besonders schwer, vor das gegnerische Tor zu gelangen.

Erspielten sich die Oltner dennoch hochkarätige Chancen, blieben sie im Abschluss harmlos. Bezeichnend hierfür war Marco Truttmanns Riesenchance, der aus bester Abschlussposition unnötig den Schuss hinauszögerte (14. Minute). Das Verhältnis von 7:16-Torschüssen nach 20 Minuten sprach schliesslich Bände. 

So überlegen sich Rapperswil-Jona im Startabschnitt präsentierte, so erstarkt kamen die Powermäuse nach einer Pausenansprache wieder aus der Kabine. Doch selbst in einer minutenlangen Druckphase wollte dem EHC Olten keinen Treffer gelingen. Und zappelte die Scheibe dennoch einmal im Netz, wurde das Tor – völlig zurecht – wegen einer Kickbewegung von Remo Hirt nach einer 2:1-Situation über Jiri Polansky aberkannt. 

Toller Solotanz
So kam es, wie es kommen musste: Rapperswil-Jonas Topskorer Dion Knelsen schnappte sich im Mittelkreis die Scheibe, liess seine vier Gegenspieler mit einem Solotanz der Marke Weltklasse aussteigen und baute die Führung aus (33.). Dabei hatten besonders das Verteidigerduo Reto Kobach und Simon Barbero keine gute Falle gemacht. 

Einen weiteren kapitalen Fehler erlaubte sich EHCO-Torhüter Matthias Mischler, der sich nach einem «Buebetrickli» von Corsin Casutt düpieren liess (35.). Der Aussetzer kam zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, weil nur 25 Sekunden zuvor Jiri Polansky mit dem 1:2-Anschlusstreffer die Hoffnungen zurückbrachte. Und so erzielte in der Folge Stefan Mäder 90 Sekunden vor Schluss lediglich das 2:3, nachdem im Schlussabschnitt Martin Ulmer und Remo Hirt hundertprozentige Torchancen vergeben hatten. 

«Wir sind an uns selber gescheitert. In den Playoffs darf man solche Chancen einfach nicht auslassen. Besonders solche hart umkämpften Spiele werden in den Details entschieden. Wir müssen weiter hart daran arbeiten», sagte Polansky und appellierte an seine Teamkollegen, positiv zu bleiben: «Rappi hat sich nun lediglich einen Vorteil verschafft. Gewinnen wir das Auswärtsspiel, sind wir wieder im Rennen», so der Tscheche.

Klar ist: Es wird am Dienstag ein kapitales Spiel, bei dem eine Reaktion überfällig ist. (von Silvan Hartmann)

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