Dienstag, 28. März 2017

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Nahe an der Blamage


Der EHC Olten verliert das dritte Playoff-Viertelfinalspiel nach einer Strafenflut in Rapperswil-Jona 1:4 – es droht das frühzeitige Saisonende.

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Ausgerutscht: Der EHC Olten (hier Jiri Polansky) braucht nun vier Siege in Serie, will man in die Halbfinals einziehen. (Bild: André Grossenbacher)

Rapperswil-Jona - Olten 4:1 (2:1, 1:0, 1:0) 
St. Galler Kantonalbank-Arena. – 2926 Zuschauer. – SR: Urban/Wirth, Kehrli/Ströbel. – Tore: 16. McGregor (Knelsen, Sataric/Ausschluss Rouiller) 1:0. 17. Geyer (Rizzello, Knelsen) 2:0. 19. Polansky (Barbero, Ulmer/Ausschluss Geyer) 2:1. 39. Hügli (Knelsen, Mason/Ausschluss Mäder) 3:1. 56. Knelsen (Mason, Sataric/Ausschlüsse Feser, Polansky) 4:1. – Strafen: 8-mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 11-mal gegen Olten. 
Rapperswil-Jona: Melvin Nyffeler; Geyer, Blatter; Sataric, Maier; Auriemma, Gurtner; Profico, Grossniklaus; Rizzello, McGregor, Aulin; Hügli, Knelsen, Casutt; Hüsler, Vogel, Schmutz; Hoffmann, Mason, Altorfer. 
Olten: Mischler; Barbero, Kobach; Rouiller, Bagnoud; Geiger, Meister; Schwarzenbach, Schnyder; Hirt, Schneuwly, Polansky; Ulmer, Feser, Leonelli; Truttmann, Heinimann, Wüst; Aeschlimann, Mäder, Huber. 
Bemerkungen: Olten ohne Olten ohne Grieder, Hürlimann, Gedig, Pargätzi, Chuard (alle verletzt), Diem, Morini, Sahli (alle überzählig). 14. Pfostenschuss Aeschlimann. 59. Lattenschuss Casutt. 

«Nicht gut», sagt Remo Meister nach dem Spiel und nippt an seinem isotonischen Getränk, um dann noch klarer auf die Frage zu antworten, wie er die Mannschaftsleistung des EHC Olten zur 1:4-Niederlage einstuft: «Wir spielten nicht clever genug. Wir müssen einfach gradliniger spielen, härter rangehen und defensiv weniger zulassen. Es gibt keine andere Devise», sagt der langjährige EHCO-Verteidiger frustriert.

Es sind nicht mehr als Floskeln, die jeder Spieler derzeit von sich gibt. Sie zeigen auf, wie ratlos, wie rezeptlos der EHCO in diesen Playoffs agiert. 

In Bedrängnis gebracht
Es ist ein ungeschriebenes Eishockeygesetz: Siegreich beendet eine Playoffserie jene Mannschaft, die vor allem defensiv keine Fehler zulässt. Und jene Mannschaft war in diesem dritten Playoff-Viertelfinalspiel in Rapperswil-Jona wiederum nicht der EHC Olten: Beinahe im Minutentakt brachten sich die Dreitannenstädter gleich selber unnötig in Bedrängnis: Insgesamt 22 Strafminuten sammelten die EHCO-Spieler über das gesamte Spiel hinweg. Darunter war nicht nur eine Strafe zu viel: Drei der vier Rapperswiler Tore mussten die Powermäuse in Unterzahl hinnehmen. 

«Wir haben dumme Strafen eingefangen und waren einmal mehr nicht im Stande, das erste Tor zu schiessen», bedauert Anthony Rouiller. Die kapitale Strafenflut nahm inmitten der Oltner Aufbauphase ihren Lauf, als dem EHCO-Verteidiger nach einem Vorstoss die Scheibe über die Stockschaufel sprang. Um den Konter zu verunmöglichen, liess sich Rouiller zu einem Stockschlag hinreissen. Lakers-Topskorer Dion Knelsen nutzte die Überzahl aus spitzem Winkel zur Führung aus (15. Minute).

Dabei machte EHCO-Torhüter Matthias Mischler eine unglückliche Figur, da ihm die Scheibe via Brustschoner haltbar über den Rücken kullerte. Es schien, als wäre er gerade noch diesen ersten Gegentreffer am Verdauen, als er 51 Sekunden später seinen zweiten Aussetzer einzog: Ein kaum gefährlicher halbhoher Schuss liess Mischler nach vorne abprallen, worauf der von den Oltner Verteidigern ungedeckte Rapperswiler Cyrill Geyer einnetzen konnte. 

Laues Lüftchen
So rannte der EHCO einmal mehr einem frühen doppelten Rückstand hinterher, der aufgrund der Spielanteile durchaus hätte verhindert werden können: Stefan Mäder, Anthony Rouiller sowie der lauffreudige Philipp Wüst hatten Minuten zuvor Grosschancen ausgelassen. Auch in der Folge blieb der EHCO offensiv blass. Lediglich Jiri Polansky reagierte nach 19 Minuten auf einen Abpraller am schnellsten und stocherte die Scheibe zum 1:2 hinter die Linie.

Es war jedoch nicht mehr als ein laues Lüftchen, weil eine weiterfolgende Aufholjagd immer wieder durch Strafen jäh gestoppt wurde. Besonders ärgerlich erwiesen sich die beiden Strafen gegen Polansky in den letzten zehn Minuten. Der Tscheche sorgte mit seiner Undiszipliniertheit dafür, dass sich der EHCO schon frühzeitig geschlagen geben musste. So sorgte der überragende Dion Knelsen, der an allen vier Rapperswil-Toren beteiligt war, fünf Minuten vor Schluss einmal mehr im Powerplay gleich selber für den 4:1-Schlusspunkt. 

Und so trifft ein, was zu Beginn der Serie, welche auf dem Matchblatt nicht ausgeglichener sein könnte, niemand erwartet hätte: Der EHC Olten könnte sich am Freitag sieglos aus den Playoffs verabschieden. Es wäre eine Blamage, die dem Verein teuer zu stehen kommen würde. (von Silvan Hartmann)

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