Sonntag, 26. März 2017

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Routinier macht Olten fröhlicher


Joël Fröhlicher verbringt eine turbulente Saison – nun will er dem EHCO zur erfolgreichen Wende in den Playoffs verhelfen.

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Verteidiger Joël Fröhlicher überzeugte bei seinem EHCO-Debüt. (Bild: AE)

Joël Fröhlicher im grün-weissen EHCO-Dress? Man musste sich am Freitagabend erst einmal daran gewöhnen. Doch der Ex-Langenthaler fand bei den EHCO-Fans schnell Gefallen: Mit seiner jahrelangen Erfahrung als NLA- und NLB-Spieler brachte der B-Lizenzspieler mit über 800 Nationalliga-Spielen im Gepäck Stabilität in die Oltner Verteidigung, spielte überzeugende erste Pässe und vermochte gleichzeitig in der Offensive gefährliche Akzente setzen. Fröhlicher, der sogleich in der ersten Linie neben Anthony Rouiller verteidigte, strahlte zudem die nötige Ruhe aus, die es braucht, um nach einem 0:3-Rückstand in einer Serie doch noch Erfolg haben zu können: «Es hat mir ein gutes Gefühl gegeben, zu wissen, dass ich auf diesem Niveau nach wie vor mithalten kann», sagt der bald 35-Jährige ganz bescheiden über seinen EHCO-Einstand.

Es war eine Art Hassliebe, die Fröhlicher gegenüber dem EHC Olten empfand. Hier die umkämpften Derbys als Langenthaler, dort die tiefe Verbundenheit als Zuchwiler zur Region. «Für mich war Olten schon immer ein Topteam mit grossen Ambitionen. In den vergangenen Jahren war ein grosser Respekt da, gegen Olten zu spielen. Ein Team, das über grosse individuelle Klasse verfügt», lobt Fröhlicher. Man spürt: Er sagt es nicht bloss, weil er nun während der Playoffs selber dem NLB-Team angehört: «Was will man denn mehr als für den kantonseigenen Klub zu spielen?» Das Team nahm den harmoniebedürftigen Routinier denn auch problemlos auf. «Ich habe mich von Beginn an sehr wohl gefühlt, kenne die halbe Mannschaft und habe mit vielen schon zusammengespielt.»

«Man kann es Mobbing nennen»

Diese Harmonie vermisste er zuletzt: Denn Fröhlicher verbringt eine turbulente Saison und hatte in den vergangenen sechs Monaten drei verschiedene Klubtrikots getragen. Am Ursprung der Geschichte stand die Vertragsauflösung in Langenthal Ende September. Fröhlicher will auch heute noch das Positive aus den vier Jahren SCL hervorstreichen, erwähnt, wie vorbildlich die Organisation arbeite und welches Herzblut in den Verein hineingesteckt werde. Doch da war plötzlich ein Trainer – Jason O’Leary –, der ab dem ersten Training an Fröhlicher «rumnörgelte», wie er sagt. «Man kann es auch Mobbing nennen.» Ein Trainer, der sich mit dem SCL-Eckpfeiler auf «ein Spielchen» einliess, indem er ihn hin und wieder auf der Bank schmoren liess oder ihm nach über 17 Jahren Erfahrung als Verteidiger plötzlich eine Rolle als Stürmer zuwies. Fröhlicher begann sich zu hinterfragen und entschloss sich, zu handeln, nicht zuletzt, weil er die Enttäuschung und den Frust aus den alltäglichen Trainings mit nach Hause zu seiner Familie nahm. Fröhlicher, der in Biel wohnt und als Selbstständiger eine Firma führt, zog einen Schlussstrich und verzichtete auf seinen Vertrag, der noch für anderthalb Jahre Gültigkeit gehabt hätte.

Nach der Trennung im vergangenen Herbst kam die Kontaktaufnahme von Olten. Ein Engagement wollte jedoch noch nicht klappen, worauf er einen zweijährigen Vertrag beim EHC Basel unterschrieb. Der Erstligist verfolgt nach einer Umstrukturierung und einer neuen Führung grosse Ziele und will sich mittelfristig wieder in der Nationalliga etablieren, scheiterte nun aber in den Playoffs an Zuchwil Regio. «Der Verein befindet sich derzeit inmitten eines sehr interessanten Prozesses. Ich fühle mich geehrt, dass ich dort eine Führungsposition einnehmen und die jungen Talente Schritt für Schritt an ein hohes Niveau heranführen darf», sagt Fröhlicher, der offensichtlich auch mit bald 35 Jahren noch nicht genug vom Eishockey hat. In den Playoffs mit Basel erhielt er zwischen 30 und 40 Minuten Eiszeit pro Spiel: «Ich glaube, ich war konditionell noch nie so fit wie in diesem Jahr», sagt der 1,87m grosse Verteidiger lachend, der mit 103 kg in die Saison startete und nun noch 93 kg Muskelkraft auf die Waage bringt. Bleibe er fit, könne er sich sehr gut vorstellen, bis 40 weiterzuspielen. Auch mit dem EHC Olten? Fröhlicher zögert – und sagt: «Ich habe einen laufenden Vertrag, der EHC Basel hat sicher Priorität. Aber ich würde lügen, würde ich sagen, die NLB hätte für mich keinen Reiz mehr.» (von Silvan Hartmann)

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