Donnerstag, 27. April 2017

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Eine Demütigung zum Abschluss


Der EHC Olten scheidet nach einer 2:5-Pleite in Rapperswil aus den Playoffs aus.

BILDER
Die EHCO-Spieler schleichen nach dem Saison-Aus enttäuscht vom Eis. (Bild: André Grossenbacher)

Rapperswil-Jona - Olten 5:2 (1:1, 1:0, 3:1)

St.-Galler-Kantonalbank-Arena. – 3309 Zuschauer. – SR Wirth/Müller, Kehrli/Ambrosetti. – Tore: 6. Wüst (Rouiller, Truttmann/Ausschluss Maier) 0:1. 18. Casutt (Ausschlüsse Aulin; Fröhlicher) 1:1. 35. Profico (Knelsen/Ausschluss Truttmann) 2:1. 43. Casutt (Hügli) 3:1. 46. Hügli (Ausschlüsse Grossniklaus; Fröhlicher, Polansky) 4:1. 57. Sataric (Schmutz/Ausschluss Hügli!) 5:1. 59. Bagnoud 5:2. – Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona, 5-mal 2 Minuten gegen Olten.

Rapperswil-Jona: Melvin Nyffeler; Maier, Sataric; Geyer, Blatter; Grossniklaus, Molina; Gurtner, Studer; Casutt, Knelsen, Hügli; Profico, Aulin, Rizzello; Schmutz, Vogel, Hüsler; Altorfer, Mason, Hoffmann.

Olten: Dominic Nyffeler; Fröhlicher, Rouiller; Kobach, Barbero; Bagnoud, Geiger, Meister; Wüst, Polansky, Truttmann; Schwarzenbach, Feser, Ulmer; Leonelli, Schneuwly, Hirt; Huber, Mäder, Aeschlimann; Hürlimann.

Bemerkungen: Olten ohne Grieder, Chuard (beide verletzt), Schnyder und Pargätzi (rekonvaleszent).

Es waren schwierige Minuten, die schwierigsten wohl der ganzen Saison. Die Minuten unmittelbar nach dem finalen 2:5 gegen die Rapperswil-Jona Lakers. Ausgelaugt bedankten sich die Spieler bei den rund 300 mitgereisten EHCO-Fans und schlichen danach mit hängenden Köpfen in die Garderobe, während die Lakers-Fans ihre Mannschaft minutenlang feierten.

Es war Tatsache: Der 3:0-Heimsieg vom Freitag war nicht mehr als ein letztes leises Aufbäumen. Dass die Serie mit 1:4-Siegen nicht hart umkämpfter ausgehen würde, hatte vor Playoffstart kaum jemand gedacht. Unter dem Strich reichten den Lakers fünf solide Playofftage, um der Powermaus die Kraft zu entnehmen. Und so verabschiedet sich der EHCO erstmals seit drei Jahren (2:4 im Viertelfinal gegen La Chaux-de-Fonds) wieder vor den Playoff-Halbfinals in die Sommerpause. Und dies inmitten des NLA-Dreijahresplans, einer Saison, in welcher man als Saisonziel den Playofffinal bekannt gab.

Dabei wurde dem EHC Olten an diesem Sonntag ein drittes Heimspiel in der Serie von den Lakers auf dem Silbertablett serviert. Doch die Oltner brachten das Kunststück zustande, trotz fünf Powerplays und zahlreicher Chancen lediglich mit einem 1:1 in die erste Pause zu gehen. Die Quittung kam prompt: Mit einer Abfolge defensiver Fehler brachte der EHCO den Gegner ins Spiel, bevor man dieses für sich hätte entscheiden müssen: Casutt, Hügli und Profico sorgten für die Wende. Schliesslich liess sich als Schlusspunkt Torhüter Dominic Nyffeler mit einem Befreiungsschlag über das halbe Feld bezwingen. Es war eine bezeichnende Szene, die eine verkorkste Saison nicht besser hätte darstellen können.

«Das war zu wenig von allem»

Die 1:4-Demütigung der Lakers gilt es beim EHC Olten erst einmal zu verdauen. Klar ist, dass man sich über die Mannschaft hinweg hinterfragen muss und auch Entscheidungen gefällt werden müssen, die inmitten eines NLA-Dreijahresplans wehtun werden. Sportchef Köbi Kölliker hütete sich unmittelbar nach dem Aus vor vorschnellen Schlüssen: «Ferien? Jetzt beginnt das Analysieren der Saison. Wir werden mit der Mannschaft hart ins Gericht gehen. Wir haben gekämpft, aber wir haben die Saison nicht erst heute verloren und auch nicht in den letzten zwei, drei Spielen», sagte Kölliker und fügte an: «Es stehen viele Gespräche an. Und dabei werden wir versuchen, noch irgendetwas Positives von dieser Saison mitzunehmen.»

Viel Positives konnten die Spieler bei den Interviews unmittelbar nach dem Saison-Aus nicht erkennen. «Es ist eine grosse Leere da. Die Enttäuschung ist riesig», erklärte Captain Stefan Hürlimann, um für die Selbstkritik tief Luft zu holen: «Das war einfach zu wenig von allem. Wir sind teilweise in Schönheit gestorben. Hinzu kommt, dass in allen Spielen das Glück nicht auf unserer Seite war, aber dieses kann man auch nur erzwingen, wenn man die Scheibe konsequent vors Tor spielt.» (von Silvan Hartmann)

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