Sonntag, 28. Mai 2017

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«Grillieren kann ich auch später noch»


Die ZT Medien AG (Zofinger Tagblatt/Luzerner Nachrichten/Radio Inside) begleiten den Neu-Eidgenossen Patrick Räbmatter aus Uerkheim in den nächsten Monaten in einer zehnteiligen Serie auf dem Weg zum Unspunnen-Schwinget, dem Saisonhöhepunkt 2017. Teil 1:Patrick Räbmatter im Schwingkeller in Zofingen.

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Eine imposante Erscheinung: Patrick Räbmatter im Schwingkeller in Zofingen. (Bild: mwy)

 «Log do, de Königskiller esch ou cho», wird Patrick Räbmatter im Schwingkeller von einem seiner Teamkollegen empfangen. Drei Tage sind vergangen, seit der Uerkner am Hallenschwinget in Thun im ersten Gang der Saison den Schwingerkönig Matthias Glarner ins Sägemehl gebettet hat. Nach drei weiteren Siegen und zwei Niederlagen reicht es «Räbi» letztlich zum geteilten siebten Rang – ein gelungener Saisonstart, der die Kameraden vom Schwingklub Zofingen zu Gratulationen animiert.

Um konstant noch weiter nach vorne zu kommen, braucht es nur eines: Training, Training und Training. Neben Kraft- und Konditionseinheiten stehen jeweils am Mittwoch eineinhalb Stunden im Kurzholz im Schwingkeller in der Stadtsaalturnhalle in Zofingen auf dem Programm. Das von den technischen Leitern Simon Schär und Sandro Widmer geleitete Training des Schwingklubs Zofingen ist abwechslungsreich und anstrengend. Manchmal ist es fast beängstigend still, nur noch ein tiefes Atmen ist zu vernehmen. Es ist warm und feucht, der Schweiss fliesst, auch beim Jungschwinger David Baumgartner. Der 15-Jährige aus dem Hintermoos sieht sich einer für ihn unlösbaren Aufgabe gegenüber. Im Bodenkampf soll er den gegen 100 Kilogramm schwereren Patrick Räbmatter auf den Rücken legen. Er zieht, schiebt und rupft, doch «Räbi» bewegt sich keinen Millimeter.

«Wenn man körperlich unterlegen ist, rät es sich, tief zu stehen», erklärt der ehemalige Kranzer und letztjährige Trainer von Patrick Räbmatter, der Reidermooser Matthias Arnold, «ich bin jeweils lieber auf den Boden mit ihm. Die Bodenarbeit kann er sicher noch verbessern, aber im Stand hat er zwei, drei sehr gute Schwünge, die auch schon viel Erfolg gebracht haben.»

Der grösste war der Eidgenössische Kranz im letzten August in Estavayer-le-Lac. «Wenn man mit einem Eidgenossen trainiert, merkt man, was für Kräfte dahinterstecken», sagt «Mättu», «wenn man ihn trainieren darf, kann man ihm aus eigener Erfahrung zeigen, was man selbst falsch gemacht hat, damit er diese Fehler nicht auch begeht.»

Zu lernen hat der 25-jährige Patrick Räbmatter trotz vielen Erfolgen noch immer etwas, schliesslich ist er eher ein Spätberufener, nachdem er zuerst elf Jahre als Fussballtorhüter in Schöftland «tätig» war. «Wenn im Schwingkeller einer etwas sieht, dass man besser machen könnte, wird das auch gesagt», erklärt der Lastwagenchauffeur.

Was das Training betrifft, gibt es für den 153-kg-Brocken keine Vorlieben, «ich mache alles gern.» Und auch, wenn seine Kollegen an einem schönen Sommerabend gemütlich zusammensitzen, hat er keine Mühe, den Schwingkeller aufzusuchen: «Wie heisst es doch so schön: Ohne Fleiss kein Preis. Es ist ein Hobby mit Leidenschaft, dann gehe ich sogar gerne in den Keller. Grillieren kann ich auch später noch.» (Michael Wyss)

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