Freitag, 18. August 2017

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«Glaubed a d’Liebi und a FC Lozärn»


Tobi Gmür und Band rockten Geschichten aus dem Leben.

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Tobi Gmürs Texte brachten das Publikum zum Zuhören und Nachdenken. KS

«Kleinkunst-Rock’n’Roll in Mundart» versprachen die Veranstalter der Kleinen Bühne dem Publikum im Vorfeld des Konzerts von Tobi Gmür. Rund 30 Personen liessen sich das Vergnügen mit purer, bodenständiger Musik und ehrlichen, tiefgründigen Texten nicht entgehen – und genossen es hörbar in vollen Zügen. Der familiäre, intime Rahmen der Kleinen Bühne schien wie geschaffen für den Luzerner Sänger, Musiker, Songwriter und Produzent Tobi Gmür und seine Geschichten aus den Mundartalben «Winterthur» (2016 veröffentlicht) und «Sincerely, T. Gmür» (2015).

«Winterthur» heisst Tobi Gmürs aktuelles Album. Zum Titelstück hat der 43-Jährige Luzerner das Liebeslied «Chopf» ernannt, «weil Winterthur im Text vorkommt» («Mis Moll ond dis Dur brenged mech bes uf Winterthur»). Das erste Stück, das Tobi Gmür (Gesang, Bass, Gitarre), Sämi Gallati (Gitarre), Kuno Studer (Gitarre, Bass) und Rafi Woll (Schlagzeug, Bass) spielten, war «Melodie». Darin geht es um die Entstehung eines Liedes: «Sie cha Härz verbräche und ech sägere Melodie, sie schöttlet mech döre ond si esch gnueg guet für mech, Melodie s’get nüt gratis ossert dech.» «Melodie» ist eine von zwei in Zofingen in Mundart gespielten Adaptionen aus den englischsprachigen 1990er- und 2000er-Jahren des früheren Bandleaders von Mother’s Pride. Das zweite, schnelle Mitklatschlied wurde von «Go and get me love» in «Gang und hol mer Glöck» umgetextet.

«Woni jong gsii be» bekam Tobi Gmür nach eigenen Aussagen von Sämi Gallati zum Geburtstag geschenkt. Darin geht es um die gemeinsame Jugend der beiden, die sie in einer Hippiekommune verbrachten: «Ond all die Stonde e Gitarre und e Chäller, Energie entlade und uuflade nomeh, üs het niemer öppis chöne, au wenn er no so fescht het welle.»

Als «Retourkutsche an Sämi» bezeichnete Gmür das frohstimmende «Kaderstufe 2 (oder so)»: «Du besch emmer ome wennd ome mosch sii, ech chome nome emmer hendedrii, du luegsch vöre ond gsesch döre derbii, s’esch e Freud.» Mit dem rockigen «Es brönnt» zelebrierten Gmür und seine Kollegen ihre Leidenschaft für den Fussball, speziell den FC Luzern. Als einziges politisches Lied bezeichnete Tobi Gmür «Buddelehof» – eine Ode an Luzern, in der es um Menschen geht, die die Stadt verlassen müssen: «Mer bruuched muetigi Lüüt gäge s’Gommischrot, mer bruuched Egge ond Kante und d’Brüedere Roth, chömed zrogg all ehr Onbequeme all ehr schwarze Schof, es get no es paar Egge wie de Buddelehof.»

Lieder vom Fallen und Aufstehen
In seinen musikalischen Geschichten erzählte Tobi Gmür auf bodenständige Weise aus dem Leben eines Menschen, von Sehnsüchten, Erinnerungen, vom Fallen und wieder Aufstehen, von Freundschaft und Liebe, von Menschen, die es besser wissen, aber doch nicht recht haben. Tobi Gmürs Texte brachten das Publikum zum Zuhören, Miterleben und Nachdenken, die rockig-bluesigen, kraftvoll gespielten Melodien luden zum gut gelaunten Mitklatschen, Tanzen und Wippen ein. Die Künstler und die Kleine Bühne verwuchsen zur perfekten Symbiose. Nach mehreren Zugaben gaben Gmür und Co. dem Publikum zum Abschied ihr Motto mit auf den Heimweg: «Glaubed a d’Liebi und a FC Lozärn.»

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