Samstag, 24. Juni 2017

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«Vielleicht eine noch grössere Dimension»


Der wegen sexuellen Missbrauchs inhaftierte Pfarrer arbeitete mehrere Jahre in Kölliken und Erlinsbach.

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Der Pfarrer hatte zuletzt mehrere Jahre in der reformierten Kirche Kölliken gearbeitet. (Foto: Lufila/Wikipedie)

Die Nachricht, dass ein Aargauer Pfarrer wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch mit Jugendlichen verhaftet wurde, sorgte am Freitag für Schlagzeilen im Kanton und darüber hinaus. Laut SRF soll der 68-Jährige seine eigenen Enkel jahrelang missbraucht haben. Gemäss Recherchen von Tele M1 hat der seit März Inhaftierte zuletzt mehrere Jahre in der Gemeinde Kölliken im Bezirk Zofingen gearbeitet. Bis ins Jahr 2001 waltete er dort als Pfarrer für die reformierte Kirche. In der 4000-Seelen-Gemeinde ist man schockiert über die Enthüllungen.

«Kinder zu missbrauchen, ist das Schlimmste, was man machen kann», sagt eine Rentnerin, die sich noch gut an den ehemaligen Dorfpfarrer erinnert. «Das hätte ich niemals von ihm gedacht», sagte eine andere Befragte. Auch Christoph Weber-Berg, der Präsident der Reformierten Landeskirche Aargau, ist bestürzt über den Fall des ehemaligen Kölliker Pfarrers. Im Gespräch mit Tele M1 beteuert er, dass es während der Tätigkeit des Beschuldigten nie Hinweise auf sexuellen Missbrauch gegeben habe.

Es besteht Wiederholungsgefahr

Weil das Zwangsmassnahmengericht die Haftentlassung des Beschuldigten verfügt hatte, reichte die Aargauer Staatsanwaltschaft eine Beschwerde beim Obergericht ein, wie Mediensprecherin Elisabeth Strebel erklärt. Für sie ist klar, dass der 68-Jährige in Haft bleiben muss: «Der Staatsanwaltschaft liegt ein Gutachten vor, das darauf schliessen lässt, dass beim Inhaftierten eine Wiederholungsgefahr besteht.»

Laut Tele M1 soll der Beschuldigte Mitte der 80er- und 90er-Jahre auch in der Gemeinde Erlinsbach als Pfarrer tätig gewesen sein. Kurz vor seiner Pensionierung predigte er im Kanton Schwyz. Strebel dazu: «Weil der Mann in mehreren Kantonen als Pfarrer tätig gewesen ist, wollen wir herausfinden, ob der Fall vielleicht noch grössere Dimensionen annimmt.» (luk)

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