Sonntag, 20. August 2017

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SOMMERSERIE Im letzten Teil aus dem TVZ-Archiv erzählt der Autor von seinen schönen Jahren beim TV Zofingen.

BILDER
Michael Wyss als Neunjähriger (im roten Kreis) am Jubeln mit der TVZ-Meistermannschaft von 1983. (Bild: OL)

Mein Sohn Ben ist zehn Jahre alt, spielt seit vier Jahren Handball beim TV Zofingen und ist voller Leidenschaft dabei. So oft es geht, begleite ich ihn an die Turniere, die vom September bis in den April jeweils stattfinden. Ben hätte durchaus auch Fussballer, Inlinehockeyaner, Turner oder Läufer werden dürfen. Aber ganz ehrlich, seine Wahl der Sportart begrüsse ich – und nicht nur deshalb, weil Handball zum grössten Teil in einer Halle stattfindet.

Weshalb erzähle ich Ihnen das? An jedem Sonntag, den ich mit Ben in der Halle verbringe, kommen in mir Erinnerungen an meine Jugend hoch. Und diese wurden beim Durchstöbern des umfangreichen TVZ-Archivs von Reiner Schmitt noch mehr aufgefrischt.

Nach den ersten Versuchen bei Bruno Hostettler in der Jugi habe ich richtig bei den D-Junioren von Trainer Heinz Roth mit Handball begonnen. Ich habe sämtliche Juniorenstufen beim TVZ durchlaufen, war lange in der Regionalauswahl und habe es letztlich vor meinem schulisch bedingten Rücktritt im Alter von 20 Jahren bis ins Kader des Fanionteams (damals NLB) geschafft. Ich musste oft hören, dass mir das nur deshalb gelungen ist, weil mein Vater Hanspeter viele Jahre (1987 bis 1995) Präsident der Zofinger Handballer war. Seis drum, denn ich kann mich noch an viele gute Leistungen erinnern, etwa an die A-Inter-Junioren-Partie in St. Gallen, in der ich 13 Tore erzielt habe oder an die neun Treffer gegen einen damals aktuellen Junioren-Nationalspieler von Borba Luzern oder den Sieg am grössten Junioren-Handballturnier der Welt in Teramo (It).

Ein wichtiger Teil der Jugend

Das sind allerdings nicht die Momente, an die ich am liebsten zurückdenke. Ich bin mit Handball aufgewachsen und habe dabei viele interessante Menschen kennenlernen dürfen. Ich war noch ein kleiner Junge, als einmal in der Woche Nationalspieler Höse Huber bei uns zu Mittag gegessen hat. Als Neunjähriger war ich dabei, als der TV Zofingen und der charismatische Trainer Ranko Jankovic zum zweiten Mal den Meistertitel in die Thutstadt holten. Ich habe viele Samstagabende mit TVZ-Pullover und Fahne direkt hinter dem Tor verbracht.

Später durfte ich erleben, was es heisst, Teil einer intakten und erfolgreichen Mannschaft zu sein. Obwohl wir uns bis zu fünf Mal in der Woche in der Halle gesehen haben, haben wir praktisch nach jedem Training den Abend bei Margret Heiniger in der Markthalle ausklingen lassen und auch die restliche Freizeit zusammen verbracht. Ich durfte mit Max Schär, Iwan Ursic oder John Petter Sando zusammenspielen und gegen Robbie Kostadinovich, Pascal Jenny und viele weitere ehemalige Nationalspieler antreten.

Vor der letztlich wenig erfolgreichen Aktivkarriere war ich Jugileiter und Juniorentrainer, danach 1.-Liga-Coach und Frauentrainer beim TV Zofingen. Ich habe viele Jahre den Verein als Berichterstatter begleitet und dabei auch unschöne Zeiten miterlebt. Selbst an diese erinnere ich mich manchmal, doch das Positive überwiegt bei weitem. Ich bin dem TVZ dankbar für viele tolle Erlebnisse und Begegnungen mit aussergewöhnlichen Menschen.

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