Dienstag, 21. Februar 2017

Zofingen

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Das Ich im Blick des anderen


Im Kunsthaus hinterfragen 15 Künstler die Grenzen zwischen Ich und  nicht ich.


BILDER
Karoline Schreiber (bild: mif)

Wie gebannt starren sie in ihre Handys. Die Büsten der griechischen Götter Hermes, Artemis, Athene  sowie der Königin Niobe und des römischen Kaisers Claudius  haben im Kunsthaus Zofingen einen verlängerten Arm in die Gegenwart erhalten. Auch der virtuelle Arm der Smartphones reicht weit. Sie projizieren  bewegte Gesichter auf die kühlen Marmor- und Gipsbüsten und wiederspiegeln damit, wie sehr heute Geräte zu Oberflächen des Selbst geworden sind. Ich telefoniere, surfe, whatsappe, smsle, like… also bin ich. Trotzdem reden die Figuren aneinander vorbei. Dass die Stimmen zeitweilen zum Kanon «Ich google mich, die googelst dich...» anschwellen, bestätigt nur deren reflexive Selbstbezogenheit.  «Generation Head Down» nennt sich die raumfüllende multimediale Installation des Berner Künstlers Franticek Klossner im grossen Saal des Obergeschosses. In seinen Augen ist das Ich ein fluides, körperloses Selbst. In unserer mediatisierten Lebenswelt muss es sich durch stetes Tippen und Wischen stetig neu erschaffen und sich seiner selbst versichern.

Mehr zur Ausstellung im Kunsthaus Zofingen sowie weitere Bilder finden Sie in der Printausgabe des ZT/LN vom Donnerstag.

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