Montag, 27. März 2017

Zofingen

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Die Region ist Export-Hochburg


66 Prozent der Industrieproduktion des Bezirks Zofingen gehen ins Ausland.

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In der Region Zofingen ist im laufenden Jahr netto nicht mit mehr Arbeitsplätzen zu rechnen, aber auch nicht mit Abbauten. LEE

Da staunt der Laie – und der Fachmann schmunzelt: 66 Prozent des Gesamtumsatzes von 46 Unternehmen mit rund 14000 Mitarbeitenden aus dem Bezirk Zofingen wird im Exportbereich erzielt. Das ergab eine Umfrage der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK). Der Fachmann, der hier lächelt, ist Peter Gehler, Head of Communications bei der Siegfried AG und Präsident der Wirtschaft Region Zofingen (wrz). «Siegfried exportiert rund 90 bis 95 Prozent seiner Produktion», sagt er. Auch die Franke mit ihren Kaffeemaschinen, Küchen- und Waschraumsystemen ist stark exportorientiert. Ein weiterer Name, der im Gespräch mit Gehler fällt, ist die Herstellerin der «Unterwäsche der Filmstars», Zimmerli of Switzerland, in Aarburg. Auch die Müller Martini AG gehört in die Liste der exportorientierten Unternehmen: Sie ist mit ihren Produkten und ihrem Wartungsgeschäft für Maschinen im Druckbereich stark international tätig.

66 Prozent des Umsatzes aus dem Exportgeschäft, das ist ein kantonaler Spitzenwert. Einzig die Unternehmungen im Bezirk Kulm positionieren sich ebenfalls über 60 Prozent, genauer mit 63 Prozent Export. Baden mit ABB, GE und anderen Grössen der Maschinenindustrie generiert einen Ausfuhranteil von 39 Prozent, der Bezirk Aarau – zu diesem schlagen jeweils die Grossbanken in ihren Wirtschaftsstudien die Region Zofingen – einen von nur 4 Prozent.

Starke Baubranche
Besteht mit diesem hohen Exportanteil für den Bezirk Zofingen ein Klumpenrisiko? Peter Lüscher ist Geschäftsleiter der AIHK. «Die Kammer hat 1700 Mitgliedsfirmen, die 40 Prozent der im Aargau Erwerbstätigen beschäftigen. 75 Prozent der AIHK-Unternehmen haben weniger als 50 Mitarbeitende.» Werte, die, schaut man in andere Wirtschaftsstudien, auch für die Region Zofingen gelten. Wer aber konkret geantwortet hat, das ist eine offene Frage, wie auch die des Klumpenrisikos. Gehler sagt: «Im Bezirk Zofingen ist insbesondere der Baubereich sehr stark.»

Dieser Bereich wirbt im Aargau mit «baustark». Stärker, verblüffend stark ist im Aargau das Segment der Pharma- und Chemieindustrie. 62 Prozent der Exporte aus dem Kanton ins Ausland wird durch diesen Sektor gestemmt. Über die ganze Schweiz gesehen (und damit inklusive der Basler Chemie- und Pharma-Unternehmen) sind es 45 Prozent. Die Zahl für den Aargau ist so neu – und erstaunt.

Wieder lächelt ein Fachmann. Raphael Schönbächler, der die AIHK-Fragebogen ausgewertet hat, sagt: «Der Bund hat die Zollstatistik überarbeitet. Neu wird der Produktionsstandort erfasst und nicht mehr jener des Speditionsorts für die Reise ins Ausland.» Aus diesem Grund lassen sich Vorjahreszahlen nur schlecht mit den aktuellen vergleichen. Fest steht aber, dass Chemie und Pharma für das laufende Jahr neue Stellen planen.

Stagnation bei den Arbeitsplätzen
Für den Bezirk Zofingen präsentiert sich die Gesamtsituation bei Arbeitsplätzen als Nullsummenspiel: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der AIHK-Umfrage gehen davon aus, dass weder Stellen geschaffen noch abgebaut werden. Will man das nach Branchen aufschlüsseln, muss man aufgrund der Anonymisierung der Umfrage kantonale Zahlen zur Hand nehmen. Aus diesen wird klar, dass nach Einschätzung der Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Industriesektor die Talsohle durchschritten ist und damit die Phase des Stellenabbaus sich ihrem Ende nähert. Nicht so im Bereich der Druckindustrie und der Medien.

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