Dienstag, 21. Februar 2017

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Erotik-Bar lässt Zornesadern schwellen


Sieben Einsprachen gegen das Baugesuch eingereicht – wegen der Planungszone sind sie vorläufig sistiert.

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Das Gesuch für eine Erotik-Bar im früheren Restaurant Sonne (Bildmitte), schräg gegenüber der Kirche an der Einmündung der Engelbergstrasse in die Rothackerstrasse, löst Widerstand aus. BRUNO KISSLING

Dass es Einsprachen gegen die Erotik-Bar geben würde, war klar. Nach dem Ablauf der Einsprachefrist steht nun auch fest, wie viele bei der Walterswiler Gemeindeverwaltung eingegangen sind: Es sind deren sieben. Überraschende Absender sind nicht darunter: Neben fünf Privatpersonen, grösstenteils Anwohner, haben wie angekündigt sowohl die Einwohner- als auch die Kirchgemeinde Einsprache gegen das Baugesuch von Zvonko Petrovic eingereicht.

«Die Hauptgründe, welche die Einsprecher gegen die Erotik-Bar vorbringen, sind allfällige Lärmbelastung, mangelnde Parkplätze, die Nähe zum Schulhaus und zur Mehrzweckhalle sowie die Tatsache, dass die Liegenschaft an der Rothackerstrasse mitten in einer Wohnzone liegt», gibt die Walterswiler Gemeindepräsidentin MarieLouise Wilhelm-Merz auf Anfrage Auskunft. «Einige monierten auch, dass ein solches Etablissement nicht mitten ins Dorf gehöre.» Nach dem üblichen Ablauf müssten diese Einsprachen nun von der Baukommission behandelt werden.

«Vorderhand geht baulich nichts»
Doch aus diversen Gründen hat der Walterswiler Gemeinderat letzte Woche eine Planungszone über vier Parzellen im Dorfkern verfügt (wir berichteten). «Aus diesem Grund bleiben die Einsprachen momentan sistiert», erklärt WilhelmMerz. Das bedeutet, dass sie vorderhand nicht behandelt werden. Zu den vier Parzellen in der Planungszone gehört neben einem Vorplatz mit Parkplatz und Grünfläche und dem ehemaligen Dorfladen auch die vormalige «Sonne»-Bar.

«Solange die Planungszone besteht, geht baulich nichts», stellt die Gemeindepräsidentin klar. Auch auf den anderen drei Parzellen darf in den nächsten drei Jahren nichts verändert werden. So lange nämlich hat die Planungszone Bestand. Die Wohnungen im Obergeschoss der Liegenschaft an der Rothackerstrasse 15 können zwar vermietet, jedoch nicht umgebaut werden, so Wilhelm-Merz. Alle Beteiligten seien entsprechend informiert worden. Neben den Einsprechern sind dies auch der Liegenschaftseigentümer sowie der Bauherr.

Trotz der Planungszone: Die Erotik-Bar ist damit noch nicht vom Tisch. «Es können noch Einsprachen gegen den Erlass der Planungszone erhoben werden», erklärt Marie-Louise Wilhelm-Merz. Und zwar bis zum 13. März. Bislang sind beim Walterswiler Gemeinderat noch keine Schreiben dieser Art eingetroffen.

Letzte Woche liess Bauherr Zvonko Petrovic gegenüber dieser Zeitung verlauten, dass er in der ehemaligen «Sonne»-Bar gar keine Erotik-Bar mit Zimmervermietung, sondern ein Motel und eine gewöhnliche Bar einrichten wolle. Marie-Louise Wilhelm-Merz: «Wenn dem so wäre, müsste Herr Petrovic sein altes Baugesuch zurückziehen und ein neues eingeben.» Denn rechtlich verbindlich sei, was in der Bauausschreibung stehe. Und dort steht «Zimmervermietung, Bar mit Dienstleistungsbetrieb im Erotikbereich». Bislang sei weder das alte Baugesuch zurückgezogen noch ein neues eingereicht worden. «Aber auch wenn es nur ein Motel geben sollte, würde es zum Beispiel Lärmbelastungen geben, die man so nicht will», fügt Wilhelm-Merz bei.

250 Unterschriften gesammelt
Als unmittelbare Massnahme gegen die Erotik-Bar wurde von mehreren Walterswilerinnen vor zwei Wochen eine Unterschriftensammlung in Angriff genommen. Diese wird heute Freitag abgeschlossen und dem Walterswiler Gemeinderat übergeben werden. Insgesamt sollen gegen 250 Unterschriften zusammengekommen sein, heisst es vonseiten der Initiantinnen. Zum Vergleich: Walterswil zählt rund 700 Einwohner.

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