Sonntag, 28. Mai 2017

Zofingen

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Vor diesen Herausforderungen steht Zofingen


Was muss der Stadtrat in den nächsten vier Jahren anpacken?

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Wie stark soll Zofingen wachsen? Jede neue Wohnung bringt Steuerzahler.

Noch vor fünf Jahren ging es der Stadt Zofingen finanziell schlecht. Eine Steuerfusserhöhung stand auf der politischen Agenda. Mehr berappen, das wollten die Stimmbürgerinnen und -bürger in ihrer Funktion als Steuerzahlende nicht. Sparen und Restrukturierungen waren danach über viele Monate Hauptthemen im Stadt- und Einwohnerrat. Diese «Übung» ist mehr als geglückt. Die Hauptstadt Aarau ist heute im Schulden-Turm gefangen und das einst prosperierende Baden ächzt unter seiner Schuldenlast.

Finanzplan auf Kurs
Punkto Finanzen schneidet Zofingen im Benchmark mit vergleichbaren Zentrumsgemeinden des Kantons ausgezeichnet ab. Investitionen und deren Selbstfinanzierung sind bis zum Budget 2017 weitgehend im Gleichschritt. In den nächsten Jahren stehen jedoch im Bildungsbereich und bei der Verkehrsinfrastruktur Grossinvestitionen an. Die sind im Finanzplan enthalten und zum Teil auf Realisierungskurs. So um 2021 werden 25 Millionen Franken Investitionen erwartet, welchen etwas mehr als 5 Millionen aus der laufenden Rechnung gegen- überstehen. 2024 sollte die Phase der Verschuldung ausgestanden sein. Der Finanzplan liefert ab dann wieder «rosige» Prognosen, zumal die Stadt im Stichjahr im Bereich der Infrastrukturen ihre Aufgaben gemacht haben dürfte.

Ein finanzielles Damoklesschwert, das über der Stadt Zofingen (und allen anderen Gemeinden im Kanton) schwebt, sind nicht beeinflussbare Ausgaben. Das sind primär die Bereiche Lehrerbesoldungsanteile, Sozialhilfe und Pflegefinanzierung. Letztere ist in Zofingen aktuell ein Politikum, weil das neue Seniorenzentrum Brunnenhof im letzten Jahr ein Defizit von 0,08 Millionen Franken geschrieben hat. Dies obwohl die Auslastung bei 98,59 Prozent lag. Misswirtschaft? Wohl eher das Resultat gesellschaftlicher Entwicklungen. Im Heim sind mehr und mehr nur noch jene Leute, welche schwer pflegebedürftig sind. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung in der Stadt Zofingen überdurchschnittlich alt ist.

Korrigierend auf die Finanzen einwirken kann und will der aktuelle Stadtrat über eine Wachstumsstrategie. Hier zielt er auf Neubauten mit qualitativ hochwertigen Wohnungen, wie sie derzeit auf der Falkeisenmatte entstehen, ab. Deren künftige Bewohner sollen über ihre Steuern für ein Einnahmenwachstum sorgen.

Infrastrukturen unter Druck
Wachstum wirkt sich auf die Infrastrukturen aus. Hier eilt die Zeit insbesondere im Bildungsbereich. Viele Kinder, die dereinst Schulraum benötigen, sind bereits auf der Welt. Stadt- und Einwohnerrat arbeiten mit Hochdruck am Thema. Für ein neues Quartierschulhaus beim BZZ war kürzlich Baubeginn und über zusätzlichen Raum im Bereich des Gemeindeschulhauses «brütet» eine Kommission.

Gefordert ist auch die Verkehrsinfrastruktur. Vieles – die Unterführung der Strengelbacherstrasse – ist realisiert. Der Bereich Bahnhofplatz und Untere Grabenstrasse in Planung. Was fehlt, ist eine Unterführung der Aarburgerstrasse, welche die Nationalbahnlinie unterquert. Dem neuen Stadtrat werden die Aufgaben (hier auf wichtige Punkte reduziert) nicht ausgehen. Hinzu kommt: In der Politik des Stadtrats wird jede Bürgerin, jeder Bürger ein ganz persönliches Haar in der Suppe finden.

Kommentare zu diesem Artikel (1)

Buchi, 18.05.2017, 18:55 Uhr

Wahrscheinlich verstehe ich etwas falsch. Vor wenigen Jahren hatte Zofingen noch ein Nettovermögen pro Kopf. Jetzt gibt es eine Nettoschuld pro Kopf und es drohen 60 Millionen Schulden. Von einer finanziellen Verbesserung kann also keine Rede sein. Der Stadtrat sieht die Lösung im Wachstum. Und genau dieses Wachstum hat in der heutigen Ausgabe dieser Zeitung der Regierungsrat Markus Dieth als Problem für die strukturellen Probleme bzw. den Finanzproblemen des Kantons Aargaus ausgemacht. Alle Wissen, dass Wachstum viel kostet infolge Infrastrukturbauten, aber unser Stadtrat sieht genau darin die Lösung, wo doch die Vergangenheit genau bewiesen hat, dass trotz Wachstum keine Verbesserung stattgefunden hat. Das soll mir mal einer erklären.


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