Freitag, 23. Juni 2017

Zofingen

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Gratis-Rikscha-Stadtrundfahrten für einen guten Zweck


Seit geraumer Zeit, sieht man an schönen Tagen in Zofingen, eine Rikscha durch die Altstadt fahren. Verdanken kann man diese neue Attraktion Rolf Hofmann: «Ich will Asylbewerbern, die wirklich arbeiten wollen, eine Chance geben, unter die Leute zu kommen, ihr Deutsch zu verbessern, Kontakte zu knüpfen und so vielleicht den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu schaffen.»

BILDER
Rolf Hofmann mit drei seiner vier Rikscha-Fahrern in der Zofinger Altstadt. Foto: pd

Aktuell sind es vier Asylbewerber, welche bei schönem Wetter von Montag bis Samstag während rund sechs Stunden täglich kostenlos Fahrgäste mit einer Velo-Rikscha durch die Altstadt kurven. «Es macht Spass eine Aufgabe zu haben», sagt Beletse Gebrehans (31) aus Eritrea in gutverständlichem Deutsch. «Ich komme so mit Leuten in Kontakt und kann mich auch sportlich fit halten.» Kaum gesagt, stürmen fünf Schüler auf die Rikscha zu und wollen transportiert werden. Für drei gibt es einen Platz. Beletse trampt los und führt die Jugendlichen zur Schule. «Die Jungen haben viel weniger Berührungsängste und nutzen den Fahrdienst regelmässig», sagt Rolf Hofmann. «Ich wünsche mir, dass auch die ältere Bevölkerung unser Angebot noch vermehrter nützt.» Zurzeit verbucht der Initiant rund drei Fahren pro Stunde. Tendenz langsam zunehmend. Rolf Hofmann hat zwei Rikschas finanziert, alle nötigen kantonalen Bewilligungen eingeholt und betreut die Fahrer direkt vor Ort. Unterstützt wird sein Projekt von der Chance Z!, dem Verein Piazza Zofingen und einigen Sponsoren, die sich Werbefläche auf den Rikschas gemietet haben. «Ich erlebe viel Goodwill von Seite regionaler Unternehmen», zeigt sich Hofmann erfreut.

Keine Konkurrenz zu den Taxis

Die Rikscha findet man von Montag bis Samstag bei gutem Wetter irgendwo in der Zofinger Altstadt, Ruhepausen gönnen sich die Fahrer und der Initiant unter der grossen Linde auf dem alten Postplatz. Wer die Rikschas sieht, kann diese ganz einfach anhalten und aufsteigen. Beispielsweise, um sich von A nach B fahren zu lassen oder auch einfach zum Plausch, um ein bisschen durch die schöne Altstadt zu fahren. «Wir haben eine Bewilligung für die Altstadt und die direkt anliegenden Gebiete», sagt Hofmann. «Wir sind aber keine Konkurrenz zu den Taxibetrieben.»

Die Rikscha-Fahrten sind grundsätzlich kostenlos, die Fahrer würden sich natürlich über eine kleine Anerkennung freuen. Auch wer mal eine schwere Tasche dabei hat und irgendwo in der Altstadt hin möchte, kann sich eine Rikscha ordern. Unter den Sitzen gibt es sogar einen kleinen Stauraum für Taschen. «Ich bin mir sicher, dass unser Rikscha-Angebot eine Bereicherung für die Zofinger Altstadt wird und einen tollen Integrationseffekt für die beteiligten Asylbewerber hat», sagt Rolf Hofmann, der bis jetzt für dieses Projekt noch kein Geld von der öffentlichen Hand erhalten hat.

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