Mittwoch, 20. September 2017

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Mit Charme gegen Littering


Ein Botschafter-Team der IG für eine saubere Umwelt macht in Kölliken Station.

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260 Tonnen aus dem Autofenster geworfenen Abfall sammelt der Autobahnunterhaltsdienst pro Jahr in den Kantonen Aargau, Basel Land und Solothurn ein. Archiv

Littering – das Wegwerfen eines Zigarettenstummels, einer Flasche oder Fastfood-Verpackung auf der Strasse – geschieht aus Bequemlichkeit, Nachlässigkeit oder mangelndem Problembewusstsein. Nicht aber um Entsorgungskosten zu sparen. Dies im Unterschied zum illegalen Deponieren von Abfällen, das vorsätzlich erfolgt, um keine Entsorgungsgebühren berappen zu müssen. Aus diesem Grund setzt die Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) – ihr gehören verschiedene Recycling-Genossenschaften an – auf Aufklärung, auf eine «Charmeoffensive», wie Geschäftsleiterin Nora Steimer sagt.

Gestern und heute sind IGSU-Botschafterinnen und -Botschafter vor den beiden Autobahnraststätten bei Kölliken in aufklärendem Einsatz. Sie sprechen Besucherinnen und Besucher an, um diese mit Humor und Charme zum korrekten Entsorgen ihrer Abfälle zu ermuntern. Zum Einsatz kommen die IGSU-Teams bei weiteren Raststätten und in über 40 Städten. Dies mittlerweile seit zehn Jahren. «Mit ihrer sympathischen und frischen Art; ihren humorvollen Botschaften bleiben sie den Passantinnen und Passanten lange im Gedächtnis und werden oftmals wiedererkannt», sagt Steimer. Wie gross und teuer das Littering-Problem ist, zeigen Zahlen der NSNW – der Nationalstrassen Nordwestschweiz – auf. Unter dem Dach der NSNW läuft der Unterhalt der Autobahnabschnitte in den Kantonen Aargau, Basel-Land und Solothurn. 260 Tonnen «gelitterten» Abfall müssen die Mitarbeiter pro Jahr unter gefährlichen Bedingungen an den Autobahnrändern einsammeln. Die Kosten? Eine halbe Million Franken pro Jahr.

1151 km und 1 Million Kosten
Das Aargauer Kantonsstrassennetz ist 1151 Kilometer lang, das Littering-Problem entsprechend gross und teuer. Beim Strassenunterhaltsdienst des Kantons führt Littering jedes Jahr zu einem zusätzlichen Reinigungsaufwand von 12000 bis 13000 Arbeitsstunden, was Mehrkosten von über einer Million Franken bedeutet. Wie sieht die Situation in Zofingen aus, wo sich die Gassen der Altstadt am frühen Montagmorgen jeweils arg verschmutzt präsentieren? «Den Aufwand, den das Littering verursacht, rapportieren wir nicht», sagt Christoph Wälti, Leiter des Werkhofs. Für das Leeren der Abfallkübel und die Gassen- und Brunnenreinigung in der Innenstadt rechnet er mit einer vollen Stelle.

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